«Viele 14-Jährige sind planlos»

Katja Alves

In deiner Geschichte geht es um eine Jugendliche, die klaut. Wie kamst du auf diese Idee?

Katja Alves:  “Die Frage nach der Idee ist immer die fieseste. Aber die Idee ist naheliegend. Ich glaube, die meisten Menschen verfügen zumindest über ein bisschen kriminelle Energie und führen im Kopf ab und zu das eine oder andere kleine oder grosse Vergehen aus. Esme fühlt sich schlecht behandelt und verspürt das Bedürfnis, es ihren Widersachern irgendwie heimzahlen. Auch das kommt vor. Man will keineswegs, dass der anderen Person ein echter Schaden zugefügt wird, sondern man möchte ihr einfach ein bisschen eins auswischen. Esme legt dafür eine „Trophäen-Box“ an.“

Diese Box füllt sich im Laufe der Geschichte immer mehr …

„Ich selber hatte auch so eine Trophäen-box, als ich so alt war wie Esme. Ich sage jetzt aber nicht, was ich darin gebunkert hatte. Nein, wenn ich mich recht erinnere, waren es bei mir eher kleine Sachen wie Glücksbringer, Postkarten, Autogramme und halt solche Geschichten. Aber Erwischt! ist eigentlich auch keine Geschichte über eine Diebin oder über Jugendkriminalität, sondern es geht darin vielmehr um eine ziemlich normale Oberstufenschülerin und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert wird.“

Die erste Liebe, das Ablösen von zuhause, die Berufswahl …?

„Richtig! Und vor allem auch um die Berufswahl! Mit vierzehn haben doch die wenigsten Jugendlichen einen Plan, was aus ihnen werden soll. Welche Ausbildung, welcher Beruf der richtige sein könnte. Und trotzdem ist der Druck da, sich bald entscheiden zu müssen. Dazu kommt, dass viele Eltern hohe Erwartungen an ihre Kinder stellen. Es wird unermüdlich nach Talenten und besonderen Begabungen geforscht, damit kann das Unbehagen, das Gefühl nicht zu genügen, noch zusätzlich verstärkt werden.”

Esme, deine Protagonistin, ist eine ganz normale 14-Jährige …

„… und jemand, der eigentlich nicht im Rampenlicht steht –  und gerade deshalb habe ich sie zur Protagonistin gemacht! Ich wollte den Fokus auf eine ganz normale Jugendliche richten. Denn es ist doch völlig okay, durchschnittlich zu sein. Und jeder sollte darauf vertrauen, dass er seinen Weg finden wird. Dafür braucht es weder einen Sieg bei einer Castingshow noch ein Superzeugnis … Esme ist einzigartig. Aber eben auf ihre ganz spezielle Art. So wie es ganz viele Jugendliche sind.”

Esme hat portugiesische Wurzeln wie du, auch du hattest eine „Trophäenbox“ – wie viel von dir steckt in Esme? Wie ähnlich seid ihr euch?

„Ja, Esme ist Portugiesin. Aber abgesehen von den beiden genannten Beispielen gibt es, glaube ich, nicht mehr viele weitere Gemeinsamkeiten (lacht). Es war für mich naheliegend, dass Esmes Eltern aus Portugal kommen. Warum? Weil es in der Schweiz ganz einfach sehr viele Menschen gibt, die aus Portugal zugewandert sind. Deshalb gibt es auch in sehr vielen Klassen Kinder mit portugiesischen Eltern, und aus diesem Grund ist es wiederum ganz natürlich, dass Esme Portugiesin ist. Gut, ihre Eltern könnten auch aus Griechenland, dem Balkan oder der Türkei stammen. Aber da spielt wohl wiederum meine Herkunft eine Rolle. Esmes Welt mit ihrer portugiesischen Familie ist mir vertraut.“

Kommt diese Realität in der Schweizer Jugendliteratur zu wenig vor?

„Das kann ich nicht beurteilen, ich habe das noch nie überprüft und kenne auch nicht die gesamte Schweizer Jugendliteratur. Sicher ist jedoch, wenn man Jugendliche mit Büchern begeistern möchte, sollte man ihre Lebensrealität aufzeigen. Und dazu gehört auch die Erfahrung, in einer multikulturellen Gesellschaft aufzuwachsen.”

Du schilderst in „Erwischt!“ den Alltag der YouTube-Generation total realistisch. Wie ist es dir gelungen, diesen Ton zu treffen?

(Lacht): „Danke für das Kompliment. Gut, es war mir wichtig, die Gefühle, Gedanken und Fragen, die 14-Jährige beschäftigen, möglichst echt rüberzubringen. Bei jeder Geschichte, die ich schreibe, versuche ich, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Dazu gehört auch, dass ich mich intensiv mit deren Lebenswelt beschäftige. Das fällt mir nicht schwer. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch. Außerdem war es spannend mir auf YouTube Influencer-Filmchen anzusehen. Sehr faszinierend. Aber was die Sprache betrifft, verzichte ich auf eine aufgesetzte Jugendsprache. Erstens weil mir das nicht entspricht, zweitens weil sich diese Sprache auch ständig verändert. Ausdrücke, die man jetzt vielleicht auf den Pausenplätzen hört, benutzt in einem halben Jahr schon kein Jugendlicher mehr.

Jugendliche lesen immer weniger, heisst es heute oft. Belastet dich das als Autorin?

„Ich sehe das jetzt nicht so pessimistisch. Zumindest lesen die Jugendlichen unermüdlich instagram captions, das ist doch auch schon mal was!“

Aber da stehen die Fotos im Fokus, die Texte sind sehr kurz …

„Trotzdem glaube ich, dass es immer ein Bedürfnis nach guten Geschichten geben wird. Es werden immer noch grandiose Jugendbücher veröffentlicht, die junge Menschen zum Lesen bringen. Aber sicher stehen wir Erwachsene heute noch mehr in der Verantwortung, Jugendlichen lustvoll Zugänge zum Lesen und Schreiben zu eröffnen. Aus meiner Sicht sind gerade Begegnungen mit Autorinnen und Autoren dazu eine gute Chance. Ich gebe auch verschiedentlich Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche. Im Unterschied zu einer Schullesung besteht hier noch mehr die Möglichkeit auf die Schülerinnen und Schüler individuell einzugehen. Hingegen halte ich es für wenig sinnvoll, Texte für Kinder und Jugendliche immer mehr zu vereinfachen. Wichtig scheint mir, dass man den Jugendlichen etwas zutraut und sie fordert. Bücher sollen uns auch ein Stück weit herausfordern. Deshalb gefällt mir auch der Ansatz von da bux: Die Bücher richten sich an leseschwache Jugendliche, aber sprachlich und inhaltlich sind sie keineswegs banal.“

Weitere Informationen und Leseprobe von “Erwischt!”

Erwischt

«Das Blinden-Fussballspiel hat mich beeindruckt»

Im Interview erzählt Karin Bachmann, warum sie “Monster im Dunkeln”  geschrieben hat, was sie über Zahnbürsten gelernt hat und warum ihr Beruf als Optikerin ihr neues Jugendbuch beeinflusst hat.

Karin, in deiner Geschichte geht es um einen blinden Jugendlichen. Hat dich dein Beruf als Augenoptikerin dazu inspiriert?

Karin Bachmann: „In meinem Brotberuf habe ich täglich mit Menschen zu tun, die nicht so gut oder sogar sehr schlecht sehen. Deshalb bin ich sicher besonders sensibilisiert für den Sehsinn. Aber mein Zugang zu dieser Geschichte war ein anderer: Ich wollte einen Krimi für Jugendliche schreiben. Schon lange faszinieren mich die beiden Thriller „Das Fenster zum Hof“ und „Warte, bis es dunkel wird“, zwei Filmklassiker aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Meine Geschichte kann man als ein Remake von „Warte, bis es dunkel wird“ verstehen: Wie im Film hat auch mein Protagonist Arjen durch einen Unfall das Augenlicht verloren. Ausgangspunkt meiner Geschichte ist ein Überfall. Schon für sehende Menschen ist das Schlimme an einem Überfall, dass so etwas meistens völlig unerwartet geschieht – man sieht es nicht kommen. Wie fühlt sich so etwas erst für Blinde an? Diese Frage hat mich angetrieben.“

Wie leicht fiel es dir, dich in die Perspektiven eines Blinden hineinzuversetzen?

Karin Bachmann: „Ich habe erst beim Schreiben so richtig realisiert, wie schwierig es ist, eine solche Perspektive konsequent einzunehmen. Zum Glück konnte ich auf die Unterstützung von Betroffenen zählen. Die haben mir sehr geholfen und waren auch als Testleser im Einsatz. So konnte ich immer tiefer in ihren Alltag eintauchen und hatte dann auch Gewissheit, dass meine Geschichte realistisch ist und sich auch Betroffene darin wiederfinden. So viele für uns Sehende selbstverständliche Dinge  sind im Alltag von Menschen mit einer Sehbehinderung oder von Blinden anders. Die Leser merken das sicher schon beim Anfang meines Krimis. Jeder Schreibratgeber rät Autorinnen und Autoren, auf keinen Fall eine Geschichte mit der Schilderung eines normalen Tagesablaufs zu beginnen, da dies für die Leser zu wenig packend oder überraschend sei. „Monster im Dunkeln“ fängt ganz unspektakulär am Morgen mit dem Aufstehen an. Doch der Leser bekommt einen Einblick in den Alltag eines Nichtsehenden und realisiert, welches die Unterschiede sind,  und mit welchen Herausforderungen Blinde konfrontiert werden. Das fängt schon beim Zähneputzen an. Welches ist meine Zahnbürste? Wieviel Zahnpasta habe ich darauf?”

Wie hast du recherchiert?

Karin Bachmann: „Ich habe mit Betroffenen gesprochen und auch die Sehbehindertenhilfe in Basel kontaktiert. Und ich habe mich auch intensiv mit Torball beschäftigt; „Fussball“ für Sehbehinderte und Blinde. Ich habe als Zuschauerin an einem Torball-Jugendturnier teilgenommen. Eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich hätte nie gedacht, dass es dort so hart zugeht. Es war total beeindruckend, wie schnell und flink die Spieler sich bewegten, obwohl sie alle nicht sehen konnten. Und alle waren mit Feuereifer bei der Sache. So wie sehende Jugendliche beim Fussball … Vielleicht kann ich einen kleinen Beitrag leisten, dass die Sportart auch bei Sehenden etwas bekannter wird. Denn wie ich gemerkt habe, können sich nur wenige darunter etwas vorstellen.“

Was wünschst du dir für dein Buch?

Karin Bachmann: „Mit „Monster im Dunkeln“ möchte ich jungen Menschen zeigen, wie gross die Selbstständigkeit von Sehbehinderten und Blinden allen Herausforderungen zum Trotz ist, und wie sie ihren Alltag bewältigen. Sehende Jugendliche können sich darunter meistens kaum etwas vorstellen. Ich hoffe, dass viele Schulklassen das Buch im Unterricht lesen und dadurch einen Einblick in den Alltag von sehbehinderten und blinden Menschen erhalten. Es wäre schön, wenn ich auch das eine oder andere Vorurteil abbauen kann. Arjen, der Protagonist, ist eine positive Person, er lässt sich trotz seiner Behinderung nicht unterkriegen. Vielleicht kann ich damit auch Betroffene motivieren. Deshalb wäre es auch mein Ziel, dass das Buch auch noch in Brailleschrift oder als Hörbuch erscheint. Mein Verlag und ich klären gerade ab, ob das möglich ist.“

Deine Geschichte soll besonders auch Jugendliche ansprechen, die nicht gut oder nicht gerne lesen. War das für dich beim Schreiben eine Herausforderung?

