Vom Lager zu „Der Knast” – das „Making-of” von Tom Zai

Der Knast

Warum hat Tom Zai „Der Knast” geschrieben? Ein ganz persönlicher Einblick in die Entstehungsgeschichte:

„Liebe Grüsse aus Kleinlützeln, wo uns die Ameisen kützeln“, schrieb ich damals auf die Karte aus dem Pfadilager. Es war mein erstes und letztes mit einer Gruppe vollkommen Fremder, an die ich durch eine Verstrickung von Zufällen geraten war. 42 Jahre ist das nun her, und nicht nur das Schreiben der Karte ist mir im Gedächtnis geblieben sondern auch Dinge, die ich zwischendurch verdränge und vergesse, die mich aber gerade beim Schreiben von DER KNAST wieder eingeholt haben.

Als Zehnjähriger war ich einer der jüngsten Pfader im Lager und, wie gesagt, eigentlich als Gast dabei. Noch jünger als ich waren nur die Wölfli, Sechs- bis Neunjährige, die in einem Lagerhaus in Schlafsälen untergebracht waren. Wir Pfader hatten unsere Zelte auf einer Wiese nahe eines Baches aufgestellt. Das Lagerleben bestand, so weit ich mich erinnere, aus dem Erlernen von Dingen wie Feuermachen, Morsen, Zeltbau, Seilbrückenbau und so weiter. Daneben gab es Spiele, wenn nicht gerade gewandert wurde. Allgegenwärtig war der Gedanke an bevorstehende Mutproben oder Prüfungen, die es zu bestehen galt.

Wir erlebten lauter Dinge, die sich im Laufe eines Menschenlebens zu wehmütiger Kindheitsromantik verklären oder à la „Mein Name ist Eugen“ zum Heldenepos werden. Wäre da nicht die Sache mit dem „Wölfi-Erschrecken“ gewesen.

Kleinen Kindern Angst einjagen

Eines Tages ging‘s in den Wald, um das „traditionelle, nächtliche Erschrecken der Wölfli“ zu organisieren. Gesucht war ein Ort, an dem man die Kleinen für eine Weile einsperren konnte, bis sie gerade genug Angst bekommen hatten, um nachher nicht mehr einschlafen zu können. Als ideal erwies sich dabei ein Felskessel mitten im Wald, eine perfekte Falle mit steilen Wänden und einem schmalen Durchgang.

Mitten in der Nacht packten wir bereitgelegte Weidenruten und zogen los zum Lagerhaus der Kleinen. Wir trieben sie aus dem Haus, banden sie mit den Händen an lange Stricke und führten sie in den Wald ab. Dort drängten wir sie in den Felskessel, schichteten Holz in den Durchgang, übergossen es mit Benzin und zündeten es an. Als das Holz heruntergebrannt war, brachten wir die Kleinen wieder zurück ins Lagerhaus, wo sich die Leiterinnen um sie kümmerten.

Den Erinnerungen ausgeliefert

Das WIR im oberen Abschnitt, das bin ich doch nicht. Dazu gehöre ich doch nicht. Es müsste MAN heissen oder der ganze Abschnitte sollte ins Passiv gesetzt werden. „Mit den Wölfli wurde ETWAS gemacht.”

Es braucht offenbar sehr wenig, um als Mitläufer Dinge zu tun, die man (auch als Kind) ansonsten als unmoralisch, unmenschlich, ungesetzlich oder zumindest als falsch bezeichnen würde.

In meiner Erinnerung habe ich mich diesen Ereignissen im Pfadilager tatsächlich ausgeliefert gefühlt. Eigentlich wollte ich da nicht mitmachen. Ich war so jung und fremd und vollkommen überfordert mit der Situation, ohne eine Möglichkeit zu sehen, mich dieser Aktion zu entziehen. Alle waren dabei, ob sie wollten oder nicht: Die Opfer (Wölfli), die Täter (Pfader) und die Aufsichtspersonen (erwachsene oder jugendliche Leiter).

