“Hau ab, Bruderherz!” auf der Baobab Books-Empfehlungsliste

Ein weiterer Meilenstein für den da bux Verlag:  “Hau ab, Bruderherz!” von Franco Supino wurde in die Empfehlungsliste von “Kolibri – Kulturelle Vielfalt in Kindern- und Jugendbüchern” von Baobab Books aufgenommen.  Die Redaktion “wählt Bücher aus, die Kindern und Jugendlichen eine offene Begegnung mit ande­ren Kulturen ermöglichen und Aspekte der kulturellen Vielfalt und des inter­kulturellen Zusammenlebens differenziert aufzeigen.”

“Hau ab, Bruderherz!” wird mit folgenden Worten empfohlen:

” (…) In achtzehn kurzen Kapiteln stellt Franco Supino den Erzähler Tobi, seine Familie, sein Umfeld und die Schwierigkeiten des Alltags in einem totalitären Land kurz vor dem Bürgerkrieg vor. Fluchtgedanken kommen hie und da auf. Es wird von Wohlstand und  Frieden in Afrika erzählt. Und Tobi fragt sich, ob er dem Beispiel anderer folgen und sein Heimatland Schweiz über die Alpen in Richtung Sierra Leone verlassen soll oder nicht.
Das knapp sechzig Seiten schmale Buch ist in kurzen Sätzen geschrieben. Es lässt klare Bilder entstehen und klar skizzierte Figuren sprechen. Das Szenario der Fiktion einer totalitären Schweiz setzt einen spannenden Umdenkprozess in Gang, lässt die Leserschaft mitfühlen und aufhorchen. Durch die hilfreichen Worterklärungen am Ende des Buches ist es auch Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache zu empfehlen.

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Leseprobe “Hau ab, Bruderherz!”

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Hau ab, Bruderherz!

 

„Monster im Dunkeln“ am Bielersee – Karin Bachmann begeistert mit ihrem Krimi

Wo feiert man die Vernissage für einen Krimi? An einem Ort, der Krimigeschichte geschrieben hat natürlich! In unserem Fall im Dorf Twann am Bielersee, wo schon Dürrenmatt seinen Täter morden liess (mit einer wunderbar skurrilen Leichenfundszene). Bibliothekarin Marianne Steiner war begeistert von unserer Anfrage, und so feierten wir gleich doppelt:

Am Morgen las Karin Bachmann den Oberstufenschülern von Twann aus ihrem neuen Buch vor – und beantwortete Fragen rund um die Geschichte. Ein Reporter von TeleBielingue filmte während der Lesung, holte anschliessend Feedbacks von den Jugendlichen ein und rückte auch Karin Bachmann und Alice Gabathuler ins Scheinwerferlicht (Link zur TV-Sendung).

Für die Vernissage am Abend zogen wir von der Schulbibliothek in die neue Dorfbibliothek um. Mehr und mehr Gäste trafen ein, weitere Stühle wurden aufgestellt – und am Ende war der Raum zum Bersten voll. Mit Daniel Schlosser konnten wir auch den Mann in unserer Runde begrüssen, der Karin Bachmann bei ihren Recherchen unterstützt hat. Er gab spannende Einblicke in seinen Alltag als sehr stark Sehbehinderter und ergänzte damit aus erster Hand Karin Bachmanns Informationen zu ihrer Recherche über das Blindsein. Das Publikum zeigte sein Interesse, indem es viele Fragen stellte – und sich danach am Büchertisch ordentlich eindeckte.

Niemand hatte es nach dem spannenden, unterhaltsamen Anlass eilig, nach Hause zu kommen, ein gutes Zeichen, finden wir!

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«Die meisten denken an Frankenstein-Forscher»

Severin Schwendener

Wie bist du auf das Thema Biohacking gekommen? Warum willst du Jugendliche damit konfrontieren?

Severin Schwendener: “Ich arbeite im Bereich Biosicherheit im Kanton Zürich und bin da mit neuesten Entwicklungen im Bereich Gentechnik konfrontiert. Auf die Idee, etwas aus meinem Fachbereich in ein Jugendbuch zu packen, brachte mich aber Alice Gabathuler, meine Lektorin. Ich war anfangs skeptisch, dass Jugendlich sich dafür interessieren.”

Was möchtest du mit dieser Geschichte bei Jugendlichen erreichen?

“Was im Bereich Gentechnik derzeit fehlt, ist eine sachliche Debatte. Die öffentliche Diskussion wird von absolut Gentech-feindlichen NGOs dominiert, welche die Technik als etwas Böses darstellen. Beim Wort Gentechnik denken die Leute an Frankenstein-Forscher, die im Labor Killerviren produzieren. Ich möchte hier ein anderes Bild vermitteln.”

Hast du die Geschichte bei Jugendlichen schon getestet – wie viel wissen Jugendliche über dieses Thema? Sehen sie vor allem die Vorteile, finden sie es spannend – oder befremdet sie das auch?

“Manchmal kommt bei Lesungen die Frage auf, was mein «richtiger» Beruf sei. Die Jugendlichen finden es jeweils spannend, wissen meistens aber nicht viel davon. Umso mehr ist ein Anstoss für eine Diskussion natürlich notwendig.”

Du hast dich ja schon beruflich mit Genetik und Biohacking beschäftigt – verarbeitest du in dieser Geschichte all die Fragen, die bei dir dabei aufgetaucht sind?

“Ich habe im Rahmen meiner Arbeit in der Forschung Gentechnik angewandt. Als Biohacking wird das nicht bezeichnet; Biohacking ist mehr ein Synonym für «Do it yourself»-Biologie, die im Privaten stattfindet, während ich ein «Profi» war, der unter kontrollierten Bedingungen und mit zahlreichen Sicherheitsmassnahmen gearbeitet hat.  Bedenken hatte ich bezüglich meiner Arbeit eigentlich nie, resp. ich sah den Sinn dahinter und hatte Freude an einer spektakulären Technik – wie Bobo in meinem Buch. Es gibt aber offene Fragen rund um Gentechnik, und die habe ich versucht zu Wort kommen zu lassen – etwa ethische Bedenken, im Buch vertreten durch Luca.

Im Bereich Gentechnik und Biohacking ist heute schon viel möglich – fasziniert dich das oder macht dir das Angst?

“Ich bin sehr fasziniert davon – allerdings mehr von der professionellen, kontrollierten Gentechnik als vom privaten «Herumwursteln». In meinen Augen ist es unausweichlich, dass Gentechnik in Zukunft breit angewandt wird. Es wird immer einfacher und immer billiger, es gibt zum Teil sehr grossen Nutzen, gerade bei der Ernährungssicherheit in der dritten Welt. Das können wir mit unseren ethischen Bedenken höchstens verlangsamen, aber nicht aufhalten. Was diese Entwicklung für Auswirkungen haben wird, ist schwer vorherzusagen. Es wird positive und auch negative Konsequenzen geben; Menschen, die davon profitieren, und Menschen, die darunter leiden. Wie übrigens bei jeder anderen technologischen Entwicklung auch”

Was ist denn jetzt deine Meinung zu Gentechnik?