Karin Bachmann: „Die erste Version habe ich geschrieben wie immer und mir noch keine grossen Gedanken gemacht, ob es zu anspruchsvoll ist. Das geschah erst beim zweiten Durchgang, da habe ich dann viele Relativ-Sätze rausgestrichen. Zum Glück konnte ich auf das da bux-Team und besonders meine Lektorin Alice Gabathuler zählen, die mich kompetent beraten hat. Ich glaube, ich habe noch bei keinem Projekt zuvor so viel gelernt.“

Weitere Informationen und Leseprobe “Monster im Dunkeln”

Monster im Dunkeln

 

 

Vier Jugendbücher mitten aus dem Alltag der Jugendlichen – die Edition 3 erscheint!

“Erwischt!”, “Biohacker”, “Monster im Dunkeln” und “Noch 21 Tage” – im September erscheint die Edition 3 mit vier packenden Jugendbüchern: aktuell, frisch und vor allem ganz nah dran am  Alltag von Jugendlichen in der Schweiz.

Katja Alves, Karin Bachmann, Severin Schwendener und Stephan Sigg – alle vier sind keine unbekannten Namen in der Buchbranche. Sie sind die Autorinnen und Autoren der Edition 3 und ihre Bücher sind mehr als nur einen Blick Wert:

“Erwischt!” von Katja Alves

Esme nervt sich. Über Magalie, die nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Über die arrogante Neue, die nur ihren Influencer-Quatsch im Kopf hat. Über Fabio, der Esme kaum mehr beachtet. Esme rächt sich. Doch dann droht plötzlich alles aufzufliegen.

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“Monster im Dunkeln” von Karin Bachmann

Ein brutaler Psycho ist hinter Arjen her. Seine Eltern sind nicht da. Zur Polizei traut er sich nicht. Im Dunkeln lauert die Angst. Denn Arjen ist blind.

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“Biohacker” von Severin Schwendener

Bobo will hacken. Keine Computer, sondern Lebewesen. Dafür setzt er sogar seine wichtigste Freundschaft aufs Spiel. Aber er geht zu weit.

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“Noch 21 Tage” von Stephan Sigg

Billige Klamotten statt coole Labels. Kein Geld für gar nichts. Und in 21 Tagen fliegt Leons Familie aus der Wohnung. Aber das darf niemand wissen. Nicht einmal Leons Freundin.

Weitere Informationen und Leseprobe

Alle Bücher können ab sofort vorbestellt werden – einzeln oder ganz praktisch als 4er-Set!

Jugendliche wählen “Hau ab, Bruderherz” auf die Shortlist von Bookstar 2018

Gross ist die Freude bei da bux und Autor Franco Supino: Das Buch “Hau ab, Bruderherz” steht auf der Shortlist von Bookstar 2018. Das Besondere an diesem Wettbewerb: Die 20 Bücher wurden ausgewählt von einer Jugendjury aus den Schulen Hirschengraben Zürich, Rebhügel Zürich, Rorbas-Freienstein, Walenbach-Wetzikon, Wetzikon-Seegräben. Und es sind Jugendliche aus der ganzen Deutschschweiz, die ihren persönlichen Favoriten küren. Anstatt Jugendliteratur von einer erwachsenen Fachjury bewerten zu lassen, macht sich der Bookstar für die Meinung der Jugendlichen selbst stark und ist damit einzigartig im deutschsprachigen Raum.

International bekannte Autoren

Neben Franco Supino sind auf der Liste einige international bekannte Jugendbuchautorinnen und -autoren zu finden, viele der Bücher sind bei namhaften Verlagen erschienen. Gerade deshalb ist es für den jungen da bux Verlag eine besondere Ehre und Auszeichnung, auf dieser Liste präsent zu sein.

Das Online-Voting startet am 1. Mai 2018 und läuft bis 30. September 2018. Voten können alle Jugendlichen ab 12 Jahren.

Mehr zu Bookstar und den Nominierten

Wir drücken Franco Supino die Daumen!

Informationen und Leseprobe “Hau ab, Bruderherz”

“Alle wollten wissen, wie ein Buch entsteht” – Interview mit Alice Gabathuler zu ihrer Lesung im Lukashaus Grabs

Alice Gabathuler las im Lukashaus Grabs – Wohnen und Arbeiten für Menschen mit  Behinderung (Interview mit Alice Gabathuler)

Warum war die Lesung im Lukashaus eine besondere Premiere?

Alice Gabathuler: “Das Lukashaus in Grabs bietet Menschen mit Behinderung oder Unterstützungsbedarf adäquate Wohn- und Arbeitsformen. Damit durfte ich heute zum ersten Mal bei jenen Menschen lesen, für die ich das Buch geschrieben habe: bei zum Teil sehr leseschwachen LeserInnen. Eingeladen hat mich Hans Kobelt, der mit einer Gruppe zwei der drei Geschichten aus dem Buch „Voll Risiko“ gelesen hat und begeistert darüber war, sie sehr die Texte die Lesenden gepackt haben. Da freut man sich natürlich gleich doppelt!”

Was ist anders als bei einer Lesung an einer Oberstufenschule, was ist gleich?

“Die Teilnehmenden an der Lesung waren älter, also keine Oberstufenschüler mehr, sondern mehrheitlich junge Erwachsene. Mich als leidenschaftliche Hobbygärtnerin hat natürlich der Lesungsort sehr beeindruckt: Die Lesung fand in einem Glashaus statt, das Teil der hauseigenen Gärtnerei ist, an einem riesigen Tisch, dem man ansieht, dass dort gearbeitet wird. An diesem Tisch sassen rund 12 Personen, also etwas weniger als üblicherweise bei den Lesungen.”

Wie kam die Lesung an? Habt ihr über die Texte gesprochen?

“Wir stiegen mit einer Raterunde in die Lesung ein: Ich habe Stichworte und Zahlen auf den Tisch gelegt, die etwas mit mir zu tun haben; die Teilnehmenden haben sehr schnell herausgefunden, was sie bedeuten, und vor allem waren wir schon nach wenigen Minuten in einem Austausch. Weil sich alle sehr dafür interessiert haben, wie ein Buch entsteht, haben wir uns das genau angeschaut: Wir haben durch mein Notizbuch geblättert, über meinen kleinen Schreiblaptop gelacht, lektorierte Seiten unter die Lupe genommen, über fehlende oder zu viele Zeilen bei den Druckfahnen diskutiert, Coverentwürfe begutachtet (und unsere Meinung dazu abgegeben) und Klappentexte unter die Lupe genommen. Natürlich tauchten dabei auch Fragen zum Inhalt auf, was uns zu Computerspielen und Lügen brachte. Dazu haben die Teilnehmenden Fragen gestellt und über eigene Erlebnisse berichtet. Und natürlich haben alle ihre Namen in mein Notizbuch geschrieben, denn wenn ich Bücher schreibe, leihe ich mir Namen von TeilnehmerInnen meiner Lesungen aus. Dass dabei Wünsche geäussert wurden, versteht sich von selbst: Einer wäre gerne ein Bankräuber auf der Flucht, eine andere wünscht sich für sich eine Liebesgeschichte.”

Was hast du von den Teilnehmenden dort gelernt? Worauf haben sie dich aufmerksam gemacht? Was ist dir bewusst geworden?

“„Voll Risiko“ heisst nicht nur das Buch, es war auch ein Risiko, es zu machen. Würden wir als Verlag damit die Menschen erreichen, die wir erreichen möchten? Ich war mir beim Schreiben von „Voll Risiko“ nie ganz sicher, ob die Geschichten wirklich funktionieren. Natürlich haben wir Rückmeldungen eingeholt, aber in diesem speziellen Bereich fallen sie sehr unterschiedlich aus. Zu erleben, dass die Geschichten ankommen, ist für mich eine Bestätigung, dass sich das Risiko für dieses Buch gelohnt hat, eine riesige Freude und ein Ansporn für weitere Geschichten. Mir ist auch einmal mehr bewusst geworden, wie wichtig Geschichten sind, vor allem Geschichten, die den Weg in die Herzen der LeserInnen und ZuhörerInnen finden. Und dann noch ein handwerklicher Punkt: Hans Kobelt hat mir bestätigt, wie wichtig der Flattersatz für einfach erzählte Geschichten ist – und damit auch, dass wir im dritten Programm, das im September 18 erscheint, genau richtig liegen.”

Warum sind deine Geschichten wichtig für die jungen Menschen im Lukashaus? Worauf sollen sie sie aufmerksam machen?

“Es gibt viel zu wenig sehr einfach geschriebene Geschichten für junge Menschen, denen das Lesen – aus unterschiedlichen Gründen – sehr schwer fällt. Dabei interessieren sie sich genau wie ihre Altersgenossen für Themen wie Liebe, Mut, Risiko, Loyalität, Grenzen, Grenzen überschreiten, Verantwortung übernehmen. Sie möchten sich in den Geschichten erkennen, sie möchten mitlachen, mitbangen und mitfiebern. Alle Menschen lieben Geschichten. Und deshalb finde ich es wichtig, dass auch alle Menschen Geschichten lesen können. Niemand soll an der Schwierigkeit eines Texts scheitern müssen, wir brauchen Texte für alle.”

Die Teilnehmenden haben sich mit der Geschichte “Betreten auf eigene Gefahr” kreativ auseinandergesetzt. Was sagst du als Autorin zu dieser Art “Annäherung” an einen Text?

“Hans Kobelt hat mir schon am Telefon erzählt, dass unsere Downloads zu „Voll Risiko“ für seine Gruppe zu schwierig sind (etwas, an dem wir als Verlag noch arbeiten müssen!). Deshalb ist er mit ihnen kreativ geworden und hat „Betreten verboten“ Schilder hergestellt (ein solches spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle). Das gab Zeit und Gelegenheit, bei der Arbeit über die Geschichte zu reden. Zudem können die Schilder im Garten eingesetzt werden! Ich habe eins geschenkt bekommen und habe mich total gefreut. Und weil auch hier, wie am Anfang dieses Vormittags, doppelte Freude noch viel besser ist: Brian hat mir eine wunderbare Collage auf Holz gemacht, auf der die beiden Hauptfiguren von „Betreten verboten“ zu sehen sind: Nino und Emma. Beides – Schild und Collage – werden bei mir zuhause einen Ehrenplatz erhalten.”

Josia Jourdan, der Jugend-Buchblogger, testet da bux

Diese Woche exklusiv und jugendlich frisch: alle da bux Bücher der Edition 2 im Bücherblog von Josia Jourdan.

Josia Jourdan, ein bekennender Bücherwurm, hat sich ganz der Literatur verschrieben (ohne sich dabei zu verschreiben).

Als frische, junge Stimme ist seine Meinung zu den Büchern von da bux für den Verlag – und für die jugendlichen Leserinnen und Leser – wichtig.

Zum Blog von Josia Jourdan

Ausgehend von seinen Sonntagsgedanken #20 bespricht Josia Jourdan von Montag bis Donnerstag Ende Januar 2018 vier Bücher, die im Vorjahr erschienen sind.

Am Samstag wird Bilanz gezogen. Das Fazit von Josia Jourdan fällt äusserst positiv aus, freut uns riesig und bestärkt uns, den eingeschlagenen Weg beharrlich und mit viel Herzblut fortzusetzen.