Durch das Zusammenkommen verschiedener Umstände (Autoritäten, Tradition, Mikrokosmos, Gruppe) fühlten sich 10 bis 20 Jährige dazu beMächtigt, Unterstufenkinder in Todesangst zu versetzen.

Standford Prison Experiment für Jugendliche

In meinem Buch DER KNAST habe ich, angelehnt an das „Standford Prison Experiment“, persönliche Erfahrungen, Erzähltes, Geschichten aus Büchern und Filmen sowie Tatsachenberichte zu einer realistischen Fantasie vermengt, in der ein jugendlicher Aufseher und ein gleichaltriger Gefangener ihre Geschichte im Knast erleben – einem „Lager“ mit je zwölf Gefangenen und Wärtern unter der Aufsicht einer Direktorin. Ein Bootcamp zur Kriminal- und Gewaltprävention.

Ich schildere den Ablauf des „Prävention-Projekts“ aus der Perspektive des Gefangenen Sandro und des Oberaufsehers Bürgin. Der Perspektivenwechsel ist mir wichtig. Beide Perspektiven haben etwas Beklemmendes.

Letztlich geht es mir um den KNAST an sich. Darum, zu schildern, was es braucht, damit aus normalen Menschen Folterknechte, Schergen und, um es wörtlich ins Gegenteil zu wenden, Unmenschen werden: Gemäss einigen aufsehenerregenden Studien, z.B. dem Milgram-Experiment (siehe z.B. TheSimpleBiology), erschreckend wenig.

Die „Feuerszene“, das „Wölfli-Erschrecken“, kommt im Buch vor. Ich habe sie verändert und auf ein noch krasseres Level angehoben.

Fantasie und Wirklichkeit

Ich denke gerade an ein Pressebild, das ich nicht mehr loswerde: Eine Soldatin hält einen am Boden liegenden, nackten Mann an einer Hundleine. Abu Ghraib. Irgendwo zwischen Abu Ghraib und dem Pfadilager meiner Kindheit ist DER KNAST angesiedelt. Es ist ein ergreifendes Buch, das sich wie von selbst geschrieben hat.

Tom Zai

 

Sicher

Sicher

Seit dem 21. April 2017 ist die Website von da bux dank SSL Verschlüsselung sicher.

Sicher – was heisst das?

Nutzerinnen und Nutzer erwarten von einer Website zu Recht immer mehr Sicherheit – unter anderem im Bereich Privatschutz. Dabei geht es nicht um den Speicherort der Kundendaten sondern um die Übertragung zwischen Server und PC, Tablet, Handy, usw.

Über eine gewöhnliche http:// Adresse werden Daten unverschlüsselt übertragen. Erst das S bei https:// macht eine Website sicher. Sämtliche Daten, die ausgetauscht werden, sind dann verschlüsselt.

Sicher

Erkennbar ist die Sicherheit in der Adressleiste des Browsers. Das Wort «Sicher» und die Adresse https:// in grüner Farbe beweisen die Sicherheit der Datenübertragung.

Konkret auf https://www.dabux.ch

Obwohl in unserem Webshop keine Zahlungsinformationen übermittelt werden (wir liefern per Rechnung), müssen immerhin Name, Post- und Mailadresse eingegeben werden.

Wir haben dem nun Rechnung getragen und die gesamte Website, inklusive Webshop, mit einem SSL-Zertifikat versehen und übertragen nun sämtliche Daten verschlüsselt.

Bitte testen!

Damit auch alle Inhalte verschlüsselt übermittelt werden, müssen jede Bilddatei, jedes PDF und auch allfällige externe Inhalte mit einer https:// URL abgespeichert und eingebunden sein.

Wir haben uns Mühe gegeben, alles umzustellen und zu überprüfen. Sollte jemand doch ein Seite finden, die einen unerwünschten «gemischten Inhalt» mit ungesicherten Links aufweist, bitte mitteilen. Der Erste oder die Erste, welche eine solche Seite findet, darf sich eines unserer Bücher aus der Edition 1 aussuchen.

