“Besuche von Autorinnen und Autoren sind immer ein Erfolg”

Was tun Mediotheken in Sachen Leseförderung für Jugendliche? Wir haben nachgefragt in der Mediothek Sternmatt 2 in Baar ZG.

Frau Bucheli, welche Bücher / Themen sind bei Ihren Jugendlichen gerade sehr gefragt?

Claudia Bucheli: “Das sind entweder dünne Bücher für leseschwache Jugendliche oder dann mehrbändige Mystery-Thriller, Romantic-Thriller, Dystopien oder heftige, krasse Stories für Lesebegeisterte.”

Wie versucht Ihre Mediothek, Jugendliche zum Lesen zu motivieren?

“Ich versuche in erster Linie in der Mediothek eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Besucherinnen und Besucher wohlfühlen und gern vorbeikommen. Alle Leseangebote sind niederschwellig. Hier ein aufgeschlagenes Buch mit coolen Bildern zu einem Thema oder da ein QR-Code auf dem Buch mit dem Buchtrailer, der mit einer Klasse entstanden ist. Gern auch mal ein auffälliges Zitat aus einem Buch, das Interesse weckt, das danebenliegende Original in die Hand zu nehmen und hineinzuschnuppern. Besonders cool sind Angebote, bei denen die Jugendlichen mitmachen können oder in Zusammenarbeit mit einzelnen Klassen geschehen. Buchtrailer-Produktionen oder gemeinsame Einkäufe in der Buchhandlung sind solche Beispiele. Immer ein Erfolg sind Besuche von Autoren. Diese Begegnungen wirken wie ein Katalysator und motivieren Jugendliche, in ein Buch einzutauchen.”

Welche Aktionen stossen auf positive Reaktionen?

“Besonders erfolgreich bin ich ausserdem mit dem Makerspace. Das sind monatlich wechselnde Angebote, die Schülerinnen und Schüler in der Mediothek besuchen können. Beispielsweise Roboter programmieren, Trickfilme herstellen, eine Drohne fliegen, Grittibänzen backen usw. Es darf getüftelt und ausprobiert werden. Man trifft sich, kommt miteinander ins Gespräch und kann dabei auch Lesetipps einfliessen lassen oder von einem sehenswerten Film erzählen, den es auch als Buch gibt. Auf diese Weise passiert es oft, dass Jugendliche sich mit einem Buch in die Sofaecke setzen und später dann eine Neuheit mit nach Hause nehmen. Das zweite grosse Erfolgsprojekt ist natürlich Schulhund Mambo, der mich 1-2mal pro Woche in die Mediothek begleitet. Zahlreiche Jugendliche kommen “nur” wegen Mambo in die Mediothek, holen sich mit ein paar Streicheleinheiten Kraft und Energie für die bevorstehende Prüfung oder einfach für den Tag. Auch das sind prima Gelegenheiten, Beziehungen mit den Jugendlichen zu pflegen, zuzuhören, wie es ihnen geht und sich über Gelesenes auszutauschen.”

Welche Aktionen haben nicht funktioniert und haben Sie deshalb nicht mehr 
durchgeführt?

“Ich stelle eine gewisse Mitmachmüdigkeit bei Wettbewerben fest. Diese Aktionen habe ich etwas heruntergefahren, weil Aufwand und Ertrag nicht übereinstimmen.”

Ihre Mediothek ist auch online sehr aktiv: Welche Idee steckt dahinter?

“In erster Linie ist es eine gute Möglichkeit, zu zeigen, was läuft. Lehrpersonen lesen vor allem die Blogartikel mit Unterrichtsthemen im Bereich Medienpädagogik, Leseförderung und Informatik. Schülerinnen und Schüler schauen sich Fotos oder Videos an, die in der Mediothek gemeinsam entstanden sind. Sie erfahren Details zu den Makerspace-Daten oder gelangen bequem zum Onlinekatalog. Zusätzlich ist die Webseite eine Möglichkeit, für weitere Interessierte sichtbar zu werden, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und dadurch mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Den Instagram-Account führe ich klar für die Jugendlichen.”