Der Verlag bedankt sich an dieser Stelle herzlich beim jungen Bücherwurm und seinem unabhängigen Buchblog.

Die Rezensionen

Montag

VOLL RISIKO

Dienstag

DER KNAST

Mittwoch

ODA IST WEG

Donnerstag

HAU AB, BRUDERHERZ

“Ich habe viel Emotionales und Schockierendes erlebt”

Interview mit Franco Supino über seine Recherchen zu „Hau ab, Bruderherz“ und seinen ganz persönlichen Bezug zu Migration.

Warum hast du “Hau ab, Bruderherz” geschrieben? Was war deine Motivation?

Franco Supino: „Ich habe bisher erst ein Buch für Jugendliche geschrieben- “Wasserstadt” ein 400 Seiten Roman, der eigentlich drei Geschichten in einer erzählt, ein Grossprojekt, an dem ich über 3 Jahre gearbeitet habe. Bei “Hau ab, Bruderherz” war der Anspruch ein ganz anderer, aber ein nicht weniger hoher: der Text sollte ein Easy Reader, also eine kurze, knackige, leicht lesbare Lektüre und doch literarisch erzählt sein. Das vorgegebene (für mich verminte) Thema “Flucht” sollte aktuell, anregend, clichefrei, authentisch und auf Augenhöhe Jugendlicher ab 12 Jahren umgesetzt werden. Ob ich es geschafft habe, meine Ansprüche zu erfüllen, werden die Reaktionen auf meinen Text zeigen.“

Das Thema Migration ist ständig in den Medien. Aber interessiert das auch Jugendliche? Worauf hast du geachtet, um das Thema auch für sie verständlich und alltagsnah zu machen?

„Ich habe mich nicht mit dem ganzen Themenkomplex Migration beschäftigt, sondern einen Moment fokussiert: den Aufbruch. Was muss passieren, damit ein 15,16 jähriger sagt: ich gehe weg, ich verlasse meine Heimat, meine Freunde, meine Familie. – Um das Ringen um diesen Entscheid geht es in meinem Text – das kann sich jeder Jugendliche vorstellen.“

Wie hast du für dein Buch recherchiert? Hattest du Kontakt mit Migrantinnen und Migranten?

„Ich habe mich intensiv mit der Situation der UMAs (Unbegleitete Minderjährige Asylsuchende) auseinandergesetzt, ich habe mit der Leiterin der Fachstelle Asyl im Kanton Solothurn gesprochen, sowie zwei Empfangsstellen für UMAs in den Kantonen Solothurn (Egerkingen) und Bern (Schwarzenbach bei Huttwil) besucht, dort mit den Leiterinnen gesprochen und den Alltag der Jugendlichen kennengelernt. Ich habe viel Emotionales und Schockierendes gehört und miterlebt. Mir wurde bewusst, was es heisst: Nur die Stärksten schaffen es bis in die Schweiz. Ich begriff, dass die Jugendlichen mir nicht primär ihre Erlebnisse erzählen, sondern mit mir darüber reden wollten, ob es für sie in der Schweiz eine Zukunft gibt. Deshalb sind sie geflohen, nicht weil sie ein Abenteuer gesucht haben. Die Gier nach ihren Erlebnissen ist beschämend.“

Was möchtest du mit deinem Buch erreichen?

„Ich möchte, dass die Jugendlichen sich die Frage stellen: Wie muss eine Welt aussehen, bei der ein junger Mensch beschliesst zu fliehen? Und ich möchte, dass sie das von hier aus, also von der Schweiz aus tun.“

Du hast in deiner Geschichte die Realität “umgedreht”, um Jugendlichen die Augen zu öffnen:  Lässt sich das auch auf andere Alltagsbereiche anwenden?

„Es ist meine Art, als Autor an die Dinge heranzugehen. Ich frage mich immer: wo berührt mich diese Thematik.- Meine Eltern sind damals auch aus Italien geflohen, sie waren Wirtschaftsflüchtlinge, ich bin also ein Kind von Flüchtlingen. Ich habe viel mit meiner Mutter darüber gesprochen, wie es war, wegzugehen. Deshalb würde ich sagen: ich habe die Realität nicht umgedreht, sondern zu mir geholt. Literatur muss immer bei sich selber anfangen.“

“Hau ab, Bruderherz” liegt bereits in der 2. Auflage vor!

Hau ab, Bruderherz!

Weitere Informationen und Leseprobe von “Hau ab, Bruderherz”

Edition 2 unter dem Weihnachtsbaum

Die da bux Edition 2 kommt an: Von “Hau ab, Bruderherz” (Franco Supino), “Oda ist weg” (Andrea Gerster) und “Voll Risiko” (Alice Gabathuler) ist bereits die 2. Auflage erhältlich – und das nach knapp drei Monaten! Das Verlagsteam freut sich, dass auch Edition 2 bei Leserinnen und Lesern so gut ankommt. Die Autorinnen und Autoren der Editionen 1 und 2 waren in den letzten Wochen an vielen Schulen in der ganzen Schweiz zu Gast, lasen aus ihren Büchern und diskutierten mit Schülerinnen und Schüler über ihre Geschichten und das Schreiben.

Die Bücher der Edition 2 und 1 eignen sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk für Jugendliche und Erwachsene. Neugierig gemacht? Stöbern Sie in unseren Leseproben!

 

 

“Den Jugendlichen möglichst direkt und auf Augenhöhe begegnen”

Interview mit Andrea Gerster zu ihrem Buch “Oda ist weg”.

Wie bist du auf die Idee zu «Oda ist weg» gekommen? Was hat dich inspiriert?

Andrea Gerster: “Die Hauptfigur Konrad in «Oda ist weg» ist seines Aussehens und seiner Herkunft wegen geradezu prädestiniert gemobbt zu werden. Wird er aber nicht. Hat er einfach Glück? Oder liegt es an ihm? Die Antwort darauf habe ich in eine Story verpackt, die dramatisch, witzig, aber auch berührend ist. Inspiration für meine Kinder- und Jugendgeschichten bietet mir mein Leben in einer grossen Familie und meine Freude an Kindern, jungen und alten Menschen sowie an Tieren.”

Viele Jugendliche lassen sich heute kaum mehr zum Lesen motivieren: Wie willst du bei ihnen die Leselust wecken?

“Ich erinnere mich beim Schreiben an mein eigenes Lesen als Kind und Jugendliche. Geschichten, die lebensnah und spannend waren und eine Sache aus einer etwas anderen Perspektive beleuchteten, haben mich immer fasziniert. Aber eigentlich ergeht es mir auch heute als Erwachsene noch so: Bücher, die eine etwas andere Sicht auf ein Geschehen zulassen, empfinde ich meistens als gut.”

Es ist nicht einfach, für Jugendliche zu schreiben bzw. sie authentisch zu schildern: Wie ist dir das gelungen? Was hast du da für Tricks?

“Ich erzähle so, wie ich auch mit Jugendlichen rede: Möglichst direkt, auf Augenhöhe und immer gern mit Witz und Humor. Dazu vermeide ich es, mich mit Jugendslang anbiedern zu wollen.”

Du hast deine Geschichte bereits bei Schullesungen getestet: Welche Reaktionen hast du bekommen? Wie haben sie auf die Protagonisten der Geschichte reagiert?

“«Oda ist weg» ist sehr gut angekommen. Es wurde oft und an den richtigen Stellen gelacht. Ich vermute, die Jugendlichen konnten sich gut mit dem Protagonisten, in diesem Fall einem typischen Antihelden, identifizieren. Ein bisschen Konrad steckt wohl in uns allen. Natürlich wurde danach gefragt, wie die Geschichte denn nun ausgehe oder wo Oda eigentlich stecke. Ausserdem wollten die Jugendlich wissen, wo sie das Buch kaufen können.”

Leseprobe und weitere Informationen zu “Oda ist weg”

Oda ist weg

Vom Lager zu „Der Knast” – das „Making-of” von Tom Zai

Der Knast

Warum hat Tom Zai „Der Knast” geschrieben? Ein ganz persönlicher Einblick in die Entstehungsgeschichte:

„Liebe Grüsse aus Kleinlützeln, wo uns die Ameisen kützeln“, schrieb ich damals auf die Karte aus dem Pfadilager. Es war mein erstes und letztes mit einer Gruppe vollkommen Fremder, an die ich durch eine Verstrickung von Zufällen geraten war. 42 Jahre ist das nun her, und nicht nur das Schreiben der Karte ist mir im Gedächtnis geblieben sondern auch Dinge, die ich zwischendurch verdränge und vergesse, die mich aber gerade beim Schreiben von DER KNAST wieder eingeholt haben.

Als Zehnjähriger war ich einer der jüngsten Pfader im Lager und, wie gesagt, eigentlich als Gast dabei. Noch jünger als ich waren nur die Wölfli, Sechs- bis Neunjährige, die in einem Lagerhaus in Schlafsälen untergebracht waren. Wir Pfader hatten unsere Zelte auf einer Wiese nahe eines Baches aufgestellt. Das Lagerleben bestand, so weit ich mich erinnere, aus dem Erlernen von Dingen wie Feuermachen, Morsen, Zeltbau, Seilbrückenbau und so weiter. Daneben gab es Spiele, wenn nicht gerade gewandert wurde. Allgegenwärtig war der Gedanke an bevorstehende Mutproben oder Prüfungen, die es zu bestehen galt.

Wir erlebten lauter Dinge, die sich im Laufe eines Menschenlebens zu wehmütiger Kindheitsromantik verklären oder à la „Mein Name ist Eugen“ zum Heldenepos werden. Wäre da nicht die Sache mit dem „Wölfi-Erschrecken“ gewesen.

Kleinen Kindern Angst einjagen

Eines Tages ging‘s in den Wald, um das „traditionelle, nächtliche Erschrecken der Wölfli“ zu organisieren. Gesucht war ein Ort, an dem man die Kleinen für eine Weile einsperren konnte, bis sie gerade genug Angst bekommen hatten, um nachher nicht mehr einschlafen zu können. Als ideal erwies sich dabei ein Felskessel mitten im Wald, eine perfekte Falle mit steilen Wänden und einem schmalen Durchgang.

Mitten in der Nacht packten wir bereitgelegte Weidenruten und zogen los zum Lagerhaus der Kleinen. Wir trieben sie aus dem Haus, banden sie mit den Händen an lange Stricke und führten sie in den Wald ab. Dort drängten wir sie in den Felskessel, schichteten Holz in den Durchgang, übergossen es mit Benzin und zündeten es an. Als das Holz heruntergebrannt war, brachten wir die Kleinen wieder zurück ins Lagerhaus, wo sich die Leiterinnen um sie kümmerten.

Den Erinnerungen ausgeliefert

Das WIR im oberen Abschnitt, das bin ich doch nicht. Dazu gehöre ich doch nicht. Es müsste MAN heissen oder der ganze Abschnitte sollte ins Passiv gesetzt werden. „Mit den Wölfli wurde ETWAS gemacht.”

Es braucht offenbar sehr wenig, um als Mitläufer Dinge zu tun, die man (auch als Kind) ansonsten als unmoralisch, unmenschlich, ungesetzlich oder zumindest als falsch bezeichnen würde.

In meiner Erinnerung habe ich mich diesen Ereignissen im Pfadilager tatsächlich ausgeliefert gefühlt. Eigentlich wollte ich da nicht mitmachen. Ich war so jung und fremd und vollkommen überfordert mit der Situation, ohne eine Möglichkeit zu sehen, mich dieser Aktion zu entziehen. Alle waren dabei, ob sie wollten oder nicht: Die Opfer (Wölfli), die Täter (Pfader) und die Aufsichtspersonen (erwachsene oder jugendliche Leiter).