 

kklick – Aus dem Nähkästchen geplaudert

kklick

Einblicke ins Nähkästchen des Verlags da bux bei kklick

Wir waren eingeladen. Zum 5. Netzwerkanlass von kklick, der Kulturvermittlung Ostschweiz. Im Textilmuseum St. Gallen durften wir unter dem Programmpunkt Lesestoff eine halbe Stunde lang unseren Verlag und sein Programm vorstellen.

Textilmuseum. Lesestoff. Da musste selbstverständlich ein passender Programmablauf her. Tom hat seine handgefertigte Denkkappe angezogen und hat ein – wie wir fanden – praktikables Schnittmuster aus dem Nähkästchen gezogen:

kklick

 

Die Spinnerei

«Sie, Ihre Bücher sind ja toll, aber viel zu dick.» Ein Satz, der bei Lesungen häufiger fiel. Und plötzlich war sie da, diese ziemlich verrückte Idee.

Wie die aussah, erzählten Tom und Alice den Teilnehmerinnen des Netzwerkanlasses, und gaben dabei Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt

Man könnte doch auch dünnere Bücher machen. Für Jugendliche, die nicht so gerne lesen und / oder Jugendliche, denen das Lesen schwer fällt. Speziell zugeschnitten auf die Schweiz, mit Geschichten von hier und AutorInnen von hier. Ohne das scharfe ß, dafür durchaus mit vertrauten Helvetismen. Weil alleine Spinnen nicht so viel Spass macht, sponnen wir zu dritt: Tom, Alice und Stephan (doch dazu später – unter dem Punkt «Die Fäden in der Hand»).

 

Das Webmuster

Die Idee setzte sich im Kopf fest. Der Vorteil am Spinnen zu dritt: Es gibt unzählige, bunte Ideenfäden, die alle zu einem Muster gewoben werden wollen. Ganz schnell war klar, was wir wollen: Kurze, knackige, mitreissende Geschichten für Jugendliche im Oberstufenalter, leseleicht aufbereitet in Büchern mit maximal 60 Seiten. Das war der leichtere Teil. Der schwierigere war der Name. Den fanden wir ganz lange nicht und entschieden uns, diesen Faden lose zu lassen, bis wir wirklich einen passenden Namen hatten.
Dann kam der Augenblick, wo es konkret wurde: Wir setzten uns an einen Business- und Finanzierungsplan – und wir gestehen, das war der Augenblick, in dem wir beinahe aufgaben. Aber nur beinahe. Denn richtige Spinner kapitulieren nicht vor Schwierigkeiten, sondern sie sehen das fertige Muster vor sich und finden einen Weg.

Die Fäden in der Hand

Und so nahmen wir die Fäden neu in die Hand, gingen mit einer Mischung aus Pragmatismus und Idealismus ans Werk, suchten uns Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten wollten – AutorInnen, eine Grafikerin, eine Korrekturleserin usw., woben eine Webseite, schüttelten ein Vertriebskonzept aus dem Ärmel, starteten mit Netzwerken, fanden einen Namen für den Verlag. Und stellten fest: Wir sind so was wie eine Buchband, mit den Kernmitgliedern Alice, Tom und Stephan und vielen tollen Begleitmusikern.

Der Lesestoff

Aus all den vielen Fäden ist mit dem ersten Programm 2017 ein bunter (Lese)Stoff entstanden, den wir im Textilmuseum vorgestellt haben.

Umgarnen

Mit diesem Lesestoff haben wir die Teilnehmer des Netzwerkanlasses natürlich zu umgarnen versucht.

kklick

Passend zum Lesestoff gibt es natürlich auch passende Accessoires: Kostenloses Arbeitsmaterial, Lesungen der da bux AutorInnen, Kurse und Workshops zum Thema «Leseförderung» mit den Büchern von da bux“.