“Ich finde es primär eine spannende Technik. Allerdings macht es mir ein bisschen Sorge, wenn ich mir ausmale, was geschehen könnte, wenn der Mensch anfängt, im Erbgut aller möglichen Lebewesen inklusive jenes des Menschen herumzufummeln. Und das wird geschehen. Wenn erstmal irgendein Gentechnik-Verfahren erhältlich ist, das das eigene Kind grösser, schlauer, schöner oder sonstwie besser machen soll, dann wird es Menschen geben, die das anwenden.”

Biohacking – ein komplexes Thema – und die da bux Bücher sind relativ kompakt und einfach geschrieben. Was war für dich die grösste Herausforderung bei diesem Projekt?

“Kurze Texte sind immer schwieriger als lange, das weiss jeder, der schon mal für die Zeitung geschrieben hat und ein zweistündiges, interessantes Gespräch auf 1500 Zeichen komprimieren musste. Ich habe versucht, das Thema mit anschaulichen Beispielen zu erklären.”

Bioohacker

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«Viele 14-Jährige sind planlos»

Katja Alves

In deiner Geschichte geht es um eine Jugendliche, die klaut. Wie kamst du auf diese Idee?

Katja Alves:  “Die Frage nach der Idee ist immer die fieseste. Aber die Idee ist naheliegend. Ich glaube, die meisten Menschen verfügen zumindest über ein bisschen kriminelle Energie und führen im Kopf ab und zu das eine oder andere kleine oder grosse Vergehen aus. Esme fühlt sich schlecht behandelt und verspürt das Bedürfnis, es ihren Widersachern irgendwie heimzahlen. Auch das kommt vor. Man will keineswegs, dass der anderen Person ein echter Schaden zugefügt wird, sondern man möchte ihr einfach ein bisschen eins auswischen. Esme legt dafür eine „Trophäen-Box“ an.“

Diese Box füllt sich im Laufe der Geschichte immer mehr …

„Ich selber hatte auch so eine Trophäen-box, als ich so alt war wie Esme. Ich sage jetzt aber nicht, was ich darin gebunkert hatte. Nein, wenn ich mich recht erinnere, waren es bei mir eher kleine Sachen wie Glücksbringer, Postkarten, Autogramme und halt solche Geschichten. Aber Erwischt! ist eigentlich auch keine Geschichte über eine Diebin oder über Jugendkriminalität, sondern es geht darin vielmehr um eine ziemlich normale Oberstufenschülerin und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert wird.“

Die erste Liebe, das Ablösen von zuhause, die Berufswahl …?

„Richtig! Und vor allem auch um die Berufswahl! Mit vierzehn haben doch die wenigsten Jugendlichen einen Plan, was aus ihnen werden soll. Welche Ausbildung, welcher Beruf der richtige sein könnte. Und trotzdem ist der Druck da, sich bald entscheiden zu müssen. Dazu kommt, dass viele Eltern hohe Erwartungen an ihre Kinder stellen. Es wird unermüdlich nach Talenten und besonderen Begabungen geforscht, damit kann das Unbehagen, das Gefühl nicht zu genügen, noch zusätzlich verstärkt werden.”

Esme, deine Protagonistin, ist eine ganz normale 14-Jährige …

„… und jemand, der eigentlich nicht im Rampenlicht steht –  und gerade deshalb habe ich sie zur Protagonistin gemacht! Ich wollte den Fokus auf eine ganz normale Jugendliche richten. Denn es ist doch völlig okay, durchschnittlich zu sein. Und jeder sollte darauf vertrauen, dass er seinen Weg finden wird. Dafür braucht es weder einen Sieg bei einer Castingshow noch ein Superzeugnis … Esme ist einzigartig. Aber eben auf ihre ganz spezielle Art. So wie es ganz viele Jugendliche sind.”

Esme hat portugiesische Wurzeln wie du, auch du hattest eine „Trophäenbox“ – wie viel von dir steckt in Esme? Wie ähnlich seid ihr euch?

„Ja, Esme ist Portugiesin. Aber abgesehen von den beiden genannten Beispielen gibt es, glaube ich, nicht mehr viele weitere Gemeinsamkeiten (lacht). Es war für mich naheliegend, dass Esmes Eltern aus Portugal kommen. Warum? Weil es in der Schweiz ganz einfach sehr viele Menschen gibt, die aus Portugal zugewandert sind. Deshalb gibt es auch in sehr vielen Klassen Kinder mit portugiesischen Eltern, und aus diesem Grund ist es wiederum ganz natürlich, dass Esme Portugiesin ist. Gut, ihre Eltern könnten auch aus Griechenland, dem Balkan oder der Türkei stammen. Aber da spielt wohl wiederum meine Herkunft eine Rolle. Esmes Welt mit ihrer portugiesischen Familie ist mir vertraut.“

Kommt diese Realität in der Schweizer Jugendliteratur zu wenig vor?

„Das kann ich nicht beurteilen, ich habe das noch nie überprüft und kenne auch nicht die gesamte Schweizer Jugendliteratur. Sicher ist jedoch, wenn man Jugendliche mit Büchern begeistern möchte, sollte man ihre Lebensrealität aufzeigen. Und dazu gehört auch die Erfahrung, in einer multikulturellen Gesellschaft aufzuwachsen.”

Du schilderst in „Erwischt!“ den Alltag der YouTube-Generation total realistisch. Wie ist es dir gelungen, diesen Ton zu treffen?

(Lacht): „Danke für das Kompliment. Gut, es war mir wichtig, die Gefühle, Gedanken und Fragen, die 14-Jährige beschäftigen, möglichst echt rüberzubringen. Bei jeder Geschichte, die ich schreibe, versuche ich, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Dazu gehört auch, dass ich mich intensiv mit deren Lebenswelt beschäftige. Das fällt mir nicht schwer. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch. Außerdem war es spannend mir auf YouTube Influencer-Filmchen anzusehen. Sehr faszinierend. Aber was die Sprache betrifft, verzichte ich auf eine aufgesetzte Jugendsprache. Erstens weil mir das nicht entspricht, zweitens weil sich diese Sprache auch ständig verändert. Ausdrücke, die man jetzt vielleicht auf den Pausenplätzen hört, benutzt in einem halben Jahr schon kein Jugendlicher mehr.

Jugendliche lesen immer weniger, heisst es heute oft. Belastet dich das als Autorin?

„Ich sehe das jetzt nicht so pessimistisch. Zumindest lesen die Jugendlichen unermüdlich instagram captions, das ist doch auch schon mal was!“

Aber da stehen die Fotos im Fokus, die Texte sind sehr kurz …

„Trotzdem glaube ich, dass es immer ein Bedürfnis nach guten Geschichten geben wird. Es werden immer noch grandiose Jugendbücher veröffentlicht, die junge Menschen zum Lesen bringen. Aber sicher stehen wir Erwachsene heute noch mehr in der Verantwortung, Jugendlichen lustvoll Zugänge zum Lesen und Schreiben zu eröffnen. Aus meiner Sicht sind gerade Begegnungen mit Autorinnen und Autoren dazu eine gute Chance. Ich gebe auch verschiedentlich Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche. Im Unterschied zu einer Schullesung besteht hier noch mehr die Möglichkeit auf die Schülerinnen und Schüler individuell einzugehen. Hingegen halte ich es für wenig sinnvoll, Texte für Kinder und Jugendliche immer mehr zu vereinfachen. Wichtig scheint mir, dass man den Jugendlichen etwas zutraut und sie fordert. Bücher sollen uns auch ein Stück weit herausfordern. Deshalb gefällt mir auch der Ansatz von da bux: Die Bücher richten sich an leseschwache Jugendliche, aber sprachlich und inhaltlich sind sie keineswegs banal.“

Weitere Informationen und Leseprobe von “Erwischt!”