Durch das Zusammenkommen verschiedener Umstände (Autoritäten, Tradition, Mikrokosmos, Gruppe) fühlten sich 10 bis 20 Jährige dazu beMächtigt, Unterstufenkinder in Todesangst zu versetzen.

Standford Prison Experiment für Jugendliche

In meinem Buch DER KNAST habe ich, angelehnt an das „Standford Prison Experiment“, persönliche Erfahrungen, Erzähltes, Geschichten aus Büchern und Filmen sowie Tatsachenberichte zu einer realistischen Fantasie vermengt, in der ein jugendlicher Aufseher und ein gleichaltriger Gefangener ihre Geschichte im Knast erleben – einem „Lager“ mit je zwölf Gefangenen und Wärtern unter der Aufsicht einer Direktorin. Ein Bootcamp zur Kriminal- und Gewaltprävention.

Ich schildere den Ablauf des „Prävention-Projekts“ aus der Perspektive des Gefangenen Sandro und des Oberaufsehers Bürgin. Der Perspektivenwechsel ist mir wichtig. Beide Perspektiven haben etwas Beklemmendes.

Letztlich geht es mir um den KNAST an sich. Darum, zu schildern, was es braucht, damit aus normalen Menschen Folterknechte, Schergen und, um es wörtlich ins Gegenteil zu wenden, Unmenschen werden: Gemäss einigen aufsehenerregenden Studien, z.B. dem Milgram-Experiment (siehe z.B. TheSimpleBiology), erschreckend wenig.

Die „Feuerszene“, das „Wölfli-Erschrecken“, kommt im Buch vor. Ich habe sie verändert und auf ein noch krasseres Level angehoben.

Fantasie und Wirklichkeit

Ich denke gerade an ein Pressebild, das ich nicht mehr loswerde: Eine Soldatin hält einen am Boden liegenden, nackten Mann an einer Hundleine. Abu Ghraib. Irgendwo zwischen Abu Ghraib und dem Pfadilager meiner Kindheit ist DER KNAST angesiedelt. Es ist ein ergreifendes Buch, das sich wie von selbst geschrieben hat.

Tom Zai

 

Vernissage in der Kantonsbibliothek Frauenfeld: Bühne frei für Edition 2!

Mit einer Vernissage in Frauenfeld lancierte der da bux Verlag die Edition 2. Moderatorin Evelyn Schertler Kaufmann, Präsidentin des Thurgauer Rezensionsmagazins “jugendliteratur_aktuell”, stellte die Autorinnen und Autoren und ihre Werke vor und entlockte in Interviews spannende Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte der vier neuen da bux-Bücher.

Alice Gabathuler, Franco Supino, Tom Zai und zuletzt Andrea Gerster, für die die Vernissage in der Thurgauer Kantonshauptstadt ein Heimspiel war, lasen kurze Ausschnitte aus ihren Geschichten vor. “Vier ganz verschiedene Bücher, jedes mit einer ganz eigenen Erzählsprache”, sagte Evelyn Schertler am Schluss der Veranstaltung, “Es lohnt sich, in alle einen Blick hineinzuwerfen.”

Am 20. September findet die zweite Vernissage statt: da bux ist zu Gast in der Bibliomedia Solothurn – dieses Mal ein Heimspiel für Franco Supino.

Die Edition 2 ist da …

Flucht, Aussenseiter, Macht und Ohnmacht, Mut zum Risiko … Lange haben wir auf diesen Augenblick hingearbeitet: Die ersten Exemplare der Edition 2 sind da!

Die vier Bücher der Edition 2 können ab sofort vorbestellt werden und werden ab September ausgeliefert. Die Bücher behandeln vier ganz besondere Themen:

Oda ist weg von Andrea Gerster: Von liebenswert schrägen Aussenseitern und dem Wachsen von Freundschaften – mit viel Witz und Charme erzählt.

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Voll Risiko von Alice Gabathuler, ein Buch mit drei Geschichten über Mut und Übermut, Risikobereitschaft und Leichtsinn – in einfachster Sprache packend erzählt.

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Hau ab, Bruderherz! von Franco Supino,  ein subtiles Buch über Flucht, Familie, Diktatur und Freundschaft – unerwartet inszeniert.

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Der Knast von Tom Zai , ein Buch über Macht und Ohnmacht, das unter die Haut geht. Angelehnt an das bekannte Standford Prison Experiment.

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Zu den Hintergrundinfos und Leseproben

 

 

“Selten beim Lesen so sehr aus tiefstem Herzen gelacht”

Interview von Stephan Sigg mit Alice Gabathuler, die drei der da bux Bücher der Edition 2 lektoriert

Du steckst mitten im Lektorat der neuen Texte. Wie ist die momentane Befindlichkeit: genervt, beeindruckt oder erschöpft?

Alice Gabathuler: “Glücklich und motiviert, weil wir für 2017 wieder tolle Geschichten haben. Dankbar für die extrem gute Zusammenarbeit mit den AutorInnen und meinen beiden Mitverlegern. Zuversichtlich für unseren Verlag. Voller Optimismus, Schwung und Energie für die nächsten anfallenden Arbeiten.”

Worauf achtest du beim Lektorieren der da bux-Texte besonders?

“Ganz wichtig: Ich begegne den Texten mit sehr viel Respekt, weil ich weiss, wie viel Arbeit hinter ihnen steckt. Auch oder vielleicht gerade bei den da bux Geschichten, die ja einfach zu lesen sind, denn aus eigener Erfahrung weiss ich: einfach zu schreiben ist etwas vom Schwierigsten. Worauf ich achte: Logik, allfällige Plotlöcher, Schlüssigkeit und Stimmigkeit der Figuren und der Geschichte, der Zielgruppe angepasste Erzählsprache, Sprachrhythmus. Ganz wichtig ist es dabei, jeder Erzählsprache ihren Charakter zu lassen.”

Mit welchen Tricks, mit welcher Strategie entdeckst du die Schwachstellen eines Textes?

“Den lektorierten Text eine Weile ruhen/liegen lassen und dann noch einmal durchgehen. Der allerbeste Trick ist lautes Vorlesen des Textes, nachdem ich meine Anmerkungen gemacht habe. Da zeigt sich dann, was ich übersehen habe.”

Zwischen AutorInnen und LektorInnen kommt es nicht selten zu Konflikten: Wollen deine AutorInnen immer noch mit dir Kaffee trinken gehen, nachdem sie den von dir lektorierten Text zurückbekommen haben?

“Das hoffe ich sehr, aber da musst du die AutorInnen fragen. Ich finde, gute Textarbeit ist ein Miteinander. Sowohl AutorIn als auch Lektorin möchten das Beste für den Text. Meine Anmerkungen sind nie Befehle, sondern Fragen oder Vorschläge. Am Ende muss der Text für alle stimmen.”

Wer hat das letzte Wort – die Autorin oder die Lektorin?

“Beide gemeinsam. Manchmal geht eine Textstelle mehrmals hin und her, bis beide zufrieden sind. Ganz wichtig: Es sind die Texte der AutorInnen, von denen jeder und jede eine einzigartige Erzählsprache hat. Die muss unbedingt erhalten bleiben. Manchmal würde ich als Autorin einen anderen Ausdruck verwenden, aber der Ausdruck muss nicht zu mir, sondern in den vorliegenden Text passen. Mir ist der Dialog wichtig. Natürlich ist das zeitaufwendiger als einfach Anmerkungen in einen Text zu schreiben, aber mir gefällt diese intensive Art der Auseinandersetzung mit einem Text.

Inwiefern haben sich die da bux-Texte der Edition 2 durch dein Lektorat verändert? Kannst du uns ein Beispiel nennen.

“Einige Plotlöcher oder kleine Ungereimtheiten sind verschwunden. Das war vor allem bei Franco Supino sehr wichtig, der sich an eine Riesenherausforderung gemacht hat, indem er ein Land erschaffen hat, in der alles stimmig sein musste, etwas vom Schwierigsten, das man als Autor tun kann. Ich habe grossen Respekt davor – selber hätte ich das nämlich nicht gekonnt. Die Texte sind noch kondensierter und damit präziser geworden, weil Lektoren sie mit anderen Augen sehen und auch weniger Hemmungen beim Kürzen haben. Das gibt ihnen noch mehr Intensität – was bei Tom Zais Geschichte zu einem wahren Höllenritt geführt hat (das es vorher schon, jetzt noch mehr).

Zu Andrea Gersters Geschichte möchte ich gerne etwas sagen, dass nicht direkt mit deiner Frage zu tun hat, das ich jedoch unbedingt loswerden möchte: Ich habe selten beim Vorlesen eines Textes so sehr aus tiefstem Herzen gelacht. Der Humor in Andreas Geschichte ist einfach wunderbar, ihre Figuren sind so wahnsinnig lebensecht und liebenswürdig.

Ist das Lektorieren auch eine Schreibschule für dich als Autorin?

“In gewisser Weise ja. Jede intensive Auseinandersetzung mit einem Text ist ein Lernen über das Schreiben. Ich kann daran wachsen und das gefällt mir.”

Wie hat sich dein Blick auf deine Lektorinnen verändert? Was ist dir bewusst geworden?

“Ich empfand mich als extrem viel strenger als es meine Verlagslektorinnen je mit mir waren. So sehr, dass ich mich gefragt habe, ob ich nicht zu hart und zu kritisch lektoriere. Andererseits ist es ja genau das, was ich mir wünschen würde: eine intensive Auseinandersetzung mit dem Text.

Zum Glück habe ich seit Kurzem einen neuen Lektor. Es ist Verlagskollege Tom Zai. Er hat meine drei Geschichten für das Buch „Voll Risiko“ genauso hart, erbarmungslos und im Dienst des Textes lektoriert wie ich das tue. Es ist, als lege man seinen Text auf einen Seziertisch, nehme ihn auseinander, gucke sich alles gründlich an, um dann aus etwas Gutem etwas sehr Gutes zu machen. Und das in gegenseitigem Respekt und vor allem in einem intensiven Austausch. Wenn du abschliessend die Kaffetrinkfrage in Bezug auf Tom Zai stellen würdest: Ja, ich ginge jederzeit und immer wieder gerne mit ihm einen Kaffee trinken.”

 

Die Bücher der da bux Edition 2

 

Workshop für Bibliothekarinnen aus Tschechien

Wie steht es eigentlich um die Leseförderung in … Tschechien? Eine besondere Premiere für das da bux-Team: Im Rahmen des Kulturaustausches “Kanton St.Gallen – Liberec / Tschechien” hat der Kanton St. Gallen Anfang Mai Alice Gabathuler, Stephan Sigg und Tom Zai eingeladen, den Bibliothekarinnen aus Tschechien das Konzept von da bux und die Bücher der Edition 1 vorzustellen. Das Verlagsteam erfuhr bei diesem besonderen Workshop  einiges über die Leseförderung in Tschechien.

“So etwas fehlt bei uns!”