Kommen Sie so näher an die Jugendlichen ran?

“Auf jeden Fall. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie schnell sie auf einen Post reagieren. Die Jugendlichen sind sehr aktiv und wertschätzend. Sie geben schnell und klar Rückmeldung, was ihnen gefällt und sind dankbare und ehrliche Berater*innen in Sachen Social Media.”

Viele Jugendbücher sind heute eingebettet in einen Medienverbund: Es gibt eine TV-Serie dazu, ein Game, ein Hörbuch usw. – weckt das die Lust am
Lesen?

“Ich stelle oft fest, dass ein Buch, das vielleicht schon lange in der Mediothek steht, erst dann zum Hype wird, wenn eine Serie oder ein Spielfilm entstanden ist. Insofern hat sich die Reihenfolge im Vergleich zu früher verändert. Zuerst der Film, dann das Buch. Das aber dann sehr gerne! Die Lust auf das Lesen kann heute durchaus auch via Film entstehen. Man darf auch nicht vergessen, dass das “Filme lesen” ebenfalls viel Potenzial enthält. Auch hier muss eine Entschlüsselung eines Medieninhaltes stattfinden. Idealerweise kann man dann mit der Buchvorlage vergleichen und darüber sprechen, ob die Adaption gelungen ist oder welche Verbesserungsvorschläge die Jugendlichen hätten.”

Wie wichtig ist für Sie die Zusammenarbeit mit den Deutschlehrpersonen? Welche Kooperationen gibt es?

“Diese Zusammenarbeit schätze ich sehr. Wir pflegen im Schulhaus Sternmatt 2 einen sehr engen Austausch. Die Lehrpersonen holen sich Ideen und Rat bezüglich einer Klassenlektüre oder Medienproduktionen. Ich biete verschiedene Workshops an, die Medien ins Zentrum rücken oder stelle spezielle Medienkisten zusammen. Gern führen wir auch gemeinsame Projekte durch, wie zum Beispiel eine Bookslam-Buchtrailer-Spezialwoche, Hörspielproduktionen oder das Erstellen eines E-books über ein gelesenes Buch. Zusätzlich zirkuliert eine iPad-Kiste auf der 3. Oberstufe. Dazu biete ich verschiedenste iPad-Lektionen an, bei denen Bücher miteinbezogen werden.”

Wo sehen Sie für die Zukunft Potential bei der Leseförderung bei Jugendlichen – was fehlt noch? Und welche Themen sollten Jugendbücher aufgreifen?

“Ich bin überzeugt, dass Mediotheken wichtiger werden denn je und ein breites, ausgezeichnetes Angebot an Jugendliteratur und attraktiven Sachbüchern Standard sein muss. Die Mediothek als Treffpunkt, als Herz einer Schule und Ort zum Auftanken und Sein, zum Austauschen über Medien, Gadgets und Tools aller Art. Daneben braucht es Angebote, die Digitales und Analoges kombinieren, niederschwellige Mitmachmöglichkeiten, bei denen Jugendliche ihre Fähigkeiten, mit dem Handy umzugehen, zu gamen oder Social Media zu nutzen, einbringen können. Dann können beide profitieren. Themenmässig ist der da Bux-Verlag voll auf Kurs: Hier finden auch lesemüde Jugendliche attraktive Bücher, die sie sprachlich nicht überfordern und die Lust am Lesen (wieder) wecken, weil die Storys sie in ihrer Lebenswelt abholen, spannend und mitreissend sind. Solche Lese-Erfolge spornen an und machen Lust auf mehr. “

Homepage Mediothek Baar

Instagramkanal


da bux im Rennen um Publikumspreis Jungunternehmerpreis Startfeld Diamant St. Galler Kantonalbank

Der da bux Verlag bereichert mit seinen Jugendbüchern nicht nur die Schweizer Verlagswelt, sondern auch die Startup-Szene im Kanton St. Gallen.