Erwischt

Vernissage “Noch 21 Tage” im Caritas-Markt St. Gallen

„Die Scham ist gross“

Buchvernissage im Caritas-Markt von Caritas St.Gallen-Appenzell

Der St.Galler Autor Stephan Sigg stellte im Café des Caritas-Marktes in St.Gallen sein neues Jugendbuch „Noch 21 Tage“ vor. Die Geschichte gibt Einblick in den Alltag eines armutbetroffenen Jugendlichen. Beim Podiumsgespräch diskutierten Philipp Holderegger, Geschäftsleiter von Caritas St.Gallen-Appenzell, und Elisabetta Rickli-Pedrazzini, Administrationsrätin des Kath. Konfessionsteils des Kantons St.Gallen, über Armut in der Schweiz.

„Über 100 000 Kinder und Jugendliche sind in der reichen Schweiz von Armut betroffen. Mit meinem Buch möchte ich ihnen eine Stimme geben“, erklärte Stephan Sigg, bevor er Auszüge aus seinem neuen Jugendbuch vorlas. Das Café des Caritas-Marktes war am vergangenen Donnerstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Viele der Gäste hatten zum ersten Mal den Weg in dieses Café gefunden. „Ich freue mich sehr, dass die Vernissage hier stattfindet. Denn das Café spielt auch in meinem Buch eine wichtige Rolle“, so Sigg. Seine Geschichte ist fiktiv, der Autor orientierte sich aber an realen Fällen. „In den Medien wird zwar immer wieder mal über Armut berichtet, aber gerade für Jugendliche bleibt das Thema trotzdem zu wenig konkret. Sie verstehen zu wenig, was Armut in der Schweiz genau bedeutet.“

Über sieben Prozent sind betroffen

Nach der Lesung vertieften Philipp Holderegger und Elisabetta Rickli-Pedrazzini gemeinsam mit Stephan Sigg das Thema in einem Podiumsgespräch. „Die Scham der Betroffenen ist sehr gross“, so Philipp Holderegger, „das kommt in der Geschichte sehr gut rüber.“ Holderegger informierte über die Situation in der Ostschweiz: „Man geht davon aus, dass in der Ostschweiz etwa 7,5 Prozent von Armut betroffen sind.“ Die Zahl sei steigend. „Im Caritas-Markt können Betroffene Grundnahrungsmittel, bis hin zu Hygieneartikeln zu tiefen Preisen einkaufen.“ Durch die gewonnenen Einsparungen könnten Betroffene sich etwas leisten, was ihnen sonst verwehrt wäre: einen Kinobesuch, einen kleinen Ausflug oder ein Paar neue Schuhe.

Stephan Sigg signiert sein Buch “Noch 21 Tage”

Vorurteile abbauen

„Es wäre wichtig, dass die Schulen das Thema aufgreifen, zum Beispiel im Fach ERG“, sagte Elisabetta Rickli-Pedrazzini, „das könnte helfen, Vorurteile abzubauen.“ Sie erlebe immer wieder, dass viele Jugendliche empfänglich seien für Menschen in Not und sich solidarisieren. Lesung und Podiumsgespräch lösten beim Publikum einiges aus. Beim Apéro nutzten viele die Gelegenheit, um im Gespräch mit Mitarbeitenden von Caritas St.Gallen-Appenzell mehr über Ursachen von Armut in der Schweiz zu erfahren, den Laden zu besichtigen und das Konzept  der Caritas-Märkte kennenzulernen, von denen es in der Ostschweiz neben der Filiale in St.Gallen-Langgasse noch eine zweite in Wil SG gibt.

Alice Gabathuler und Tom Zai moderierten die Buchvernissage im Caritas-Markt St. Gallen

 

Informationen zu “Noch 21 Tage” – Jugendbuch zum Thema Armut

«Das Blinden-Fussballspiel hat mich beeindruckt»

Im Interview erzählt Karin Bachmann, warum sie “Monster im Dunkeln”  geschrieben hat, was sie über Zahnbürsten gelernt hat und warum ihr Beruf als Optikerin ihr neues Jugendbuch beeinflusst hat.

Karin, in deiner Geschichte geht es um einen blinden Jugendlichen. Hat dich dein Beruf als Augenoptikerin dazu inspiriert?

Karin Bachmann: „In meinem Brotberuf habe ich täglich mit Menschen zu tun, die nicht so gut oder sogar sehr schlecht sehen. Deshalb bin ich sicher besonders sensibilisiert für den Sehsinn. Aber mein Zugang zu dieser Geschichte war ein anderer: Ich wollte einen Krimi für Jugendliche schreiben. Schon lange faszinieren mich die beiden Thriller „Das Fenster zum Hof“ und „Warte, bis es dunkel wird“, zwei Filmklassiker aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Meine Geschichte kann man als ein Remake von „Warte, bis es dunkel wird“ verstehen: Wie im Film hat auch mein Protagonist Arjen durch einen Unfall das Augenlicht verloren. Ausgangspunkt meiner Geschichte ist ein Überfall. Schon für sehende Menschen ist das Schlimme an einem Überfall, dass so etwas meistens völlig unerwartet geschieht – man sieht es nicht kommen. Wie fühlt sich so etwas erst für Blinde an? Diese Frage hat mich angetrieben.“

Wie leicht fiel es dir, dich in die Perspektiven eines Blinden hineinzuversetzen?

Karin Bachmann: „Ich habe erst beim Schreiben so richtig realisiert, wie schwierig es ist, eine solche Perspektive konsequent einzunehmen. Zum Glück konnte ich auf die Unterstützung von Betroffenen zählen. Die haben mir sehr geholfen und waren auch als Testleser im Einsatz. So konnte ich immer tiefer in ihren Alltag eintauchen und hatte dann auch Gewissheit, dass meine Geschichte realistisch ist und sich auch Betroffene darin wiederfinden. So viele für uns Sehende selbstverständliche Dinge  sind im Alltag von Menschen mit einer Sehbehinderung oder von Blinden anders. Die Leser merken das sicher schon beim Anfang meines Krimis. Jeder Schreibratgeber rät Autorinnen und Autoren, auf keinen Fall eine Geschichte mit der Schilderung eines normalen Tagesablaufs zu beginnen, da dies für die Leser zu wenig packend oder überraschend sei. „Monster im Dunkeln“ fängt ganz unspektakulär am Morgen mit dem Aufstehen an. Doch der Leser bekommt einen Einblick in den Alltag eines Nichtsehenden und realisiert, welches die Unterschiede sind,  und mit welchen Herausforderungen Blinde konfrontiert werden. Das fängt schon beim Zähneputzen an. Welches ist meine Zahnbürste? Wieviel Zahnpasta habe ich darauf?”

Wie hast du recherchiert?