Gespannt lauschen die Bibliothekarinnen den Ausführungen des da bux-Teams. Alice, Stephan und Tom können sich bei diesem Workshop jeweils nach ein paar Sätzen eine Pause gönnen – ein Dolmetscher übersetzt auf Tschechisch und zurück. “Uns ist es wichtig, dass wir uns austauschen können”, sagt Alice zu den Zuhörerinnen. Und dieser Austausch nimmt trotz Sprachbarriere schnell Fahrt auf. “Ein solches Projekt gibt es bei uns nicht”, so die Bibliothekarinnen, “dabei machen auch wir die Erfahrung, dass Jugendliche immer weniger lesen und sich mit Lesen schwer tun.” Besonders im Trend seien bei Tschechischen Jugendlichen momentan Fantasy-Bücher und “Gregs Tagebuch”. Doch als sie von den Themen der Edition 1 von da bux erfahren, nicken sie sofort zustimmend: Fitnesssucht, jugendliche Raser, Mobbing und Rollenbilder – alles Themen, die auch den Jugendlichen in ihrer Heimatstadt Liberec auf den Nägeln brennen.

“Eure Geschichten müsste man übersetzen!”, wirft eine Bibliothekarin lachend ein. Dieser Wunsch wird gleich erfüllt: Stephan Sigg und Tom Zai lesen Ausschnitte aus ihren Büchern vor – und werden dabei live vom Dolmetscher übersetzt. Und schon ist der Workshop zu Ende. “Na shledanou!”, verabschieden sich die Bibliothekarinnen und versprechen, über Facebook mit da bux in Kontakt zu bleiben.

Filmmaterial

Filmmaterial

Neu gibt es auf der Website von da bux  eine Seite mit interessantem und unterhaltsamem Filmmaterial. Die Videos vom Verlags Channel auf YouTube sind unter /Verlag/Videos abgelegt.

Filmmaterial

Filmmaterial

Die ersten Videos im Channel stammen von unserem Workshop mit tschechischen Bibliothekarinnen in St.Gallen. Speziell ist die sympathische und offenbar witzige Simultanübersetzung des Dolmetschers Jan Hanzl. Mehr zu diesem spannenden Anlass demnächst auf dieser Seite …

Das Filmmaterial wird laufend erneuert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Buchtrailern und unseren Events.

Der YouTube Channel von da bux

Hier geht es direkt zum YouTube Channel von da bux.

 

Sicher

Sicher

Seit dem 21. April 2017 ist die Website von da bux dank SSL Verschlüsselung sicher.

Sicher – was heisst das?

Nutzerinnen und Nutzer erwarten von einer Website zu Recht immer mehr Sicherheit – unter anderem im Bereich Privatschutz. Dabei geht es nicht um den Speicherort der Kundendaten sondern um die Übertragung zwischen Server und PC, Tablet, Handy, usw.

Über eine gewöhnliche http:// Adresse werden Daten unverschlüsselt übertragen. Erst das S bei https:// macht eine Website sicher. Sämtliche Daten, die ausgetauscht werden, sind dann verschlüsselt.

Sicher

Erkennbar ist die Sicherheit in der Adressleiste des Browsers. Das Wort «Sicher» und die Adresse https:// in grüner Farbe beweisen die Sicherheit der Datenübertragung.

Konkret auf https://www.dabux.ch

Obwohl in unserem Webshop keine Zahlungsinformationen übermittelt werden (wir liefern per Rechnung), müssen immerhin Name, Post- und Mailadresse eingegeben werden.

Wir haben dem nun Rechnung getragen und die gesamte Website, inklusive Webshop, mit einem SSL-Zertifikat versehen und übertragen nun sämtliche Daten verschlüsselt.

Bitte testen!

Damit auch alle Inhalte verschlüsselt übermittelt werden, müssen jede Bilddatei, jedes PDF und auch allfällige externe Inhalte mit einer https:// URL abgespeichert und eingebunden sein.

Wir haben uns Mühe gegeben, alles umzustellen und zu überprüfen. Sollte jemand doch ein Seite finden, die einen unerwünschten «gemischten Inhalt» mit ungesicherten Links aufweist, bitte mitteilen. Der Erste oder die Erste, welche eine solche Seite findet, darf sich eines unserer Bücher aus der Edition 1 aussuchen.

 

kklick – Aus dem Nähkästchen geplaudert

kklick

Einblicke ins Nähkästchen des Verlags da bux bei kklick

Wir waren eingeladen. Zum 5. Netzwerkanlass von kklick, der Kulturvermittlung Ostschweiz. Im Textilmuseum St. Gallen durften wir unter dem Programmpunkt Lesestoff eine halbe Stunde lang unseren Verlag und sein Programm vorstellen.

Textilmuseum. Lesestoff. Da musste selbstverständlich ein passender Programmablauf her. Tom hat seine handgefertigte Denkkappe angezogen und hat ein – wie wir fanden – praktikables Schnittmuster aus dem Nähkästchen gezogen:

kklick

 

Die Spinnerei

«Sie, Ihre Bücher sind ja toll, aber viel zu dick.» Ein Satz, der bei Lesungen häufiger fiel. Und plötzlich war sie da, diese ziemlich verrückte Idee.

Wie die aussah, erzählten Tom und Alice den Teilnehmerinnen des Netzwerkanlasses, und gaben dabei Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt

Man könnte doch auch dünnere Bücher machen. Für Jugendliche, die nicht so gerne lesen und / oder Jugendliche, denen das Lesen schwer fällt. Speziell zugeschnitten auf die Schweiz, mit Geschichten von hier und AutorInnen von hier. Ohne das scharfe ß, dafür durchaus mit vertrauten Helvetismen. Weil alleine Spinnen nicht so viel Spass macht, sponnen wir zu dritt: Tom, Alice und Stephan (doch dazu später – unter dem Punkt «Die Fäden in der Hand»).

 

Das Webmuster

Die Idee setzte sich im Kopf fest. Der Vorteil am Spinnen zu dritt: Es gibt unzählige, bunte Ideenfäden, die alle zu einem Muster gewoben werden wollen. Ganz schnell war klar, was wir wollen: Kurze, knackige, mitreissende Geschichten für Jugendliche im Oberstufenalter, leseleicht aufbereitet in Büchern mit maximal 60 Seiten. Das war der leichtere Teil. Der schwierigere war der Name. Den fanden wir ganz lange nicht und entschieden uns, diesen Faden lose zu lassen, bis wir wirklich einen passenden Namen hatten.
Dann kam der Augenblick, wo es konkret wurde: Wir setzten uns an einen Business- und Finanzierungsplan – und wir gestehen, das war der Augenblick, in dem wir beinahe aufgaben. Aber nur beinahe. Denn richtige Spinner kapitulieren nicht vor Schwierigkeiten, sondern sie sehen das fertige Muster vor sich und finden einen Weg.

Die Fäden in der Hand

Und so nahmen wir die Fäden neu in die Hand, gingen mit einer Mischung aus Pragmatismus und Idealismus ans Werk, suchten uns Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten wollten – AutorInnen, eine Grafikerin, eine Korrekturleserin usw., woben eine Webseite, schüttelten ein Vertriebskonzept aus dem Ärmel, starteten mit Netzwerken, fanden einen Namen für den Verlag. Und stellten fest: Wir sind so was wie eine Buchband, mit den Kernmitgliedern Alice, Tom und Stephan und vielen tollen Begleitmusikern.

Der Lesestoff

Aus all den vielen Fäden ist mit dem ersten Programm 2017 ein bunter (Lese)Stoff entstanden, den wir im Textilmuseum vorgestellt haben.

Umgarnen

Mit diesem Lesestoff haben wir die Teilnehmer des Netzwerkanlasses natürlich zu umgarnen versucht.

kklick

Passend zum Lesestoff gibt es natürlich auch passende Accessoires: Kostenloses Arbeitsmaterial, Lesungen der da bux AutorInnen, Kurse und Workshops zum Thema «Leseförderung» mit den Büchern von da bux“.

Und ganz am Ende durfte auch ein kleines «Müsterli» für das da bux Programm 2017 nicht fehlen. Dazu verraten wir an dieser Stelle in den folgenden Wochen mehr.
Kklick: http://www.kklick.ch/sg/

 

 

Premiere an der Oberstufe Buchs SG: da bux-Lesevormittag

Lesung

Am letzten Mittwoch feierte das da bux-Trio Alice Gabathuler, Stephan Sigg und Tom Zai eine Premiere – und das am Verlagssitz in Buchs SG: Die Oberstufe Buchs SG lud die drei Verlagsgründer ein, um für alle Schülerinnen und Schüler Lesungen aus ihren Büchern zu halten. Tom Zai brachte natürlich DER FLUCH DER WANZE mit. Wie hat er den Vormittag erlebt?

Tom, du hast an der Oberstufe Buchs SG zwei Lesungen aus deinem Buch DER FLUCH DER WANZE gehalten. Wie war es?

Tom Zai: Für mich eine vollkommen neue Erfahrung, obwohl ich ja täglich als Lehrer arbeite. 90 Minuten eine Gruppe unbekannter Schülerinnen und Schüler bei der Stange zu halten, ist echt harte Arbeit. Ich habe jede Minute genossen.

 

Die Bücher von da bux sind ja sehr kompakt, da kann man während der Lesung ja gleich das ganze Buch vorlesen ….

Tom Zai: Ich habe gar nicht so viel vorgelesen – obwohl es «Lesung» heisst. Das Thema von DER FLUCH DER WANZE sind Rollenbilder, also Stereotypen, (der Streber, die Tussi, der Klassenclown, die Sportkanone, die Gangstarapper, usw.) Deswegen habe ich mit den Jugendlichen intensiv daran gearbeitet. Dabei habe ich z.B. einige Witze erzählt. Witze sind voll von Stereotypen. Ganz am Schluss gab’s noch den Voodoo-Rap.

 

Wie haben die Schülerinnen und Schüler in Buchs auf die WANZE reagiert? Welche Fragen sind aufgetaucht?

Tom Zai: Eine der wichtigsten Fragen war: Darf man das? Im Zusammenhang mit Witzen und auch dem Voodoo-Rap muss ich mir diese Frage ganz ernsthaft selber stellen. Konkret: Darf man Witze und Sprüche über Schwarze machen, über Behinderte, über Lehrer, über … ? Meine Antwort ist: ja, aber.  Ja: Weil, wenn man über alle Witze machen darf nur nicht über eine bestimmte Gruppe von Menschen, nennt man das Diskriminierung.  Aber: Es kommt auf den Zusammenhang an, in den man einen Spruch oder einen Witz stellt. Ein Beispiel: In unserer Fasnachtszeitung (Walenstadt) ist der Busfahrer, der aus Afrika stammt, abgebildet mit dem Titel «unser Schwarzfahrer». Das kann man natürlich daneben, oder sogar rassistisch, finden. In derselben Fasnachtszeitung steht eine Sammlung von Sätzen: Du bist von Walenstadt, wenn … Einer davon lautet: … du in der Fasnachtszeitung stehst. In diesem Zusammenhang wird klar: Wir betrachten den Busfahrer als einen der Unseren und dann ist der Witz nicht ausgrenzend sondern das positive Gegenteil davon.

 

Deine Geschichte eignet sich ja ganz gut für Lesungen: Es kommen verschiedene Personen / Stimmen vor, die Geschichte hat Tempo und viele lustige Episoden – bereitest du dich auf Schullesungen speziell vor oder machst du das ganz spontan, jen nachdem wie die Klasse …

Tom Zai: Ich habe ein klares Programm, das in Blöcke eingeteilt ist. Je nachdem wie die Klasse sich auf einen Dialog mit mir einlässt, baue ich einzelne Teile aus, straffe sie oder lasse sie ganz weg.

 

Du hast schon viele Lesungen für Erwachsene gemacht – sind Lesungen für Jugendliche etwas ganz Anderes?