Jetzt geht der Verlag aus Buchs ins Rennen um den Publikumspreis beim Jungunternehmerpreis Startfeld Diamant der St. Galler Kantonalbank. Das Voting läuft bis 18. Februar – Alice Gabathuler, Stephan Sigg und Tom Zai freuen sich über eure Unterstützung!

Wir hoffen, mit diesem Preis viele neue Leserinnen und Leser auf unsere Jugendbücher aufmerksam machen zu können. Ihr könnt uns ganz einfach unterstützen per SMS – zur Abstimmung



Sekundarschule Altnau gewinnt Lesung mit Katja Alves

Zum Start der Edition 3 verloste der da bux Verlag eine Lesung mit Katja Alves. Viele Schulen und Bibliotheken aus der ganzen Schweiz nahmen teil. Bei der Verlagsparty in Dietikon zog Katja Alves die Gewinnerin: 

… die Sekundarschule Altnau! Gross war die Freude bei der Bibliothekarin und Schülerinnen / Schüler, als sie von ihrem Gewinn erfuhren.

Katja fährt an den Bodensee …

Am 5. Dezember war es endlich soweit: Katja Alves reiste von Zürich in den Kanton Thurgau an den Bodensee und las aus ihrem Jugendbuch „Erwischt!“ vor – und stiess auf begeistertes Echo.

„Lustig und unterhaltsam!“, bezeichnete die Bibliothekarin die Lesung. „Es war erstaunlich, wie viele Themen aus dem Alltag der Schülerinnen und Schüler Katja Alves angesprochen hat: Berufswahl, PeerGroup, Eifersucht, Liebe und auch Computer-Trends hat.“ Die Jugendlichen waren begeistert, es wurde gelacht und viele Fragen gestellt.

Sekundarschule Altnau ist da bux Fan: Katja Alves wurde mit dieser Vitrine begrüsst. Einfach schön, dass da bux in dieser Bibliothek schon mit so vielen Büchern vertreten ist!

Weitere Informationen zu “Erwischt”

Jugendliche wählen “Hau ab, Bruderherz” auf die Shortlist von Bookstar 2018

Gross ist die Freude bei da bux und Autor Franco Supino: Das Buch “Hau ab, Bruderherz” steht auf der Shortlist von Bookstar 2018. Das Besondere an diesem Wettbewerb: Die 20 Bücher wurden ausgewählt von einer Jugendjury aus den Schulen Hirschengraben Zürich, Rebhügel Zürich, Rorbas-Freienstein, Walenbach-Wetzikon, Wetzikon-Seegräben. Und es sind Jugendliche aus der ganzen Deutschschweiz, die ihren persönlichen Favoriten küren. Anstatt Jugendliteratur von einer erwachsenen Fachjury bewerten zu lassen, macht sich der Bookstar für die Meinung der Jugendlichen selbst stark und ist damit einzigartig im deutschsprachigen Raum.

International bekannte Autoren

Neben Franco Supino sind auf der Liste einige international bekannte Jugendbuchautorinnen und -autoren zu finden, viele der Bücher sind bei namhaften Verlagen erschienen. Gerade deshalb ist es für den jungen da bux Verlag eine besondere Ehre und Auszeichnung, auf dieser Liste präsent zu sein.

Das Online-Voting startet am 1. Mai 2018 und läuft bis 30. September 2018. Voten können alle Jugendlichen ab 12 Jahren.

Mehr zu Bookstar und den Nominierten

Wir drücken Franco Supino die Daumen!

Informationen und Leseprobe “Hau ab, Bruderherz”

Edition 2 unter dem Weihnachtsbaum

Die da bux Edition 2 kommt an: Von “Hau ab, Bruderherz” (Franco Supino), “Oda ist weg” (Andrea Gerster) und “Voll Risiko” (Alice Gabathuler) ist bereits die 2. Auflage erhältlich – und das nach knapp drei Monaten! Das Verlagsteam freut sich, dass auch Edition 2 bei Leserinnen und Lesern so gut ankommt. Die Autorinnen und Autoren der Editionen 1 und 2 waren in den letzten Wochen an vielen Schulen in der ganzen Schweiz zu Gast, lasen aus ihren Büchern und diskutierten mit Schülerinnen und Schüler über ihre Geschichten und das Schreiben.