Karin Bachmann: „Ich habe mit Betroffenen gesprochen und auch die Sehbehindertenhilfe in Basel kontaktiert. Und ich habe mich auch intensiv mit Torball beschäftigt; „Fussball“ für Sehbehinderte und Blinde. Ich habe als Zuschauerin an einem Torball-Jugendturnier teilgenommen. Eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich hätte nie gedacht, dass es dort so hart zugeht. Es war total beeindruckend, wie schnell und flink die Spieler sich bewegten, obwohl sie alle nicht sehen konnten. Und alle waren mit Feuereifer bei der Sache. So wie sehende Jugendliche beim Fussball … Vielleicht kann ich einen kleinen Beitrag leisten, dass die Sportart auch bei Sehenden etwas bekannter wird. Denn wie ich gemerkt habe, können sich nur wenige darunter etwas vorstellen.“

Was wünschst du dir für dein Buch?

Karin Bachmann: „Mit „Monster im Dunkeln“ möchte ich jungen Menschen zeigen, wie gross die Selbstständigkeit von Sehbehinderten und Blinden allen Herausforderungen zum Trotz ist, und wie sie ihren Alltag bewältigen. Sehende Jugendliche können sich darunter meistens kaum etwas vorstellen. Ich hoffe, dass viele Schulklassen das Buch im Unterricht lesen und dadurch einen Einblick in den Alltag von sehbehinderten und blinden Menschen erhalten. Es wäre schön, wenn ich auch das eine oder andere Vorurteil abbauen kann. Arjen, der Protagonist, ist eine positive Person, er lässt sich trotz seiner Behinderung nicht unterkriegen. Vielleicht kann ich damit auch Betroffene motivieren. Deshalb wäre es auch mein Ziel, dass das Buch auch noch in Brailleschrift oder als Hörbuch erscheint. Mein Verlag und ich klären gerade ab, ob das möglich ist.“

Deine Geschichte soll besonders auch Jugendliche ansprechen, die nicht gut oder nicht gerne lesen. War das für dich beim Schreiben eine Herausforderung?

Karin Bachmann: „Die erste Version habe ich geschrieben wie immer und mir noch keine grossen Gedanken gemacht, ob es zu anspruchsvoll ist. Das geschah erst beim zweiten Durchgang, da habe ich dann viele Relativ-Sätze rausgestrichen. Zum Glück konnte ich auf das da bux-Team und besonders meine Lektorin Alice Gabathuler zählen, die mich kompetent beraten hat. Ich glaube, ich habe noch bei keinem Projekt zuvor so viel gelernt.“

Weitere Informationen und Leseprobe “Monster im Dunkeln”

Monster im Dunkeln

 

 

Vier Jugendbücher mitten aus dem Alltag der Jugendlichen – die Edition 3 erscheint!

“Erwischt!”, “Biohacker”, “Monster im Dunkeln” und “Noch 21 Tage” – im September erscheint die Edition 3 mit vier packenden Jugendbüchern: aktuell, frisch und vor allem ganz nah dran am  Alltag von Jugendlichen in der Schweiz.

Katja Alves, Karin Bachmann, Severin Schwendener und Stephan Sigg – alle vier sind keine unbekannten Namen in der Buchbranche. Sie sind die Autorinnen und Autoren der Edition 3 und ihre Bücher sind mehr als nur einen Blick Wert:

“Erwischt!” von Katja Alves

Esme nervt sich. Über Magalie, die nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Über die arrogante Neue, die nur ihren Influencer-Quatsch im Kopf hat. Über Fabio, der Esme kaum mehr beachtet. Esme rächt sich. Doch dann droht plötzlich alles aufzufliegen.

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“Monster im Dunkeln” von Karin Bachmann

Ein brutaler Psycho ist hinter Arjen her. Seine Eltern sind nicht da. Zur Polizei traut er sich nicht. Im Dunkeln lauert die Angst. Denn Arjen ist blind.

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“Biohacker” von Severin Schwendener

Bobo will hacken. Keine Computer, sondern Lebewesen. Dafür setzt er sogar seine wichtigste Freundschaft aufs Spiel. Aber er geht zu weit.

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“Noch 21 Tage” von Stephan Sigg

Billige Klamotten statt coole Labels. Kein Geld für gar nichts. Und in 21 Tagen fliegt Leons Familie aus der Wohnung. Aber das darf niemand wissen. Nicht einmal Leons Freundin.

Weitere Informationen und Leseprobe

Alle Bücher können ab sofort vorbestellt werden – einzeln oder ganz praktisch als 4er-Set!

Jugendliche wählen “Hau ab, Bruderherz” auf die Shortlist von Bookstar 2018

Gross ist die Freude bei da bux und Autor Franco Supino: Das Buch “Hau ab, Bruderherz” steht auf der Shortlist von Bookstar 2018. Das Besondere an diesem Wettbewerb: Die 20 Bücher wurden ausgewählt von einer Jugendjury aus den Schulen Hirschengraben Zürich, Rebhügel Zürich, Rorbas-Freienstein, Walenbach-Wetzikon, Wetzikon-Seegräben. Und es sind Jugendliche aus der ganzen Deutschschweiz, die ihren persönlichen Favoriten küren. Anstatt Jugendliteratur von einer erwachsenen Fachjury bewerten zu lassen, macht sich der Bookstar für die Meinung der Jugendlichen selbst stark und ist damit einzigartig im deutschsprachigen Raum.

International bekannte Autoren

Neben Franco Supino sind auf der Liste einige international bekannte Jugendbuchautorinnen und -autoren zu finden, viele der Bücher sind bei namhaften Verlagen erschienen. Gerade deshalb ist es für den jungen da bux Verlag eine besondere Ehre und Auszeichnung, auf dieser Liste präsent zu sein.

Das Online-Voting startet am 1. Mai 2018 und läuft bis 30. September 2018. Voten können alle Jugendlichen ab 12 Jahren.

Mehr zu Bookstar und den Nominierten

Wir drücken Franco Supino die Daumen!

Informationen und Leseprobe “Hau ab, Bruderherz”

“Alle wollten wissen, wie ein Buch entsteht” – Interview mit Alice Gabathuler zu ihrer Lesung im Lukashaus Grabs

Alice Gabathuler las im Lukashaus Grabs – Wohnen und Arbeiten für Menschen mit  Behinderung (Interview mit Alice Gabathuler)

Warum war die Lesung im Lukashaus eine besondere Premiere?

Alice Gabathuler: “Das Lukashaus in Grabs bietet Menschen mit Behinderung oder Unterstützungsbedarf adäquate Wohn- und Arbeitsformen. Damit durfte ich heute zum ersten Mal bei jenen Menschen lesen, für die ich das Buch geschrieben habe: bei zum Teil sehr leseschwachen LeserInnen. Eingeladen hat mich Hans Kobelt, der mit einer Gruppe zwei der drei Geschichten aus dem Buch „Voll Risiko“ gelesen hat und begeistert darüber war, sie sehr die Texte die Lesenden gepackt haben. Da freut man sich natürlich gleich doppelt!”

Was ist anders als bei einer Lesung an einer Oberstufenschule, was ist gleich?

“Die Teilnehmenden an der Lesung waren älter, also keine Oberstufenschüler mehr, sondern mehrheitlich junge Erwachsene. Mich als leidenschaftliche Hobbygärtnerin hat natürlich der Lesungsort sehr beeindruckt: Die Lesung fand in einem Glashaus statt, das Teil der hauseigenen Gärtnerei ist, an einem riesigen Tisch, dem man ansieht, dass dort gearbeitet wird. An diesem Tisch sassen rund 12 Personen, also etwas weniger als üblicherweise bei den Lesungen.”