Und ganz am Ende durfte auch ein kleines «Müsterli» für das da bux Programm 2017 nicht fehlen. Dazu verraten wir an dieser Stelle in den folgenden Wochen mehr.
Kklick: http://www.kklick.ch/sg/

 

 

Premiere an der Oberstufe Buchs SG: da bux-Lesevormittag

Lesung

Am letzten Mittwoch feierte das da bux-Trio Alice Gabathuler, Stephan Sigg und Tom Zai eine Premiere – und das am Verlagssitz in Buchs SG: Die Oberstufe Buchs SG lud die drei Verlagsgründer ein, um für alle Schülerinnen und Schüler Lesungen aus ihren Büchern zu halten. Tom Zai brachte natürlich DER FLUCH DER WANZE mit. Wie hat er den Vormittag erlebt?

Tom, du hast an der Oberstufe Buchs SG zwei Lesungen aus deinem Buch DER FLUCH DER WANZE gehalten. Wie war es?

Tom Zai: Für mich eine vollkommen neue Erfahrung, obwohl ich ja täglich als Lehrer arbeite. 90 Minuten eine Gruppe unbekannter Schülerinnen und Schüler bei der Stange zu halten, ist echt harte Arbeit. Ich habe jede Minute genossen.

 

Die Bücher von da bux sind ja sehr kompakt, da kann man während der Lesung ja gleich das ganze Buch vorlesen ….

Tom Zai: Ich habe gar nicht so viel vorgelesen – obwohl es «Lesung» heisst. Das Thema von DER FLUCH DER WANZE sind Rollenbilder, also Stereotypen, (der Streber, die Tussi, der Klassenclown, die Sportkanone, die Gangstarapper, usw.) Deswegen habe ich mit den Jugendlichen intensiv daran gearbeitet. Dabei habe ich z.B. einige Witze erzählt. Witze sind voll von Stereotypen. Ganz am Schluss gab’s noch den Voodoo-Rap.

 

Wie haben die Schülerinnen und Schüler in Buchs auf die WANZE reagiert? Welche Fragen sind aufgetaucht?

Tom Zai: Eine der wichtigsten Fragen war: Darf man das? Im Zusammenhang mit Witzen und auch dem Voodoo-Rap muss ich mir diese Frage ganz ernsthaft selber stellen. Konkret: Darf man Witze und Sprüche über Schwarze machen, über Behinderte, über Lehrer, über … ? Meine Antwort ist: ja, aber.  Ja: Weil, wenn man über alle Witze machen darf nur nicht über eine bestimmte Gruppe von Menschen, nennt man das Diskriminierung.  Aber: Es kommt auf den Zusammenhang an, in den man einen Spruch oder einen Witz stellt. Ein Beispiel: In unserer Fasnachtszeitung (Walenstadt) ist der Busfahrer, der aus Afrika stammt, abgebildet mit dem Titel «unser Schwarzfahrer». Das kann man natürlich daneben, oder sogar rassistisch, finden. In derselben Fasnachtszeitung steht eine Sammlung von Sätzen: Du bist von Walenstadt, wenn … Einer davon lautet: … du in der Fasnachtszeitung stehst. In diesem Zusammenhang wird klar: Wir betrachten den Busfahrer als einen der Unseren und dann ist der Witz nicht ausgrenzend sondern das positive Gegenteil davon.

 

Deine Geschichte eignet sich ja ganz gut für Lesungen: Es kommen verschiedene Personen / Stimmen vor, die Geschichte hat Tempo und viele lustige Episoden – bereitest du dich auf Schullesungen speziell vor oder machst du das ganz spontan, jen nachdem wie die Klasse …

Tom Zai: Ich habe ein klares Programm, das in Blöcke eingeteilt ist. Je nachdem wie die Klasse sich auf einen Dialog mit mir einlässt, baue ich einzelne Teile aus, straffe sie oder lasse sie ganz weg.

 

Du hast schon viele Lesungen für Erwachsene gemacht – sind Lesungen für Jugendliche etwas ganz Anderes?