Die Bücher der Edition 2 und 1 eignen sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk für Jugendliche und Erwachsene. Neugierig gemacht? Stöbern Sie in unseren Leseproben!

 

 

“Den Jugendlichen möglichst direkt und auf Augenhöhe begegnen”

Interview mit Andrea Gerster zu ihrem Buch “Oda ist weg”.

Wie bist du auf die Idee zu «Oda ist weg» gekommen? Was hat dich inspiriert?

Andrea Gerster: “Die Hauptfigur Konrad in «Oda ist weg» ist seines Aussehens und seiner Herkunft wegen geradezu prädestiniert gemobbt zu werden. Wird er aber nicht. Hat er einfach Glück? Oder liegt es an ihm? Die Antwort darauf habe ich in eine Story verpackt, die dramatisch, witzig, aber auch berührend ist. Inspiration für meine Kinder- und Jugendgeschichten bietet mir mein Leben in einer grossen Familie und meine Freude an Kindern, jungen und alten Menschen sowie an Tieren.”

Viele Jugendliche lassen sich heute kaum mehr zum Lesen motivieren: Wie willst du bei ihnen die Leselust wecken?

“Ich erinnere mich beim Schreiben an mein eigenes Lesen als Kind und Jugendliche. Geschichten, die lebensnah und spannend waren und eine Sache aus einer etwas anderen Perspektive beleuchteten, haben mich immer fasziniert. Aber eigentlich ergeht es mir auch heute als Erwachsene noch so: Bücher, die eine etwas andere Sicht auf ein Geschehen zulassen, empfinde ich meistens als gut.”

Es ist nicht einfach, für Jugendliche zu schreiben bzw. sie authentisch zu schildern: Wie ist dir das gelungen? Was hast du da für Tricks?

“Ich erzähle so, wie ich auch mit Jugendlichen rede: Möglichst direkt, auf Augenhöhe und immer gern mit Witz und Humor. Dazu vermeide ich es, mich mit Jugendslang anbiedern zu wollen.”

Du hast deine Geschichte bereits bei Schullesungen getestet: Welche Reaktionen hast du bekommen? Wie haben sie auf die Protagonisten der Geschichte reagiert?

“«Oda ist weg» ist sehr gut angekommen. Es wurde oft und an den richtigen Stellen gelacht. Ich vermute, die Jugendlichen konnten sich gut mit dem Protagonisten, in diesem Fall einem typischen Antihelden, identifizieren. Ein bisschen Konrad steckt wohl in uns allen. Natürlich wurde danach gefragt, wie die Geschichte denn nun ausgehe oder wo Oda eigentlich stecke. Ausserdem wollten die Jugendlich wissen, wo sie das Buch kaufen können.”

Leseprobe und weitere Informationen zu “Oda ist weg”

Oda ist weg

Vernissage in der Kantonsbibliothek Frauenfeld: Bühne frei für Edition 2!

Mit einer Vernissage in Frauenfeld lancierte der da bux Verlag die Edition 2. Moderatorin Evelyn Schertler Kaufmann, Präsidentin des Thurgauer Rezensionsmagazins “jugendliteratur_aktuell”, stellte die Autorinnen und Autoren und ihre Werke vor und entlockte in Interviews spannende Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte der vier neuen da bux-Bücher.

Alice Gabathuler, Franco Supino, Tom Zai und zuletzt Andrea Gerster, für die die Vernissage in der Thurgauer Kantonshauptstadt ein Heimspiel war, lasen kurze Ausschnitte aus ihren Geschichten vor. “Vier ganz verschiedene Bücher, jedes mit einer ganz eigenen Erzählsprache”, sagte Evelyn Schertler am Schluss der Veranstaltung, “Es lohnt sich, in alle einen Blick hineinzuwerfen.”

Am 20. September findet die zweite Vernissage statt: da bux ist zu Gast in der Bibliomedia Solothurn – dieses Mal ein Heimspiel für Franco Supino.