Wie kam die Lesung an? Habt ihr über die Texte gesprochen?

“Wir stiegen mit einer Raterunde in die Lesung ein: Ich habe Stichworte und Zahlen auf den Tisch gelegt, die etwas mit mir zu tun haben; die Teilnehmenden haben sehr schnell herausgefunden, was sie bedeuten, und vor allem waren wir schon nach wenigen Minuten in einem Austausch. Weil sich alle sehr dafür interessiert haben, wie ein Buch entsteht, haben wir uns das genau angeschaut: Wir haben durch mein Notizbuch geblättert, über meinen kleinen Schreiblaptop gelacht, lektorierte Seiten unter die Lupe genommen, über fehlende oder zu viele Zeilen bei den Druckfahnen diskutiert, Coverentwürfe begutachtet (und unsere Meinung dazu abgegeben) und Klappentexte unter die Lupe genommen. Natürlich tauchten dabei auch Fragen zum Inhalt auf, was uns zu Computerspielen und Lügen brachte. Dazu haben die Teilnehmenden Fragen gestellt und über eigene Erlebnisse berichtet. Und natürlich haben alle ihre Namen in mein Notizbuch geschrieben, denn wenn ich Bücher schreibe, leihe ich mir Namen von TeilnehmerInnen meiner Lesungen aus. Dass dabei Wünsche geäussert wurden, versteht sich von selbst: Einer wäre gerne ein Bankräuber auf der Flucht, eine andere wünscht sich für sich eine Liebesgeschichte.”

Was hast du von den Teilnehmenden dort gelernt? Worauf haben sie dich aufmerksam gemacht? Was ist dir bewusst geworden?

“„Voll Risiko“ heisst nicht nur das Buch, es war auch ein Risiko, es zu machen. Würden wir als Verlag damit die Menschen erreichen, die wir erreichen möchten? Ich war mir beim Schreiben von „Voll Risiko“ nie ganz sicher, ob die Geschichten wirklich funktionieren. Natürlich haben wir Rückmeldungen eingeholt, aber in diesem speziellen Bereich fallen sie sehr unterschiedlich aus. Zu erleben, dass die Geschichten ankommen, ist für mich eine Bestätigung, dass sich das Risiko für dieses Buch gelohnt hat, eine riesige Freude und ein Ansporn für weitere Geschichten. Mir ist auch einmal mehr bewusst geworden, wie wichtig Geschichten sind, vor allem Geschichten, die den Weg in die Herzen der LeserInnen und ZuhörerInnen finden. Und dann noch ein handwerklicher Punkt: Hans Kobelt hat mir bestätigt, wie wichtig der Flattersatz für einfach erzählte Geschichten ist – und damit auch, dass wir im dritten Programm, das im September 18 erscheint, genau richtig liegen.”

Warum sind deine Geschichten wichtig für die jungen Menschen im Lukashaus? Worauf sollen sie sie aufmerksam machen?

“Es gibt viel zu wenig sehr einfach geschriebene Geschichten für junge Menschen, denen das Lesen – aus unterschiedlichen Gründen – sehr schwer fällt. Dabei interessieren sie sich genau wie ihre Altersgenossen für Themen wie Liebe, Mut, Risiko, Loyalität, Grenzen, Grenzen überschreiten, Verantwortung übernehmen. Sie möchten sich in den Geschichten erkennen, sie möchten mitlachen, mitbangen und mitfiebern. Alle Menschen lieben Geschichten. Und deshalb finde ich es wichtig, dass auch alle Menschen Geschichten lesen können. Niemand soll an der Schwierigkeit eines Texts scheitern müssen, wir brauchen Texte für alle.”

Die Teilnehmenden haben sich mit der Geschichte “Betreten auf eigene Gefahr” kreativ auseinandergesetzt. Was sagst du als Autorin zu dieser Art “Annäherung” an einen Text?

“Hans Kobelt hat mir schon am Telefon erzählt, dass unsere Downloads zu „Voll Risiko“ für seine Gruppe zu schwierig sind (etwas, an dem wir als Verlag noch arbeiten müssen!). Deshalb ist er mit ihnen kreativ geworden und hat „Betreten verboten“ Schilder hergestellt (ein solches spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle). Das gab Zeit und Gelegenheit, bei der Arbeit über die Geschichte zu reden. Zudem können die Schilder im Garten eingesetzt werden! Ich habe eins geschenkt bekommen und habe mich total gefreut. Und weil auch hier, wie am Anfang dieses Vormittags, doppelte Freude noch viel besser ist: Brian hat mir eine wunderbare Collage auf Holz gemacht, auf der die beiden Hauptfiguren von „Betreten verboten“ zu sehen sind: Nino und Emma. Beides – Schild und Collage – werden bei mir zuhause einen Ehrenplatz erhalten.”

“Ich habe viel Emotionales und Schockierendes erlebt”

Interview mit Franco Supino über seine Recherchen zu „Hau ab, Bruderherz“ und seinen ganz persönlichen Bezug zu Migration.

Warum hast du “Hau ab, Bruderherz” geschrieben? Was war deine Motivation?

Franco Supino: „Ich habe bisher erst ein Buch für Jugendliche geschrieben- “Wasserstadt” ein 400 Seiten Roman, der eigentlich drei Geschichten in einer erzählt, ein Grossprojekt, an dem ich über 3 Jahre gearbeitet habe. Bei “Hau ab, Bruderherz” war der Anspruch ein ganz anderer, aber ein nicht weniger hoher: der Text sollte ein Easy Reader, also eine kurze, knackige, leicht lesbare Lektüre und doch literarisch erzählt sein. Das vorgegebene (für mich verminte) Thema “Flucht” sollte aktuell, anregend, clichefrei, authentisch und auf Augenhöhe Jugendlicher ab 12 Jahren umgesetzt werden. Ob ich es geschafft habe, meine Ansprüche zu erfüllen, werden die Reaktionen auf meinen Text zeigen.“

Das Thema Migration ist ständig in den Medien. Aber interessiert das auch Jugendliche? Worauf hast du geachtet, um das Thema auch für sie verständlich und alltagsnah zu machen?

„Ich habe mich nicht mit dem ganzen Themenkomplex Migration beschäftigt, sondern einen Moment fokussiert: den Aufbruch. Was muss passieren, damit ein 15,16 jähriger sagt: ich gehe weg, ich verlasse meine Heimat, meine Freunde, meine Familie. – Um das Ringen um diesen Entscheid geht es in meinem Text – das kann sich jeder Jugendliche vorstellen.“

Wie hast du für dein Buch recherchiert? Hattest du Kontakt mit Migrantinnen und Migranten?

„Ich habe mich intensiv mit der Situation der UMAs (Unbegleitete Minderjährige Asylsuchende) auseinandergesetzt, ich habe mit der Leiterin der Fachstelle Asyl im Kanton Solothurn gesprochen, sowie zwei Empfangsstellen für UMAs in den Kantonen Solothurn (Egerkingen) und Bern (Schwarzenbach bei Huttwil) besucht, dort mit den Leiterinnen gesprochen und den Alltag der Jugendlichen kennengelernt. Ich habe viel Emotionales und Schockierendes gehört und miterlebt. Mir wurde bewusst, was es heisst: Nur die Stärksten schaffen es bis in die Schweiz. Ich begriff, dass die Jugendlichen mir nicht primär ihre Erlebnisse erzählen, sondern mit mir darüber reden wollten, ob es für sie in der Schweiz eine Zukunft gibt. Deshalb sind sie geflohen, nicht weil sie ein Abenteuer gesucht haben. Die Gier nach ihren Erlebnissen ist beschämend.“

Was möchtest du mit deinem Buch erreichen?