Tom Zai: Der Unterhaltungsanteil bei Lesungen für Erwachsene ist vielleicht etwas höher. Ein ganz wichtiger Unterschied ist aber: die Schülerinnen und Schüler sind als Klasse täglich, vielleicht seit Jahren, zusammen und kennen sich in- und auswendig. Die Gruppendynamik ist hier ein enorm wichtiger Faktor. Erwachsene sind eine eher zufällig gemischte Gruppe von Interessierten, die freiwillig an eine Veranstaltung kommen. Okay, das stimmt nicht ganz: an Lesungen für Erwachsene nehmen zu 90% Frauen über 50 teil, die in mindestens einem Chor singen und einen Hang zu violettem Filzschmuck oder grossen Foulards haben. Die anderen 10% sind Frauen unter 35, die vergebens darauf hoffen, an der Veranstaltung einen intellektuell ebenbürtigen Mann zu treffen. Der Rest sind Quotenmänner oder werden von ihren Frauen zur Teilnahme gezwungen. So viel zum Thema (festgefahrene) Rollenbilder (und mathematischen Eskapaden), sowohl hier, wie auch in DER FLUCH DER WANZE, in leicht überzeichneter Form.

Alle Infos zu DER FLUCH DER WANZE

 

Auch Alice Gabathuler und Stephan Sigg haben den Vormittag genossen (siehe Foto von der gemeinsamen Pause im Lehrerzimmer). Alle drei sind sich einig: Lesevormittage zu dritt sind etwas ganz Besonderes – hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung!

 

Workshop im RDZ Sargans

Workshop da bux

Mittwochnachmittag, 15.35 Uhr. Topvorbereitet steigen Alice und Tom die Treppen zum RDZ (Regionales Didaktisches Zentrum) Sargans hoch, wo der erste Workshop von da bux stattfindet.

Workshop Unterlagen
Was ein junger Verlag für junge Leute ist, geht mit der Zeit und der Technik, weshalb Tom erst einmal sämtliche Maschinen hochfährt: Laptop, Beamer, Musikanlage – alles für den späteren Gebrauch.
Kurz vor 16.00 Uhr trudeln die ersten Kursteilnehmer ein, gespannt darauf, was sie erwartet unter einem

Workshop – Jugendbücher aus der Schweiz, die selbst lesefaule Jugendliche begeistern

Am Ende sind es über zwanzig Oberstufenlehrkräfte, die während 90 Minuten in die Welt der da bux Bücher tauchen – und die eine oder andere Übung zu den Büchern gleich selber ausprobieren.

Lesen soll und kann Freude bereiten, Übungen zu Texten müssen nicht langweilig sein. Alice und Tom zeigen am Workshop anhand der kostenlosen Arbeitsblätter (siehe Download) wie sie das Lesen in drei Phasen aufteilen: Aktivitäten vor, während und nach der Lektüre.

Themen vertiefen

Die Themen der da bux Bücher lohnen sich, vertieft zu werden. Ein Beispiel dafür gibt ein Lehrer, der mit seiner Klasse das Thema „Mobbing“ behandelte und dazu DU FREAK als Klassenlektüre las.

Lass es krachen, Mann!

Gegen Ende des Workshops nimmt der Internetbrowser Toms Wanzenrap aus DER FLUCH DER WANZE im eingespielten Video allzu wörtlich und crasht. Spontan überbrückt Tom herkömmlich analog und demonstriert lebendiges Lesen als Unterhaltungs- und wertvolle Vorbildfunktion durch die Lehrkraft.

Workshop da bux

 

Neugierig geworden? Mehr Infos zum Workshop gibt es hier: Kursangebote.

PISA-Studie

PISA-Studie

Eine Frage geht in der aktuellen Diskussion rund um die PISA-Studie unter: Gibt es eigentlich gute Texte für nicht besonders lesestarke 15-Jährige? Genau diese Frage stellten wir uns vor zwei Jahren. Wir kamen damals und kommen heute zur selben Antwort: Die meisten Jugendbücher sprechen Bücherwürmer an. Was fehlt sind Bücher für alle anderen Jugendlichen. Deswegen haben wir unseren Verlag gegründet.

PISA-Studie

Nun ist sie raus, die neuste PISA-Studie, und viele Schlagzeilen dazu haben etwas mit Ärgern zu tun – oder auch mit Freuen, wenn es darum geht, die Schweiz als spitze zu bezeichnen. Unter anderen Themen zeigt die Luzerner Zeitung einen Querschnitt durch die Sonntagspresse vom 11. Dezember 2016 zur PISA-Studie.