Die Edition 2 ist da …

Flucht, Aussenseiter, Macht und Ohnmacht, Mut zum Risiko … Lange haben wir auf diesen Augenblick hingearbeitet: Die ersten Exemplare der Edition 2 sind da!

Die vier Bücher der Edition 2 können ab sofort vorbestellt werden und werden ab September ausgeliefert. Die Bücher behandeln vier ganz besondere Themen:

Oda ist weg von Andrea Gerster: Von liebenswert schrägen Aussenseitern und dem Wachsen von Freundschaften – mit viel Witz und Charme erzählt.

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Voll Risiko von Alice Gabathuler, ein Buch mit drei Geschichten über Mut und Übermut, Risikobereitschaft und Leichtsinn – in einfachster Sprache packend erzählt.

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Hau ab, Bruderherz! von Franco Supino,  ein subtiles Buch über Flucht, Familie, Diktatur und Freundschaft – unerwartet inszeniert.

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Der Knast von Tom Zai , ein Buch über Macht und Ohnmacht, das unter die Haut geht. Angelehnt an das bekannte Standford Prison Experiment.

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Zu den Hintergrundinfos und Leseproben

 

 

“Selten beim Lesen so sehr aus tiefstem Herzen gelacht”

Interview von Stephan Sigg mit Alice Gabathuler, die drei der da bux Bücher der Edition 2 lektoriert

Du steckst mitten im Lektorat der neuen Texte. Wie ist die momentane Befindlichkeit: genervt, beeindruckt oder erschöpft?

Alice Gabathuler: “Glücklich und motiviert, weil wir für 2017 wieder tolle Geschichten haben. Dankbar für die extrem gute Zusammenarbeit mit den AutorInnen und meinen beiden Mitverlegern. Zuversichtlich für unseren Verlag. Voller Optimismus, Schwung und Energie für die nächsten anfallenden Arbeiten.”

Worauf achtest du beim Lektorieren der da bux-Texte besonders?

“Ganz wichtig: Ich begegne den Texten mit sehr viel Respekt, weil ich weiss, wie viel Arbeit hinter ihnen steckt. Auch oder vielleicht gerade bei den da bux Geschichten, die ja einfach zu lesen sind, denn aus eigener Erfahrung weiss ich: einfach zu schreiben ist etwas vom Schwierigsten. Worauf ich achte: Logik, allfällige Plotlöcher, Schlüssigkeit und Stimmigkeit der Figuren und der Geschichte, der Zielgruppe angepasste Erzählsprache, Sprachrhythmus. Ganz wichtig ist es dabei, jeder Erzählsprache ihren Charakter zu lassen.”

Mit welchen Tricks, mit welcher Strategie entdeckst du die Schwachstellen eines Textes?

“Den lektorierten Text eine Weile ruhen/liegen lassen und dann noch einmal durchgehen. Der allerbeste Trick ist lautes Vorlesen des Textes, nachdem ich meine Anmerkungen gemacht habe. Da zeigt sich dann, was ich übersehen habe.”

Zwischen AutorInnen und LektorInnen kommt es nicht selten zu Konflikten: Wollen deine AutorInnen immer noch mit dir Kaffee trinken gehen, nachdem sie den von dir lektorierten Text zurückbekommen haben?

“Das hoffe ich sehr, aber da musst du die AutorInnen fragen. Ich finde, gute Textarbeit ist ein Miteinander. Sowohl AutorIn als auch Lektorin möchten das Beste für den Text. Meine Anmerkungen sind nie Befehle, sondern Fragen oder Vorschläge. Am Ende muss der Text für alle stimmen.”

Wer hat das letzte Wort – die Autorin oder die Lektorin?

“Beide gemeinsam. Manchmal geht eine Textstelle mehrmals hin und her, bis beide zufrieden sind. Ganz wichtig: Es sind die Texte der AutorInnen, von denen jeder und jede eine einzigartige Erzählsprache hat. Die muss unbedingt erhalten bleiben. Manchmal würde ich als Autorin einen anderen Ausdruck verwenden, aber der Ausdruck muss nicht zu mir, sondern in den vorliegenden Text passen. Mir ist der Dialog wichtig. Natürlich ist das zeitaufwendiger als einfach Anmerkungen in einen Text zu schreiben, aber mir gefällt diese intensive Art der Auseinandersetzung mit einem Text.