Tom Zai: Der Unterhaltungsanteil bei Lesungen für Erwachsene ist vielleicht etwas höher. Ein ganz wichtiger Unterschied ist aber: die Schülerinnen und Schüler sind als Klasse täglich, vielleicht seit Jahren, zusammen und kennen sich in- und auswendig. Die Gruppendynamik ist hier ein enorm wichtiger Faktor. Erwachsene sind eine eher zufällig gemischte Gruppe von Interessierten, die freiwillig an eine Veranstaltung kommen. Okay, das stimmt nicht ganz: an Lesungen für Erwachsene nehmen zu 90% Frauen über 50 teil, die in mindestens einem Chor singen und einen Hang zu violettem Filzschmuck oder grossen Foulards haben. Die anderen 10% sind Frauen unter 35, die vergebens darauf hoffen, an der Veranstaltung einen intellektuell ebenbürtigen Mann zu treffen. Der Rest sind Quotenmänner oder werden von ihren Frauen zur Teilnahme gezwungen. So viel zum Thema (festgefahrene) Rollenbilder (und mathematischen Eskapaden), sowohl hier, wie auch in DER FLUCH DER WANZE, in leicht überzeichneter Form.

Alle Infos zu DER FLUCH DER WANZE

 

Auch Alice Gabathuler und Stephan Sigg haben den Vormittag genossen (siehe Foto von der gemeinsamen Pause im Lehrerzimmer). Alle drei sind sich einig: Lesevormittage zu dritt sind etwas ganz Besonderes – hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung!

 

Workshop im RDZ Sargans

Workshop da bux

Mittwochnachmittag, 15.35 Uhr. Topvorbereitet steigen Alice und Tom die Treppen zum RDZ (Regionales Didaktisches Zentrum) Sargans hoch, wo der erste Workshop von da bux stattfindet.

Workshop Unterlagen
Was ein junger Verlag für junge Leute ist, geht mit der Zeit und der Technik, weshalb Tom erst einmal sämtliche Maschinen hochfährt: Laptop, Beamer, Musikanlage – alles für den späteren Gebrauch.
Kurz vor 16.00 Uhr trudeln die ersten Kursteilnehmer ein, gespannt darauf, was sie erwartet unter einem

Workshop – Jugendbücher aus der Schweiz, die selbst lesefaule Jugendliche begeistern

Am Ende sind es über zwanzig Oberstufenlehrkräfte, die während 90 Minuten in die Welt der da bux Bücher tauchen – und die eine oder andere Übung zu den Büchern gleich selber ausprobieren.

Lesen soll und kann Freude bereiten, Übungen zu Texten müssen nicht langweilig sein. Alice und Tom zeigen am Workshop anhand der kostenlosen Arbeitsblätter (siehe Download) wie sie das Lesen in drei Phasen aufteilen: Aktivitäten vor, während und nach der Lektüre.

Themen vertiefen

Die Themen der da bux Bücher lohnen sich, vertieft zu werden. Ein Beispiel dafür gibt ein Lehrer, der mit seiner Klasse das Thema „Mobbing“ behandelte und dazu DU FREAK als Klassenlektüre las.

Lass es krachen, Mann!

Gegen Ende des Workshops nimmt der Internetbrowser Toms Wanzenrap aus DER FLUCH DER WANZE im eingespielten Video allzu wörtlich und crasht. Spontan überbrückt Tom herkömmlich analog und demonstriert lebendiges Lesen als Unterhaltungs- und wertvolle Vorbildfunktion durch die Lehrkraft.

Workshop da bux

 

Neugierig geworden? Mehr Infos zum Workshop gibt es hier: Kursangebote.

Frohe Weihnachten und alles Gute im neuen Jahr!

Weihnachten

Das Team von da bux dankt allen Freundinnen und Freunden des Verlags, den Kundinnen und Kunden und nicht zuletzt unseren Autorinnen und Autoren für ein wunderbares 2016, mit dem unser Verlag fulminant gestartet ist.

Fürs neue Jahr freuen wir uns auf viele zufriedene Leserinnen und Leser und besonders auf unsere Edition 2.

Lasst es euch gutgehen und vor allem gutlesen!

Herzliche Grüsse, eine frohe Zeit und ein glückliches 2017 wünschen

Alice, Stephan und Tom

PISA-Studie

PISA-Studie

Eine Frage geht in der aktuellen Diskussion rund um die PISA-Studie unter: Gibt es eigentlich gute Texte für nicht besonders lesestarke 15-Jährige? Genau diese Frage stellten wir uns vor zwei Jahren. Wir kamen damals und kommen heute zur selben Antwort: Die meisten Jugendbücher sprechen Bücherwürmer an. Was fehlt sind Bücher für alle anderen Jugendlichen. Deswegen haben wir unseren Verlag gegründet.

PISA-Studie

Nun ist sie raus, die neuste PISA-Studie, und viele Schlagzeilen dazu haben etwas mit Ärgern zu tun – oder auch mit Freuen, wenn es darum geht, die Schweiz als spitze zu bezeichnen. Unter anderen Themen zeigt die Luzerner Zeitung einen Querschnitt durch die Sonntagspresse vom 11. Dezember 2016 zur PISA-Studie.

Die Dichte an Bildungsexperten, so unser Eindruck, nimmt rund um die Veröffentlichung der PISA-Studie jeweils sprunghaft zu. Die Kommentare greifen entweder das Testsystem an oder fordern Sofortmassnahmen – gerade im Bereich Lesen und Verstehen, wo die Schweiz schlechter abschneidet als erwünscht und nach Jahren der Verbesserung nun sogar unter den Tiefstand von 2000 fällt. Dass es noch immer funktionale Analphabeten bei den Schulabgängern gibt, scheint allerdings unbestritten zu sein.

Bildungspolitik zur Leseförderung hat in diesem Zusammenhang viel mit Gesellschaftspolitik zu tun. In diese Diskussion wollen wir von da bux uns nicht einmischen.

Einfache Bücher mit spannendem Inhalt

Wir stellen ganz lapidar fest: die Oberstufenschülerinnen und -schüler, die nicht oder kaum lesen, können weder mit kindlichen Texten über Ponyreiten und verhexten Ferienlagern noch mit 500-Seiten-Schinken über liebestolle Vampire zum Lesen gebracht werden. Entweder interessieren die Themen nicht oder die Bücher sind schlicht zu dick und zu kompliziert. Ausserdem werden Bestseller früher oder später eh verfilmt. Da scheint sich der Kampf mit den Buchstaben nicht zu lohnen.

Genau hier setzt die Philosophie unseres Verlags an: Wir wollen mit unseren Büchern in erster Linie unterhalten. Unsere Themen spielen in der Welt von Jugendlichen eine Rolle. Dabei achten wir darauf, weder Moralin noch Selbstzweckin einzusetzen. Zudem schreiben unsere Autorinnen und Autoren ganz klar Schweiz bezogen. Die Texte sind in einfacher Sprache geschrieben, ohne banal zu sein. Der Umfang der Bücher ist möglichst klein, um auch Leseschwächeren eine Aufgabe zu stellen, die sie sich zutrauen. Gerade weil die Inhalte unserer Bücher spannend sind, packen sie auch Bücherwürmer – um die man sich, wie die PISA-Studie einmal mehr zeigt, keine Sorgen machen muss. Wer Bücher lesen will, der liest. Kann man es simpler formulieren?

Unsere Edition 1 ist eben mal drei Monate alt und wird bereits fleissig an Schulen gelesen. Wir von da bux erheben nicht den Anspruch, die Ergebnisse zukünftiger PISA-Studien zu beeinflussen. Wir sind aber überzeugt, dass wir jenen Schülerinnen und Schülern, die sich nach dem Gesetz der Normalverteilung im unteren Leistungsviertel befinden, spannende, unterhaltsame Bücher liefern, die sie gerne lesen und deren Inhalt für sie spannend ist.

Tempo, Tempo

Tempo

Das Team von da bux hat immer an seine ersten vier Bücher der Edition 1 geglaubt. Dass einzelne Titel gerade so einschlagen, freut und begeistert den Verlag ungemein.

Crash 3. Auflage in horrendem Tempo

Petra Ivanov hat mit ihrem CRASH ein rasantes Buch geschrieben, das sich nun auch in horrendem Tempo verbreitet.

Zugegeben, da bux ist ein geradezu winziger Verlag in einem vergleichsweise kleinen Schweizer Markt. Auf der anderen Seite lässt der Verlag logischerweise nicht mit Absicht möglichst kleine Auflagen drucken, um dann eine Erfolgsmeldung an die andere zu reihen.

Der Erfolg von CRASH lässt sich ganz einfach begründen: Es ist eine Story, die sich nicht nur um Speed (gemeint ist das Tempo von Autos!) dreht, sondern rasant, stellenweise atemlos, durch das bewegte Leben des 16-Jährigen Blerim führt, der sich von einem «Freund» in einer Extremsituation übertölpeln lässt.

Diese Mischung aus Action und Tiefgründigkeit macht Petra Ivanov aus – die Meisterin der sorgfältig recherchierten, temporeichen und tiefgründigen Literatur.

Fitness-Junkie zweite Auflage

Fitness-Junkie

Nur knappe zwei Monate nach der Lancierung liegt Fitness-Junkie bereits in der 2. Auflage vor.

Fitness-Junkie

Stephan Sigg hat mit diesem Buch einen Nerv getroffen: Der Bodykult von Jugendlichen ist ein topaktuelles Thema, das auch in den Medien ein grosses Echo findet.

Der fachlichen Hintergrund des Buches ist durch die spannende Zusammenarbeit mit dem Fitness-Coach Dennis Fröhlich garantiert.

Jugendliche finden in Fitness-Junkie aber nicht nur eine packende Geschichte rund um Kraft-Studios sondern auch eine bewegende Story über Freundschaft und Zusammenhalt.

Wie alle da bux Bücher ist Fitness-Junkie praktisch frei von Moralin. Was nicht heisst, dass nicht andere Substanzen mit IN am Schluss darin vorkommen.

Stephan Sigg lässt seine Protas die Geschichte mit viel Tempo selber erzählen.

Eine ausführliche Rezension zu Fitness-Junkie gibt es z.B. auf lesefierber.ch

Gratulation

Der da bux Verlag gratuliert Stephan Sigg zu seinem erfolgreichen Buch und hofft, dass es noch viele weitere junge Leserinnen und Leser begeistern wird.

Fitness-Junkie

lesefieber.ch

Manuela Hofstätter von lesefieber.ch ist hellauf begeistert von den da bux Büchern.

lesefieber.ch

Das ist nicht irgendein Bücherblog sondern DER Bücherblog der Schweiz. Für da bux ist es der Oberknüller, dass Manuela Hofstätter gleich alle vier Titel der Edition 1 praktisch verschlungen und begeistert kommentiert hat. Sie fordert uns auf, Vollgas zu geben. Natürlich machen wir das. Ihre Rezensionen motivieren uns enorm.

Hier die Links zu allen vier Rezensionen nach Veröffentlichungsdatum:

FITNESS-JUNKIE

DER FLUCH DER WANZE

DU FREAK

CRASH

Crash geht in die zweite Auflage

Petra Ivnov

Wir haben damit gerechnet, dass CRASH von Petra Ivanov ein Hit sein wird. Nun sind wir aber doch überrascht, wie schnell das eingetroffen ist.

CRASH geht in die zweite Auflage

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Blerims CRASH fesselt. Gefangen zwischen seinen Freunden, seiner Familie und der Justiz sieht es nicht so aus, als ob Blerim so schnell wieder aus dem Schlamassel herauskommt. CRASH, eine temporeiche Story, packend erzählt von Petra Ivanov.