„Ich möchte, dass die Jugendlichen sich die Frage stellen: Wie muss eine Welt aussehen, bei der ein junger Mensch beschliesst zu fliehen? Und ich möchte, dass sie das von hier aus, also von der Schweiz aus tun.“

Du hast in deiner Geschichte die Realität “umgedreht”, um Jugendlichen die Augen zu öffnen:  Lässt sich das auch auf andere Alltagsbereiche anwenden?

„Es ist meine Art, als Autor an die Dinge heranzugehen. Ich frage mich immer: wo berührt mich diese Thematik.- Meine Eltern sind damals auch aus Italien geflohen, sie waren Wirtschaftsflüchtlinge, ich bin also ein Kind von Flüchtlingen. Ich habe viel mit meiner Mutter darüber gesprochen, wie es war, wegzugehen. Deshalb würde ich sagen: ich habe die Realität nicht umgedreht, sondern zu mir geholt. Literatur muss immer bei sich selber anfangen.“

“Hau ab, Bruderherz” liegt bereits in der 2. Auflage vor!

Hau ab, Bruderherz!

Weitere Informationen und Leseprobe von “Hau ab, Bruderherz”

Edition 2 unter dem Weihnachtsbaum

Die da bux Edition 2 kommt an: Von “Hau ab, Bruderherz” (Franco Supino), “Oda ist weg” (Andrea Gerster) und “Voll Risiko” (Alice Gabathuler) ist bereits die 2. Auflage erhältlich – und das nach knapp drei Monaten! Das Verlagsteam freut sich, dass auch Edition 2 bei Leserinnen und Lesern so gut ankommt. Die Autorinnen und Autoren der Editionen 1 und 2 waren in den letzten Wochen an vielen Schulen in der ganzen Schweiz zu Gast, lasen aus ihren Büchern und diskutierten mit Schülerinnen und Schüler über ihre Geschichten und das Schreiben.

Die Bücher der Edition 2 und 1 eignen sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk für Jugendliche und Erwachsene. Neugierig gemacht? Stöbern Sie in unseren Leseproben!

 

 

“Den Jugendlichen möglichst direkt und auf Augenhöhe begegnen”

Interview mit Andrea Gerster zu ihrem Buch “Oda ist weg”.

Wie bist du auf die Idee zu «Oda ist weg» gekommen? Was hat dich inspiriert?

Andrea Gerster: “Die Hauptfigur Konrad in «Oda ist weg» ist seines Aussehens und seiner Herkunft wegen geradezu prädestiniert gemobbt zu werden. Wird er aber nicht. Hat er einfach Glück? Oder liegt es an ihm? Die Antwort darauf habe ich in eine Story verpackt, die dramatisch, witzig, aber auch berührend ist. Inspiration für meine Kinder- und Jugendgeschichten bietet mir mein Leben in einer grossen Familie und meine Freude an Kindern, jungen und alten Menschen sowie an Tieren.”

Viele Jugendliche lassen sich heute kaum mehr zum Lesen motivieren: Wie willst du bei ihnen die Leselust wecken?

“Ich erinnere mich beim Schreiben an mein eigenes Lesen als Kind und Jugendliche. Geschichten, die lebensnah und spannend waren und eine Sache aus einer etwas anderen Perspektive beleuchteten, haben mich immer fasziniert. Aber eigentlich ergeht es mir auch heute als Erwachsene noch so: Bücher, die eine etwas andere Sicht auf ein Geschehen zulassen, empfinde ich meistens als gut.”

Es ist nicht einfach, für Jugendliche zu schreiben bzw. sie authentisch zu schildern: Wie ist dir das gelungen? Was hast du da für Tricks?

“Ich erzähle so, wie ich auch mit Jugendlichen rede: Möglichst direkt, auf Augenhöhe und immer gern mit Witz und Humor. Dazu vermeide ich es, mich mit Jugendslang anbiedern zu wollen.”

Du hast deine Geschichte bereits bei Schullesungen getestet: Welche Reaktionen hast du bekommen? Wie haben sie auf die Protagonisten der Geschichte reagiert?

“«Oda ist weg» ist sehr gut angekommen. Es wurde oft und an den richtigen Stellen gelacht. Ich vermute, die Jugendlichen konnten sich gut mit dem Protagonisten, in diesem Fall einem typischen Antihelden, identifizieren. Ein bisschen Konrad steckt wohl in uns allen. Natürlich wurde danach gefragt, wie die Geschichte denn nun ausgehe oder wo Oda eigentlich stecke. Ausserdem wollten die Jugendlich wissen, wo sie das Buch kaufen können.”

Leseprobe und weitere Informationen zu “Oda ist weg”

Oda ist weg

Vernissage in der Kantonsbibliothek Frauenfeld: Bühne frei für Edition 2!

Mit einer Vernissage in Frauenfeld lancierte der da bux Verlag die Edition 2. Moderatorin Evelyn Schertler Kaufmann, Präsidentin des Thurgauer Rezensionsmagazins “jugendliteratur_aktuell”, stellte die Autorinnen und Autoren und ihre Werke vor und entlockte in Interviews spannende Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte der vier neuen da bux-Bücher.

Alice Gabathuler, Franco Supino, Tom Zai und zuletzt Andrea Gerster, für die die Vernissage in der Thurgauer Kantonshauptstadt ein Heimspiel war, lasen kurze Ausschnitte aus ihren Geschichten vor. “Vier ganz verschiedene Bücher, jedes mit einer ganz eigenen Erzählsprache”, sagte Evelyn Schertler am Schluss der Veranstaltung, “Es lohnt sich, in alle einen Blick hineinzuwerfen.”

Am 20. September findet die zweite Vernissage statt: da bux ist zu Gast in der Bibliomedia Solothurn – dieses Mal ein Heimspiel für Franco Supino.

Die Edition 2 ist da …

Flucht, Aussenseiter, Macht und Ohnmacht, Mut zum Risiko … Lange haben wir auf diesen Augenblick hingearbeitet: Die ersten Exemplare der Edition 2 sind da!

Die vier Bücher der Edition 2 können ab sofort vorbestellt werden und werden ab September ausgeliefert. Die Bücher behandeln vier ganz besondere Themen:

Oda ist weg von Andrea Gerster: Von liebenswert schrägen Aussenseitern und dem Wachsen von Freundschaften – mit viel Witz und Charme erzählt.

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Voll Risiko von Alice Gabathuler, ein Buch mit drei Geschichten über Mut und Übermut, Risikobereitschaft und Leichtsinn – in einfachster Sprache packend erzählt.

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Hau ab, Bruderherz! von Franco Supino,  ein subtiles Buch über Flucht, Familie, Diktatur und Freundschaft – unerwartet inszeniert.

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Der Knast von Tom Zai , ein Buch über Macht und Ohnmacht, das unter die Haut geht. Angelehnt an das bekannte Standford Prison Experiment.