Inwiefern haben sich die da bux-Texte der Edition 2 durch dein Lektorat verändert? Kannst du uns ein Beispiel nennen.

“Einige Plotlöcher oder kleine Ungereimtheiten sind verschwunden. Das war vor allem bei Franco Supino sehr wichtig, der sich an eine Riesenherausforderung gemacht hat, indem er ein Land erschaffen hat, in der alles stimmig sein musste, etwas vom Schwierigsten, das man als Autor tun kann. Ich habe grossen Respekt davor – selber hätte ich das nämlich nicht gekonnt. Die Texte sind noch kondensierter und damit präziser geworden, weil Lektoren sie mit anderen Augen sehen und auch weniger Hemmungen beim Kürzen haben. Das gibt ihnen noch mehr Intensität – was bei Tom Zais Geschichte zu einem wahren Höllenritt geführt hat (das es vorher schon, jetzt noch mehr).

Zu Andrea Gersters Geschichte möchte ich gerne etwas sagen, dass nicht direkt mit deiner Frage zu tun hat, das ich jedoch unbedingt loswerden möchte: Ich habe selten beim Vorlesen eines Textes so sehr aus tiefstem Herzen gelacht. Der Humor in Andreas Geschichte ist einfach wunderbar, ihre Figuren sind so wahnsinnig lebensecht und liebenswürdig.

Ist das Lektorieren auch eine Schreibschule für dich als Autorin?

“In gewisser Weise ja. Jede intensive Auseinandersetzung mit einem Text ist ein Lernen über das Schreiben. Ich kann daran wachsen und das gefällt mir.”

Wie hat sich dein Blick auf deine Lektorinnen verändert? Was ist dir bewusst geworden?

“Ich empfand mich als extrem viel strenger als es meine Verlagslektorinnen je mit mir waren. So sehr, dass ich mich gefragt habe, ob ich nicht zu hart und zu kritisch lektoriere. Andererseits ist es ja genau das, was ich mir wünschen würde: eine intensive Auseinandersetzung mit dem Text.

Zum Glück habe ich seit Kurzem einen neuen Lektor. Es ist Verlagskollege Tom Zai. Er hat meine drei Geschichten für das Buch „Voll Risiko“ genauso hart, erbarmungslos und im Dienst des Textes lektoriert wie ich das tue. Es ist, als lege man seinen Text auf einen Seziertisch, nehme ihn auseinander, gucke sich alles gründlich an, um dann aus etwas Gutem etwas sehr Gutes zu machen. Und das in gegenseitigem Respekt und vor allem in einem intensiven Austausch. Wenn du abschliessend die Kaffetrinkfrage in Bezug auf Tom Zai stellen würdest: Ja, ich ginge jederzeit und immer wieder gerne mit ihm einen Kaffee trinken.”

 

Die Bücher der da bux Edition 2

 

Workshop für Bibliothekarinnen aus Tschechien

Wie steht es eigentlich um die Leseförderung in … Tschechien? Eine besondere Premiere für das da bux-Team: Im Rahmen des Kulturaustausches “Kanton St.Gallen – Liberec / Tschechien” hat der Kanton St. Gallen Anfang Mai Alice Gabathuler, Stephan Sigg und Tom Zai eingeladen, den Bibliothekarinnen aus Tschechien das Konzept von da bux und die Bücher der Edition 1 vorzustellen. Das Verlagsteam erfuhr bei diesem besonderen Workshop  einiges über die Leseförderung in Tschechien.

“So etwas fehlt bei uns!”