Die Dichte an Bildungsexperten, so unser Eindruck, nimmt rund um die Veröffentlichung der PISA-Studie jeweils sprunghaft zu. Die Kommentare greifen entweder das Testsystem an oder fordern Sofortmassnahmen – gerade im Bereich Lesen und Verstehen, wo die Schweiz schlechter abschneidet als erwünscht und nach Jahren der Verbesserung nun sogar unter den Tiefstand von 2000 fällt. Dass es noch immer funktionale Analphabeten bei den Schulabgängern gibt, scheint allerdings unbestritten zu sein.

Bildungspolitik zur Leseförderung hat in diesem Zusammenhang viel mit Gesellschaftspolitik zu tun. In diese Diskussion wollen wir von da bux uns nicht einmischen.

Einfache Bücher mit spannendem Inhalt

Wir stellen ganz lapidar fest: die Oberstufenschülerinnen und -schüler, die nicht oder kaum lesen, können weder mit kindlichen Texten über Ponyreiten und verhexten Ferienlagern noch mit 500-Seiten-Schinken über liebestolle Vampire zum Lesen gebracht werden. Entweder interessieren die Themen nicht oder die Bücher sind schlicht zu dick und zu kompliziert. Ausserdem werden Bestseller früher oder später eh verfilmt. Da scheint sich der Kampf mit den Buchstaben nicht zu lohnen.

Genau hier setzt die Philosophie unseres Verlags an: Wir wollen mit unseren Büchern in erster Linie unterhalten. Unsere Themen spielen in der Welt von Jugendlichen eine Rolle. Dabei achten wir darauf, weder Moralin noch Selbstzweckin einzusetzen. Zudem schreiben unsere Autorinnen und Autoren ganz klar Schweiz bezogen. Die Texte sind in einfacher Sprache geschrieben, ohne banal zu sein. Der Umfang der Bücher ist möglichst klein, um auch Leseschwächeren eine Aufgabe zu stellen, die sie sich zutrauen. Gerade weil die Inhalte unserer Bücher spannend sind, packen sie auch Bücherwürmer – um die man sich, wie die PISA-Studie einmal mehr zeigt, keine Sorgen machen muss. Wer Bücher lesen will, der liest. Kann man es simpler formulieren?

Unsere Edition 1 ist eben mal drei Monate alt und wird bereits fleissig an Schulen gelesen. Wir von da bux erheben nicht den Anspruch, die Ergebnisse zukünftiger PISA-Studien zu beeinflussen. Wir sind aber überzeugt, dass wir jenen Schülerinnen und Schülern, die sich nach dem Gesetz der Normalverteilung im unteren Leistungsviertel befinden, spannende, unterhaltsame Bücher liefern, die sie gerne lesen und deren Inhalt für sie spannend ist.

Tempo, Tempo

Tempo

Das Team von da bux hat immer an seine ersten vier Bücher der Edition 1 geglaubt. Dass einzelne Titel gerade so einschlagen, freut und begeistert den Verlag ungemein.

Crash 3. Auflage in horrendem Tempo

Petra Ivanov hat mit ihrem CRASH ein rasantes Buch geschrieben, das sich nun auch in horrendem Tempo verbreitet.

Zugegeben, da bux ist ein geradezu winziger Verlag in einem vergleichsweise kleinen Schweizer Markt. Auf der anderen Seite lässt der Verlag logischerweise nicht mit Absicht möglichst kleine Auflagen drucken, um dann eine Erfolgsmeldung an die andere zu reihen.

Der Erfolg von CRASH lässt sich ganz einfach begründen: Es ist eine Story, die sich nicht nur um Speed (gemeint ist das Tempo von Autos!) dreht, sondern rasant, stellenweise atemlos, durch das bewegte Leben des 16-Jährigen Blerim führt, der sich von einem «Freund» in einer Extremsituation übertölpeln lässt.