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Zu den Hintergrundinfos und Leseproben

 

 

“Selten beim Lesen so sehr aus tiefstem Herzen gelacht”

Interview von Stephan Sigg mit Alice Gabathuler, die drei der da bux Bücher der Edition 2 lektoriert

Du steckst mitten im Lektorat der neuen Texte. Wie ist die momentane Befindlichkeit: genervt, beeindruckt oder erschöpft?

Alice Gabathuler: “Glücklich und motiviert, weil wir für 2017 wieder tolle Geschichten haben. Dankbar für die extrem gute Zusammenarbeit mit den AutorInnen und meinen beiden Mitverlegern. Zuversichtlich für unseren Verlag. Voller Optimismus, Schwung und Energie für die nächsten anfallenden Arbeiten.”

Worauf achtest du beim Lektorieren der da bux-Texte besonders?

“Ganz wichtig: Ich begegne den Texten mit sehr viel Respekt, weil ich weiss, wie viel Arbeit hinter ihnen steckt. Auch oder vielleicht gerade bei den da bux Geschichten, die ja einfach zu lesen sind, denn aus eigener Erfahrung weiss ich: einfach zu schreiben ist etwas vom Schwierigsten. Worauf ich achte: Logik, allfällige Plotlöcher, Schlüssigkeit und Stimmigkeit der Figuren und der Geschichte, der Zielgruppe angepasste Erzählsprache, Sprachrhythmus. Ganz wichtig ist es dabei, jeder Erzählsprache ihren Charakter zu lassen.”

Mit welchen Tricks, mit welcher Strategie entdeckst du die Schwachstellen eines Textes?

“Den lektorierten Text eine Weile ruhen/liegen lassen und dann noch einmal durchgehen. Der allerbeste Trick ist lautes Vorlesen des Textes, nachdem ich meine Anmerkungen gemacht habe. Da zeigt sich dann, was ich übersehen habe.”

Zwischen AutorInnen und LektorInnen kommt es nicht selten zu Konflikten: Wollen deine AutorInnen immer noch mit dir Kaffee trinken gehen, nachdem sie den von dir lektorierten Text zurückbekommen haben?

“Das hoffe ich sehr, aber da musst du die AutorInnen fragen. Ich finde, gute Textarbeit ist ein Miteinander. Sowohl AutorIn als auch Lektorin möchten das Beste für den Text. Meine Anmerkungen sind nie Befehle, sondern Fragen oder Vorschläge. Am Ende muss der Text für alle stimmen.”

Wer hat das letzte Wort – die Autorin oder die Lektorin?

“Beide gemeinsam. Manchmal geht eine Textstelle mehrmals hin und her, bis beide zufrieden sind. Ganz wichtig: Es sind die Texte der AutorInnen, von denen jeder und jede eine einzigartige Erzählsprache hat. Die muss unbedingt erhalten bleiben. Manchmal würde ich als Autorin einen anderen Ausdruck verwenden, aber der Ausdruck muss nicht zu mir, sondern in den vorliegenden Text passen. Mir ist der Dialog wichtig. Natürlich ist das zeitaufwendiger als einfach Anmerkungen in einen Text zu schreiben, aber mir gefällt diese intensive Art der Auseinandersetzung mit einem Text.

Inwiefern haben sich die da bux-Texte der Edition 2 durch dein Lektorat verändert? Kannst du uns ein Beispiel nennen.

“Einige Plotlöcher oder kleine Ungereimtheiten sind verschwunden. Das war vor allem bei Franco Supino sehr wichtig, der sich an eine Riesenherausforderung gemacht hat, indem er ein Land erschaffen hat, in der alles stimmig sein musste, etwas vom Schwierigsten, das man als Autor tun kann. Ich habe grossen Respekt davor – selber hätte ich das nämlich nicht gekonnt. Die Texte sind noch kondensierter und damit präziser geworden, weil Lektoren sie mit anderen Augen sehen und auch weniger Hemmungen beim Kürzen haben. Das gibt ihnen noch mehr Intensität – was bei Tom Zais Geschichte zu einem wahren Höllenritt geführt hat (das es vorher schon, jetzt noch mehr).

Zu Andrea Gersters Geschichte möchte ich gerne etwas sagen, dass nicht direkt mit deiner Frage zu tun hat, das ich jedoch unbedingt loswerden möchte: Ich habe selten beim Vorlesen eines Textes so sehr aus tiefstem Herzen gelacht. Der Humor in Andreas Geschichte ist einfach wunderbar, ihre Figuren sind so wahnsinnig lebensecht und liebenswürdig.

Ist das Lektorieren auch eine Schreibschule für dich als Autorin?

“In gewisser Weise ja. Jede intensive Auseinandersetzung mit einem Text ist ein Lernen über das Schreiben. Ich kann daran wachsen und das gefällt mir.”

Wie hat sich dein Blick auf deine Lektorinnen verändert? Was ist dir bewusst geworden?

“Ich empfand mich als extrem viel strenger als es meine Verlagslektorinnen je mit mir waren. So sehr, dass ich mich gefragt habe, ob ich nicht zu hart und zu kritisch lektoriere. Andererseits ist es ja genau das, was ich mir wünschen würde: eine intensive Auseinandersetzung mit dem Text.

Zum Glück habe ich seit Kurzem einen neuen Lektor. Es ist Verlagskollege Tom Zai. Er hat meine drei Geschichten für das Buch „Voll Risiko“ genauso hart, erbarmungslos und im Dienst des Textes lektoriert wie ich das tue. Es ist, als lege man seinen Text auf einen Seziertisch, nehme ihn auseinander, gucke sich alles gründlich an, um dann aus etwas Gutem etwas sehr Gutes zu machen. Und das in gegenseitigem Respekt und vor allem in einem intensiven Austausch. Wenn du abschliessend die Kaffetrinkfrage in Bezug auf Tom Zai stellen würdest: Ja, ich ginge jederzeit und immer wieder gerne mit ihm einen Kaffee trinken.”

 

Die Bücher der da bux Edition 2

 

Workshop für Bibliothekarinnen aus Tschechien

Wie steht es eigentlich um die Leseförderung in … Tschechien? Eine besondere Premiere für das da bux-Team: Im Rahmen des Kulturaustausches “Kanton St.Gallen – Liberec / Tschechien” hat der Kanton St. Gallen Anfang Mai Alice Gabathuler, Stephan Sigg und Tom Zai eingeladen, den Bibliothekarinnen aus Tschechien das Konzept von da bux und die Bücher der Edition 1 vorzustellen. Das Verlagsteam erfuhr bei diesem besonderen Workshop  einiges über die Leseförderung in Tschechien.

“So etwas fehlt bei uns!”

Gespannt lauschen die Bibliothekarinnen den Ausführungen des da bux-Teams. Alice, Stephan und Tom können sich bei diesem Workshop jeweils nach ein paar Sätzen eine Pause gönnen – ein Dolmetscher übersetzt auf Tschechisch und zurück. “Uns ist es wichtig, dass wir uns austauschen können”, sagt Alice zu den Zuhörerinnen. Und dieser Austausch nimmt trotz Sprachbarriere schnell Fahrt auf. “Ein solches Projekt gibt es bei uns nicht”, so die Bibliothekarinnen, “dabei machen auch wir die Erfahrung, dass Jugendliche immer weniger lesen und sich mit Lesen schwer tun.” Besonders im Trend seien bei Tschechischen Jugendlichen momentan Fantasy-Bücher und “Gregs Tagebuch”. Doch als sie von den Themen der Edition 1 von da bux erfahren, nicken sie sofort zustimmend: Fitnesssucht, jugendliche Raser, Mobbing und Rollenbilder – alles Themen, die auch den Jugendlichen in ihrer Heimatstadt Liberec auf den Nägeln brennen.