Gespannt lauschen die Bibliothekarinnen den Ausführungen des da bux-Teams. Alice, Stephan und Tom können sich bei diesem Workshop jeweils nach ein paar Sätzen eine Pause gönnen – ein Dolmetscher übersetzt auf Tschechisch und zurück. “Uns ist es wichtig, dass wir uns austauschen können”, sagt Alice zu den Zuhörerinnen. Und dieser Austausch nimmt trotz Sprachbarriere schnell Fahrt auf. “Ein solches Projekt gibt es bei uns nicht”, so die Bibliothekarinnen, “dabei machen auch wir die Erfahrung, dass Jugendliche immer weniger lesen und sich mit Lesen schwer tun.” Besonders im Trend seien bei Tschechischen Jugendlichen momentan Fantasy-Bücher und “Gregs Tagebuch”. Doch als sie von den Themen der Edition 1 von da bux erfahren, nicken sie sofort zustimmend: Fitnesssucht, jugendliche Raser, Mobbing und Rollenbilder – alles Themen, die auch den Jugendlichen in ihrer Heimatstadt Liberec auf den Nägeln brennen.

“Eure Geschichten müsste man übersetzen!”, wirft eine Bibliothekarin lachend ein. Dieser Wunsch wird gleich erfüllt: Stephan Sigg und Tom Zai lesen Ausschnitte aus ihren Büchern vor – und werden dabei live vom Dolmetscher übersetzt. Und schon ist der Workshop zu Ende. “Na shledanou!”, verabschieden sich die Bibliothekarinnen und versprechen, über Facebook mit da bux in Kontakt zu bleiben.

Filmmaterial

Filmmaterial

Neu gibt es auf der Website von da bux  eine Seite mit interessantem und unterhaltsamem Filmmaterial. Die Videos vom Verlags Channel auf YouTube sind unter /Verlag/Videos abgelegt.

Filmmaterial

Filmmaterial

Die ersten Videos im Channel stammen von unserem Workshop mit tschechischen Bibliothekarinnen in St.Gallen. Speziell ist die sympathische und offenbar witzige Simultanübersetzung des Dolmetschers Jan Hanzl. Mehr zu diesem spannenden Anlass demnächst auf dieser Seite …

Das Filmmaterial wird laufend erneuert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Buchtrailern und unseren Events.

Der YouTube Channel von da bux

Hier geht es direkt zum YouTube Channel von da bux.

 

Frohe Weihnachten und alles Gute im neuen Jahr!

Weihnachten

Das Team von da bux dankt allen Freundinnen und Freunden des Verlags, den Kundinnen und Kunden und nicht zuletzt unseren Autorinnen und Autoren für ein wunderbares 2016, mit dem unser Verlag fulminant gestartet ist.

Fürs neue Jahr freuen wir uns auf viele zufriedene Leserinnen und Leser und besonders auf unsere Edition 2.

Lasst es euch gutgehen und vor allem gutlesen!

Herzliche Grüsse, eine frohe Zeit und ein glückliches 2017 wünschen

Alice, Stephan und Tom

da bux im Fernsehen

da bux im Fernsehen

Es begann mit einer Mail. Sie kam von Stephan Sigg und ging ungefähr so: Anschnallen, wir dürfen ins …

Fernsehen

Zuerst ein paar Worte zum etwas seltsam anmutenden Begriff Anschnallen. Er bezieht sich nicht auf unsere Fahrweise – weder in Bezug auf unsere Autos noch im Bezug auf ein gemeingefährliches Lenken unseres Verlags. Anschnallen wurde irgendwann in diesem Frühjahr, als uns die guten Rückmeldungen zu überrollen begannen, zum verlagsinternen Mailbetreff für sensationelle Nachrichten. Es gab einige dieser Anschnallen-Mails. Zum Beispiel Zusagen von Unterstützern wie der Gemeinde Buchs, Südkultur oder der Ortsgemeinde Walenstadt. Oder als verschiedene Medien über uns berichteten. Und dann eben die Anschnallen-Mail zur Einladung ins Fernsehen. Zehn Minuten Live-Talk auf tvo, das Ostschweizer Fernsehen.
Erste Freude des Tages:  Wir wurden in den Zeitungen angekündigt.