Petra Ivnov

Herzliche Gratulation, Petra Ivanov, zur zweiten Auflage!

 

 

da bux im Fernsehen

da bux im Fernsehen

Es begann mit einer Mail. Sie kam von Stephan Sigg und ging ungefähr so: Anschnallen, wir dürfen ins …

Fernsehen

Zuerst ein paar Worte zum etwas seltsam anmutenden Begriff Anschnallen. Er bezieht sich nicht auf unsere Fahrweise – weder in Bezug auf unsere Autos noch im Bezug auf ein gemeingefährliches Lenken unseres Verlags. Anschnallen wurde irgendwann in diesem Frühjahr, als uns die guten Rückmeldungen zu überrollen begannen, zum verlagsinternen Mailbetreff für sensationelle Nachrichten. Es gab einige dieser Anschnallen-Mails. Zum Beispiel Zusagen von Unterstützern wie der Gemeinde Buchs, Südkultur oder der Ortsgemeinde Walenstadt. Oder als verschiedene Medien über uns berichteten. Und dann eben die Anschnallen-Mail zur Einladung ins Fernsehen. Zehn Minuten Live-Talk auf tvo, das Ostschweizer Fernsehen.
Erste Freude des Tages:  Wir wurden in den Zeitungen angekündigt.

Die perfekte Welle

Stephan und Alice (Tom konnte leider nicht dabei sein) treffen sich in St.Gallen am Ende von Gleis drei und nehmen dann den Bus zum Fernsehstudio hinaus. Während sie durch die Strassen tuckern reden sie – natürlich – über den Verlag und wie wahnsinnig sich das gerade alles anfühlt. Die perfekte Welle halt. Nein, nervös sind sie nicht, eher so ein bisschen wie Kinder im Spielzeugladen. Freudig aufgeregt.

Styling

Im Studio werden sie extrem nett empfangen und betreut. Nach einem Kaffee geht’s in die Maske. Alice ist total geplättet, weil es dort aussieht wie sie es aus Filmen kennt. Samt Lämpchen am Spiegel. Stephan ist total locker – Alice etwas … ach guckt selber. Das Bild spricht für sich.

da bux im Fernsehen

da bux im Fernsehen

Kurze Zeit später ist auch Alice hell begeistert. Catherine Hübner hat einen Superjob gemacht! Man sieht nicht jeden Tag auf einen Schlag zwanzig Jahre jünger aus. Na ja, zehn … aber zehn ist auch nicht schlecht.

da bux im Fernsehen

Vorbereitung

Zwischendurch werden die Mikrophone angeheftet und dann sollen Alice und Stephan ins Studio zum Probesitzen – wer sitzt wo, damit die drei Kameras alle erfassen können? Die Ansprechpartnerin und Betreuerin Christine Hengartner ist stets dabei. Gut gelaunt und bestens informiert lotst sie durch die Vorbereitungen und erklärt den Programmablauf.

ba bux im Fernsehen

Natascha Verardo, die das Gespräch mit Alice und Stephan führen wird, begrüsst die beiden. Sie plaudern über dies und das und den Verlag – aber nicht darüber, welche Fragen Natascha stellt. Das passt perfekt, denn die besten Gespräche sind die spontanen – vorgekaute Fragen durchnudeln wirkt für die Zuhörenden langweilig.

Auf Sendung

Das Gespräch vergeht wie im Flug. Natascha ist top vorbereitet, perfekt gebrieft von Christine. So macht Fernsehen Freude! Alice und Stephan sind ganz im Moment gefangen und brauchen noch etwas Distanz, bis sie sich die Sendung zu Hause ansehen. Wer auch gucken will: Hier der Link zum Beitrag im tvo.

Nach der Sendung geht’s noch einmal ins Studio für ein Erinnerungsfoto mit Natascha.

da bux im Fernsehen

Nach der Sendung ist vor der Sendung 😉

Nach dem Auftritt macht Stephan seinem Namen als Medienverantwortlicher für den Verlag alle Ehre und schickt schon vor dem gemeinsamen Essen erste Fotos und Texte durch die Social Media Plattformen. Ja: So sieht ein total glücklicher Verleger aus!

da bux im Fernsehen

Vernissage da bux Verlag

Vernissage da bux Anstossen

Eine Vorlaufzeit von fast zwei Jahren, dann ist es soweit: der Verlag da bux startet mit seinem ersten Programm.

Vernissage im fabriggli

Fantastische Location, viele aufgestellte Besucherinnen und Besucher, eine tolle Show – der Start ist absolut gelungen.

Vernissage da bux Dennis Mungo

Dennis Mungo, der Gitarrengott aus dem Werdenberg hat extra zu jedem Buch ein eigenes Stück arrangiert. An seiner Loop-Station ist er nicht zu bremsen. Genialer Soundteppich zu unseren Texten.

vernissage da bux tom zai

Tom Zai erklärt die Sache mit dem Verlagsnamen da bux. Das Publikum hat viel zu lachen, als er die verworfenen Ideen aus der Brainstorming Phase preisgibt.

Vernissage da bux Stephan Sigg

Stephan Sigg stellt die Autorinnen und Autoren mit witzigen Bildern vor. Bei da bux sind die Schreibenden keine Nummern (siehe unten!) sondern schillernde Persönlichkeiten.

Vernissage da bux Alice Gabathuler

Alice Gabathuler ist nicht unser neues Chormitglied. Sie ist auch nicht die Sängerin unserer Verlags-Garagen-Band. Sie spiele, wenn schon, die E-Gitarre, meint sie. Hier, an der Vernissage, stellt sie ganz einfach unser Gästebuch vor und bringt prägnant die Philosphie unseres Verlags rüber.

Vernissage da bux Mirjam H. Hüberli

Mirjam H. Hüberli liest aus ihrem Buch DU FREAK, in welchem ein Mädchen, na ja, eine Jugendliche, ihren eigenen, freakigen Weg zu finden versucht, um mit dem Blöde-Kuh-Club klarzukommen. Als Erste zu lesen ist nicht leicht. Mirjam H. Hüberli hat das mit der Ruhe eines Profis hinbekommen.

vernissage06

DER FLUCH DER WANZE ist Tom Zais Buch, mit dem er das Publikum zum Lachen bringt. Ob es ahnt, dass es später im Buch nicht mehr viel zu lachen geben wird?

Vernissage da bux Stephan Sigg

Stephan Sigg bringt alle mit seiner packenden Story über Situps, Liegestütze und Klimmzüge ins Schwitzen. Als Jonas, der Protagonist in FITNESS-JUNKIE, von einem Pulver spricht, ahnen die Gäste der Vernissage, dass es hier nicht um gesundheitsfördernden Breitensport sonder um krankhaftes Körper-Tuning geht.

Vernissage da bux Petra Ivanov

Petra Ivanov ist eine ganz grosse Nummer – natürlich ist sie keine NUMMER! Man sagt das halt so – in der Schweizer Buchszene. Ihre Krimis finden sich regelmässig in den Bestsellerlisten. Ihre Qualitäten als Jugendbuchautorin sind vielleicht weniger bekannt. An ihrer Lesung an unserer Vernissage hat Petra Ivanov auf eindrückliche Weise gezeigt, wie altersgemässe, rasante Jugendtexte gemacht werden.

Vernissage da bux Bea Papandopoulus

Bea Papandopoulus von Südkultur freut sich, an der Vernissage dabei zu sein. Südkultur unterstützt DEN FLUCH DER WANZE mit einem grosszügigen Förderbeitrag. Ihre Begeisterung für das Engagement von da bux ist spürbar. Auf sympathische Art motiviert sie den jungen Verlag, das Abenteuer Büchermachen weiter zu verfolgen.

Vernissage da bux Hansruedi Bucher

Hansruedi Bucher und Susanne Büchel vertreten die Stadt Buchs, die es mit einem Beitrag an die Vernissage möglich gemacht hat, dass der Verlag so würdig und gleichsam rockig aus der Taufe gehoben wurde. Die anschauliche Demonstration von Hansruedi Bucher, wie er Jugendliche nicht in Smartphones sondern in Bücher vertieft sehen möchte, bleibt unvergessen.

Vernissage da bux Anstossen

Am Schluss heben alle von da bux die Gläser und freuen sich nur noch über die geglückte Vernissage.

Nicht unerwähnt bleiben sollen Tabea Hüberli, die geniale Grafikerin, die da bux ein Gesicht gegeben hat und Heike Brillmann-Ede, ohne deren Korrekturarbeiten eine Veröffentlichung der Bücher undenkbar wäre.

Alice, Stephan und Tom danken allen, die gekommen sind und auch jenen, die es nicht geschafft haben – den vielen Menschen, die uns mittragen.

Ta-Da! Die Bücher von da bux sind da!

ta-da

Der Postmann klingelte mit Sicherheit zweimal. “Ta-da, die Bücher sind da”, wollte er sagen. Doch es wurde ihm nicht aufgetan. Schliesslich war niemand zu Hause.

Doch im Briefkasten sind 9 – in Worten: Neun – Abholungseinladungen. Ergo war der Postmann oder auch die Postfrau da.

Also sitzt Tom kurz vor Schalterschluss ins Auto, fährt zur Post, parkt rückwärts zwischen die vielen gelben Fahrzeuge und schreitet zügig in die Schalterhalle.

ta-da

Dort wird gescannt, mehrfach, dann die Rechnung präsentiert. Ja, wir lassen in Deutschland drucken. Also liegen Zollgebühren an.

Ta-da, ich zücke meine EC-Karte und blitze damit ab. Die Post ist (noch) nicht kompatibel. Na ja, der Bankomat ist nicht weit weg. Der nette Schaltermensch (das sind ja schon lange keine Beamten mehr, gell!) hilft mir sogar beim Einladen.

Dann ab, nach Hause. Die Familie schleppt mit. Der Musik-Keller wird kurzerhand zum da bux Lager erweitert. Messer gezückt und,  ta-da, Kisten geöffnet und nachgezählt. Alles komplett. Unser Startkapital!

Ta-Da

ta-da

Die Freude ist riesig. Wir wissen, dass schon manches erfolgreiche Unternehmen in einem Keller oder einer Garage ihren Anfang nahm. Drückt uns alle die Daumen, dass da bux auch dazugehört!

Schreiben am Puls der Jugendlichen

Jugendliche testen die Bücher von da bux

Wir von da bux wollen Jugendliche erreichen. Um herauszufinden, ob das nur ein frommer Wunsch ist oder wirklich funktioniert, haben wir Feebacks von einer Testklasse eingeholt – zu „Crash“ und zu „Der Fluch der Wanze“. Die Schülerinnen und Schüler aus Winterthur haben alle einen persönlichen Brief zu den beiden Büchern geschrieben.

Jugendliche testen die Bücher von da bux

Jugendliche geben Feedbacks

„Crash“ haben die Jugendlichen mit grosser Begeisterung gelesen. Kein Wunder! Petra Ivanov weiss, was sie macht. Und was sie macht, ist einfach genial.

Mein Buch hingegen ist bei den Testleserinnen und -lesern zwar angekommen, es gab aber auch Kritik. Wenn wir Kritik scheuen würden, hätten wir keine Test gemacht. Also bin ich nochmal über die Bücher gegangen – eigentlich nur über meines 😉

Es geht immer noch besser

„Der Fluch der Wanze“ ist ursprünglich ein Musical, das ich für 11- und 12-Jährige geschrieben habe. Für unsere Zielgruppe, Jugendliche der Oberstufe, habe ich es adaptiert und logischerweise zu einem “Buch” gemacht. Offenbar bin ich dabei nicht konsequent genug vorgegangen. In der Geschichte ist zu oft die Rede von „Kindern“ gewesen, die Bildsprache nicht immer auf der Erlebniswelt von Teenagern gewählt.