“Eure Geschichten müsste man übersetzen!”, wirft eine Bibliothekarin lachend ein. Dieser Wunsch wird gleich erfüllt: Stephan Sigg und Tom Zai lesen Ausschnitte aus ihren Büchern vor – und werden dabei live vom Dolmetscher übersetzt. Und schon ist der Workshop zu Ende. “Na shledanou!”, verabschieden sich die Bibliothekarinnen und versprechen, über Facebook mit da bux in Kontakt zu bleiben.

Premiere an der Oberstufe Buchs SG: da bux-Lesevormittag

Lesung

Am letzten Mittwoch feierte das da bux-Trio Alice Gabathuler, Stephan Sigg und Tom Zai eine Premiere – und das am Verlagssitz in Buchs SG: Die Oberstufe Buchs SG lud die drei Verlagsgründer ein, um für alle Schülerinnen und Schüler Lesungen aus ihren Büchern zu halten. Tom Zai brachte natürlich DER FLUCH DER WANZE mit. Wie hat er den Vormittag erlebt?

Tom, du hast an der Oberstufe Buchs SG zwei Lesungen aus deinem Buch DER FLUCH DER WANZE gehalten. Wie war es?

Tom Zai: Für mich eine vollkommen neue Erfahrung, obwohl ich ja täglich als Lehrer arbeite. 90 Minuten eine Gruppe unbekannter Schülerinnen und Schüler bei der Stange zu halten, ist echt harte Arbeit. Ich habe jede Minute genossen.

 

Die Bücher von da bux sind ja sehr kompakt, da kann man während der Lesung ja gleich das ganze Buch vorlesen ….

Tom Zai: Ich habe gar nicht so viel vorgelesen – obwohl es «Lesung» heisst. Das Thema von DER FLUCH DER WANZE sind Rollenbilder, also Stereotypen, (der Streber, die Tussi, der Klassenclown, die Sportkanone, die Gangstarapper, usw.) Deswegen habe ich mit den Jugendlichen intensiv daran gearbeitet. Dabei habe ich z.B. einige Witze erzählt. Witze sind voll von Stereotypen. Ganz am Schluss gab’s noch den Voodoo-Rap.

 

Wie haben die Schülerinnen und Schüler in Buchs auf die WANZE reagiert? Welche Fragen sind aufgetaucht?

Tom Zai: Eine der wichtigsten Fragen war: Darf man das? Im Zusammenhang mit Witzen und auch dem Voodoo-Rap muss ich mir diese Frage ganz ernsthaft selber stellen. Konkret: Darf man Witze und Sprüche über Schwarze machen, über Behinderte, über Lehrer, über … ? Meine Antwort ist: ja, aber.  Ja: Weil, wenn man über alle Witze machen darf nur nicht über eine bestimmte Gruppe von Menschen, nennt man das Diskriminierung.  Aber: Es kommt auf den Zusammenhang an, in den man einen Spruch oder einen Witz stellt. Ein Beispiel: In unserer Fasnachtszeitung (Walenstadt) ist der Busfahrer, der aus Afrika stammt, abgebildet mit dem Titel «unser Schwarzfahrer». Das kann man natürlich daneben, oder sogar rassistisch, finden. In derselben Fasnachtszeitung steht eine Sammlung von Sätzen: Du bist von Walenstadt, wenn … Einer davon lautet: … du in der Fasnachtszeitung stehst. In diesem Zusammenhang wird klar: Wir betrachten den Busfahrer als einen der Unseren und dann ist der Witz nicht ausgrenzend sondern das positive Gegenteil davon.

 

Deine Geschichte eignet sich ja ganz gut für Lesungen: Es kommen verschiedene Personen / Stimmen vor, die Geschichte hat Tempo und viele lustige Episoden – bereitest du dich auf Schullesungen speziell vor oder machst du das ganz spontan, jen nachdem wie die Klasse …

Tom Zai: Ich habe ein klares Programm, das in Blöcke eingeteilt ist. Je nachdem wie die Klasse sich auf einen Dialog mit mir einlässt, baue ich einzelne Teile aus, straffe sie oder lasse sie ganz weg.

 

Du hast schon viele Lesungen für Erwachsene gemacht – sind Lesungen für Jugendliche etwas ganz Anderes?

Tom Zai: Der Unterhaltungsanteil bei Lesungen für Erwachsene ist vielleicht etwas höher. Ein ganz wichtiger Unterschied ist aber: die Schülerinnen und Schüler sind als Klasse täglich, vielleicht seit Jahren, zusammen und kennen sich in- und auswendig. Die Gruppendynamik ist hier ein enorm wichtiger Faktor. Erwachsene sind eine eher zufällig gemischte Gruppe von Interessierten, die freiwillig an eine Veranstaltung kommen. Okay, das stimmt nicht ganz: an Lesungen für Erwachsene nehmen zu 90% Frauen über 50 teil, die in mindestens einem Chor singen und einen Hang zu violettem Filzschmuck oder grossen Foulards haben. Die anderen 10% sind Frauen unter 35, die vergebens darauf hoffen, an der Veranstaltung einen intellektuell ebenbürtigen Mann zu treffen. Der Rest sind Quotenmänner oder werden von ihren Frauen zur Teilnahme gezwungen. So viel zum Thema (festgefahrene) Rollenbilder (und mathematischen Eskapaden), sowohl hier, wie auch in DER FLUCH DER WANZE, in leicht überzeichneter Form.

Alle Infos zu DER FLUCH DER WANZE

 

Auch Alice Gabathuler und Stephan Sigg haben den Vormittag genossen (siehe Foto von der gemeinsamen Pause im Lehrerzimmer). Alle drei sind sich einig: Lesevormittage zu dritt sind etwas ganz Besonderes – hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung!

 

Verlosung: Lesung mit Katja Alves gewinnen

Sie möchten Katja Alves in Ihrem Schulzimmer, Ihrer Aula, Ihrer Bibliothek erleben?

Wir verlosen eine Schul-Lesung für Jugendliche (für 1 oder 2 Schulklassen der 1. oder 2. Oberstufe). Mitmachen können alle Schulen und Bibliotheken in der ganzen Schweiz.

Das Verlagsteam zieht unter allen Einsendungen die Gewinnerin, den Gewinner (Die Lesung sollte zwischen 1. Oktober und 10. Dezember 2018 stattfinden, der Lesetermin wird nach Absprache zwischen Gewinner und Autorin festgelegt).

Erwischt

Katja Alves ist schon gespannt, wo sie aus “Erwischt!” lesen wird: In der Ost-, Zentral- oder Nordschweiz, in der Stadt oder auf dem Land … vielleicht bei Ihnen?

Teilnehmen: E-Mail mit Betreff “Verlosung” an contact@dabux.ch (Infos zur Schule und Kontaktdaten nicht vergessen)

Einsendeschluss: 21. September 18 – der Rechtsweg ist ausgeschlossen – die Daten werden nicht weiterverwendet.

 

Informationen und Leseprobe zu “Erwischt”