Die perfekte Welle

Stephan und Alice (Tom konnte leider nicht dabei sein) treffen sich in St.Gallen am Ende von Gleis drei und nehmen dann den Bus zum Fernsehstudio hinaus. Während sie durch die Strassen tuckern reden sie – natürlich – über den Verlag und wie wahnsinnig sich das gerade alles anfühlt. Die perfekte Welle halt. Nein, nervös sind sie nicht, eher so ein bisschen wie Kinder im Spielzeugladen. Freudig aufgeregt.

Styling

Im Studio werden sie extrem nett empfangen und betreut. Nach einem Kaffee geht’s in die Maske. Alice ist total geplättet, weil es dort aussieht wie sie es aus Filmen kennt. Samt Lämpchen am Spiegel. Stephan ist total locker – Alice etwas … ach guckt selber. Das Bild spricht für sich.

da bux im Fernsehen

da bux im Fernsehen

Kurze Zeit später ist auch Alice hell begeistert. Catherine Hübner hat einen Superjob gemacht! Man sieht nicht jeden Tag auf einen Schlag zwanzig Jahre jünger aus. Na ja, zehn … aber zehn ist auch nicht schlecht.

da bux im Fernsehen

Vorbereitung

Zwischendurch werden die Mikrophone angeheftet und dann sollen Alice und Stephan ins Studio zum Probesitzen – wer sitzt wo, damit die drei Kameras alle erfassen können? Die Ansprechpartnerin und Betreuerin Christine Hengartner ist stets dabei. Gut gelaunt und bestens informiert lotst sie durch die Vorbereitungen und erklärt den Programmablauf.

ba bux im Fernsehen

Natascha Verardo, die das Gespräch mit Alice und Stephan führen wird, begrüsst die beiden. Sie plaudern über dies und das und den Verlag – aber nicht darüber, welche Fragen Natascha stellt. Das passt perfekt, denn die besten Gespräche sind die spontanen – vorgekaute Fragen durchnudeln wirkt für die Zuhörenden langweilig.

Auf Sendung

Das Gespräch vergeht wie im Flug. Natascha ist top vorbereitet, perfekt gebrieft von Christine. So macht Fernsehen Freude! Alice und Stephan sind ganz im Moment gefangen und brauchen noch etwas Distanz, bis sie sich die Sendung zu Hause ansehen. Wer auch gucken will: Hier der Link zum Beitrag im tvo.

Nach der Sendung geht’s noch einmal ins Studio für ein Erinnerungsfoto mit Natascha.

da bux im Fernsehen

Nach der Sendung ist vor der Sendung 😉

Nach dem Auftritt macht Stephan seinem Namen als Medienverantwortlicher für den Verlag alle Ehre und schickt schon vor dem gemeinsamen Essen erste Fotos und Texte durch die Social Media Plattformen. Ja: So sieht ein total glücklicher Verleger aus!

da bux im Fernsehen

Verlosung: Lesung mit Katja Alves gewinnen

Sie möchten Katja Alves in Ihrem Schulzimmer, Ihrer Aula, Ihrer Bibliothek erleben?

Wir verlosen eine Schul-Lesung für Jugendliche (für 1 oder 2 Schulklassen der 1. oder 2. Oberstufe). Mitmachen können alle Schulen und Bibliotheken in der ganzen Schweiz.

Das Verlagsteam zieht unter allen Einsendungen die Gewinnerin, den Gewinner (Die Lesung sollte zwischen 1. Oktober und 10. Dezember 2018 stattfinden, der Lesetermin wird nach Absprache zwischen Gewinner und Autorin festgelegt).

Erwischt

Katja Alves ist schon gespannt, wo sie aus “Erwischt!” lesen wird: In der Ost-, Zentral- oder Nordschweiz, in der Stadt oder auf dem Land … vielleicht bei Ihnen?

Teilnehmen: E-Mail mit Betreff “Verlosung” an contact@dabux.ch (Infos zur Schule und Kontaktdaten nicht vergessen)

Einsendeschluss: 21. September 18 – der Rechtsweg ist ausgeschlossen – die Daten werden nicht weiterverwendet.

 

Informationen und Leseprobe zu “Erwischt”