Das habe ich nun geändert. Um mit den Ballerboys zu sprechen – die wie viele andere Figuren in überzeichneter Form schultypische Rollenbilder verkörpern –, habe ich die Geschichte auf dem nächsten Level durchgespielt.

Es hat nun mehr Horror im Buch und einzelne Figuren haben sich verändert oder eine andere Funktion bekommen. So sind die „Streichespieler“ nun „Möchtegern-Ghetto-Rapper“, die mit einem Voodoo-Rap einen Fluch über die „Albert-Einstein-Schule“ sprechen.

So macht Schreiben und Verlegen Freude

Die erneute Auseinandersetzung mit Stereotypen hat mir enormen Spass gemacht. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Grossen Dank an die Jugendlichen der Testklasse. Ich bin überzeugt, nun „fegt“ der Text für euch. Das findet zumindest auch unsere Lektorin, Alice und unsere Korrektorin, Heike.

Am 24. September 2016 geht „Der Fluch der Wanze“ zusammen mit „Crash“, „Fitness-Junkie“ und „Du Freak“ in den Praxistest. Das Team von da bux freut sich extrem darauf.

Verlagsarbeit

Verlagsarbeit

Was war diese Woche los? Ein kleiner Einblick in die Verlagsarbeit

Da war einmal der unvermeidliche Bürokram. In unserem Fall war dieser etwas amtsschimmellastig, aber wir haben das gemeistert.

Korrektorat

Zwei unserer Bücher schickten wir diese Woche nach Berlin zu unserer Korrektorin. Wenn es ums Korrigieren geht, heisst Verlagsarbeit: trau dir selber nicht über den Weg. Irgendwann bist du blind für den Text. Heike, so heisst die Frau mit dem unbestechlichen Auge, sieht einfach alles und leistet weit mehr als nur reine Korrekturarbeit.

E-Books

Für uns stellt sich die Frage: E-Book selber erstellen oder nicht? Und die weit schwierigere: E-Book selber im eigenen Shop vertreiben oder über die bekannten Distributoren anbieten?

Wir haben uns da noch nicht entschieden, aber technisch schon mal die Voraussetzungen für den selbständigen Weg geschaffen. Verlagsarbeit hiess deswegen: Wie wird aus einem LaTeX-Dokument ein E-Book?

Verlagsarbeit

Die Antwort lautet: mit einigen Umwegen und viel Handarbeit. Am Ende lassen wir Calibre das eigentliche E-Book formatieren. Das Ergebnis schaut schon mal nicht schlecht aus.

Eure Meinung

Uns würde eure Meinung interessieren. Kauft ihr E-Books (falls ihr welche kauft) lieber direkt beim Verlag, also bei uns, oder bevorzugt ihr die gängigen Plattformen (für die wir hier vorerst keine Werbung machen wollen)?

Schreibt uns eure Meinung in die Kommentarspalten oder als Diskussion der FB-Seite von da bux.

 

 

 

Der Andruck zum Vorschauheft

edition 1

Heute ist der Andruck eingetroffen. Die Druckerei möchte sicherstellen, dass alles in Ordnung ist, bevor sie die Maschinen anwirft.

Andruck

Der Andruck vor dem “Gut Zum Druck”

In unserem Fall werden die Maschinen nicht allzu lange zu tun haben. Es sind 100 Exemplare des Vorschauhefts bestellt.

Wir werden sie an Schullesungen abgeben und an hoffentlich interessierte Medien versenden.

Der professionelle Auftritt ist uns wichtig. Wir werden vermutlich nicht zu jeder Edition ein Vorschauheft drucken lassen. Für unser erstes Programm, Edition 1, allerdings, muss das einfach sein.

Tatsächlich fanden sich vor dem “Gut Zum Druck” noch zwei hässliche Schusterjungen (siehe auch LaTeX).

Nun freuen wir uns auf die fertigen Hefte, die Ende nächster Woche geliefert werden.

Ein digitaler Blick hinein ist jetzt schon möglich.

LaTeX – Das Layout Programm von da bux

LaTeX

Beim Stichwort „Latex“ denken manche wohl in erster Linie an erotische Spezialkleidung. Wir von da bux nutzen LaTeX, ausgesprochen: [ˈlaːtɛç], als geniales Layoutprogramm, um unsere Bücher zu setzen.

Was ist LaTeX?

Wer wirklich in die Details gehen möchte, findet im Internet massenhaft Tutorials und Informationen. Ich mache einen Versuch, es möglichst einfach auszudrücken.

LaTeX läuft auf sämtlichen Computersystemen. Es ist vorerst mal kein „What You See Is What You Get“-Programm und „unter der Haube“ eigentlich TeX. In einem Editor wird das Dokument als Quelltext mit Kommandos geschrieben. Im „Header“ wird definiert, ob das Dokument zum Beispiel ein Buch, ein Artikel, eine Beamer Präsentation oder vieles mehr ist. „Pakete“ werden geladen, die zum Beispiel für das Einbinden von Bildern und vielem mehr benötigt werden. Details, wie Seitengrösse, Seitennummerierung, Sprache, Zeilenabstand, usw. werden hier definiert.

Das Resultat ist eine Datei mit der Endung .txt. Diese wird mit LaTeX in ein PDF umgewandelt. Andere Outputs sind möglich. Die Qualität der PDFs ist so gut, dass sich daraus eben auch Bücher drucken lassen. Sobald etwas nicht sauber funktioniert, generiert LaTeX Fehlermeldungen oder Warnungen.

Beliebt ist das Programm gerade auch, um wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben. Es kommt hervorragend mit mathematischen Formeln und graphischen Abbildungen klar und erstellt saubere Verzeichnisse.

Konkret

Ich arbeite mit dem Editor Texmaker.

LaTeX

Im Beispiel fallen die vielen roten \enquote{…} Kommandos auf. So setze ich direkte Reden. Der Vorteil: sollten unsere Bücher je in Deutschland erscheinen, ändere ich einfach im Header die Definition unserer Anführungszeichen von

\usepackage[babel,german=swiss]{csquotes}

in die entsprechend deutsche Variante, bei der die Spitzen der Anführungszeichen nach innen zeigen müssen. (Das grössere Problem mit dem scharfen S, dem EsZett, müsste natürlich separat gelöst werden.)

Unsere Schrift

Mit der Schrift haben wir einige Experimente gemacht. In einem ersten Schritt haben wir uns für eine serifenlose entschieden, siehe LaTeX Katalog. Am Ende haben wir URW Gothic mit etwas mehr Zeilenabstand als üblich gewählt.

Hurenkinder und Schusterjungen

Für mich als Newbie im Buchsatz gibt es natürlich einiges zu entdecken. Man muss sich ja immer bewusst sein, dass man den Regeln des Buchdrucks folgt, der mit Bleibuchstaben entwickelt worden ist. Eine Besonderheit, auf die mich unsere fantastische Korrektorin Heike aufmerksam gemacht hat, sind Schusterjungen. Eine nicht volle Zeile oben auf der neuen Seite mit einer Zeilenschaltung ist ein No-Go. Hurenkinder sind übrigens verwaiste Einzelzeilen unten, die es logischerweise auch zu vermeiden gilt.

 

Damit schliesst sich wie von Zauberhand der Kreis zur Eingangs erwähnten Erotik, die in unserer „Edition 1“ komplett fehlt. Stattdessen ist sehr viel LaTeX darin enthalten.

LaTeX

 

 

fabriggli – Buchpremiere

fabriggli

Wir möchten jetzt schon auf den offiziellen Startschuss in den ersten Bücherherbst von da bux aufmerksam machen.

Premiere im fabriggli, Buchs SG, am 24. September 2016

fabriggli

An diesem für uns so wichtigen Anlass präsentieren wir von 14 bis 16 Uhr die druckfrischen Bücher unserer Edition 1. Mit von der Partie sind alle Autorinnen und Autoren, die aus ihrem Wirken und Werken erzählen und lesen.

Natürlich werden wir vom Team da bux über unsere neue Leidenschaft, das Bücher verlegen, berichten und die eine oder andere Anekdote zum Besten geben. Zum Beispiel, wie der Verlag endlich zu seinem Namen kam oder wie wir aus dem Fotoshooting gleich eine Arbeitssitzung gemacht haben, die Ana Kontoulis, die Fotografin, dann zwangsläufig unterbrechen musste.

Special Guest

Eben zugesagt hat Dennis Mungo, der Gitarrenvirtuose aus dem Werdenberg. Wir freuen uns auf seine Loops, die rockigen Riffs und die genialen Soli. Hier ein kleine Kostprobe:

Herzlich Willkommen

Wir schreiben für ein junges Publikum, sind aber überzeugt, viele Erwachsene mit unseren Büchern anzusprechen. Schliesslich sind wir alle irgendwie jung geblieben, oder nicht?

So freuen wir uns jetzt schon auf einen Grossaufmarsch im fabriggli, einen fetzigen Buchnachmittag. Bitte merkt euch das Datum vor! Weitere Details folgen.

Hier der Link zum fabriggli.

Und hier der Lageplan:

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Das Vorschauheft Edition 1

Liebe Leserinnen und Leser

Mit Stolz präsentiert da bux das Vorschauheft

dabux_edition1

Edition 1

Cover diskutieren, an Textstellen feilen, die Zeilen setzen, Grundsätzliches überdenken – das hat die Köpfe hinter da bux ganz schon zum Qualmen gebracht.
Wir sind der Meinung, es hat sich gelohnt.

Eigentlich ein Buch

Das Vorschauheft kommt wie ein Buch daher. Na ja, Bücher können eigentlich nicht gehen, aber das sagt man halt so. In den nächsten Tagen geht es in den Druck. Auf unserer Website ist es jetzt schon digital verfügbar. Weil es ein Buch ist, springen die Texte beim Seitenwechsel von links nach rechts und umgekehrt. Na ja, Texte können eigentlich auch nicht springen. Aber eben …

Genug gequatscht

Nun will ich die Leserinnen und Leser aber nicht weiter aufhalten. Hier geht es direkt zum Vorschauheft.

Viel Lesespass!

Verlosung: Lesung mit Katja Alves gewinnen

Sie möchten Katja Alves in Ihrem Schulzimmer, Ihrer Aula, Ihrer Bibliothek erleben?

Wir verlosen eine Schul-Lesung für Jugendliche (für 1 oder 2 Schulklassen der 1. oder 2. Oberstufe). Mitmachen können alle Schulen und Bibliotheken in der ganzen Schweiz.

Das Verlagsteam zieht unter allen Einsendungen die Gewinnerin, den Gewinner (Die Lesung sollte zwischen 1. Oktober und 10. Dezember 2018 stattfinden, der Lesetermin wird nach Absprache zwischen Gewinner und Autorin festgelegt).

Erwischt

Katja Alves ist schon gespannt, wo sie aus “Erwischt!” lesen wird: In der Ost-, Zentral- oder Nordschweiz, in der Stadt oder auf dem Land … vielleicht bei Ihnen?

Teilnehmen: E-Mail mit Betreff “Verlosung” an contact@dabux.ch (Infos zur Schule und Kontaktdaten nicht vergessen)

Einsendeschluss: 21. September 18 – der Rechtsweg ist ausgeschlossen – die Daten werden nicht weiterverwendet.

 

Informationen und Leseprobe zu “Erwischt”