Diese Mischung aus Action und Tiefgründigkeit macht Petra Ivanov aus – die Meisterin der sorgfältig recherchierten, temporeichen und tiefgründigen Literatur.

Schreiben am Puls der Jugendlichen

Jugendliche testen die Bücher von da bux

Wir von da bux wollen Jugendliche erreichen. Um herauszufinden, ob das nur ein frommer Wunsch ist oder wirklich funktioniert, haben wir Feebacks von einer Testklasse eingeholt – zu „Crash“ und zu „Der Fluch der Wanze“. Die Schülerinnen und Schüler aus Winterthur haben alle einen persönlichen Brief zu den beiden Büchern geschrieben.

Jugendliche testen die Bücher von da bux

Jugendliche geben Feedbacks

„Crash“ haben die Jugendlichen mit grosser Begeisterung gelesen. Kein Wunder! Petra Ivanov weiss, was sie macht. Und was sie macht, ist einfach genial.

Mein Buch hingegen ist bei den Testleserinnen und -lesern zwar angekommen, es gab aber auch Kritik. Wenn wir Kritik scheuen würden, hätten wir keine Test gemacht. Also bin ich nochmal über die Bücher gegangen – eigentlich nur über meines 😉

Es geht immer noch besser

„Der Fluch der Wanze“ ist ursprünglich ein Musical, das ich für 11- und 12-Jährige geschrieben habe. Für unsere Zielgruppe, Jugendliche der Oberstufe, habe ich es adaptiert und logischerweise zu einem “Buch” gemacht. Offenbar bin ich dabei nicht konsequent genug vorgegangen. In der Geschichte ist zu oft die Rede von „Kindern“ gewesen, die Bildsprache nicht immer auf der Erlebniswelt von Teenagern gewählt.

Das habe ich nun geändert. Um mit den Ballerboys zu sprechen – die wie viele andere Figuren in überzeichneter Form schultypische Rollenbilder verkörpern –, habe ich die Geschichte auf dem nächsten Level durchgespielt.

Es hat nun mehr Horror im Buch und einzelne Figuren haben sich verändert oder eine andere Funktion bekommen. So sind die „Streichespieler“ nun „Möchtegern-Ghetto-Rapper“, die mit einem Voodoo-Rap einen Fluch über die „Albert-Einstein-Schule“ sprechen.

So macht Schreiben und Verlegen Freude

Die erneute Auseinandersetzung mit Stereotypen hat mir enormen Spass gemacht. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Grossen Dank an die Jugendlichen der Testklasse. Ich bin überzeugt, nun „fegt“ der Text für euch. Das findet zumindest auch unsere Lektorin, Alice und unsere Korrektorin, Heike.

Am 24. September 2016 geht „Der Fluch der Wanze“ zusammen mit „Crash“, „Fitness-Junkie“ und „Du Freak“ in den Praxistest. Das Team von da bux freut sich extrem darauf.

Verlagsarbeit

Verlagsarbeit

Was war diese Woche los? Ein kleiner Einblick in die Verlagsarbeit

Da war einmal der unvermeidliche Bürokram. In unserem Fall war dieser etwas amtsschimmellastig, aber wir haben das gemeistert.

Korrektorat

Zwei unserer Bücher schickten wir diese Woche nach Berlin zu unserer Korrektorin. Wenn es ums Korrigieren geht, heisst Verlagsarbeit: trau dir selber nicht über den Weg. Irgendwann bist du blind für den Text. Heike, so heisst die Frau mit dem unbestechlichen Auge, sieht einfach alles und leistet weit mehr als nur reine Korrekturarbeit.

E-Books

Für uns stellt sich die Frage: E-Book selber erstellen oder nicht? Und die weit schwierigere: E-Book selber im eigenen Shop vertreiben oder über die bekannten Distributoren anbieten?

Wir haben uns da noch nicht entschieden, aber technisch schon mal die Voraussetzungen für den selbständigen Weg geschaffen. Verlagsarbeit hiess deswegen: Wie wird aus einem LaTeX-Dokument ein E-Book?

Verlagsarbeit

Die Antwort lautet: mit einigen Umwegen und viel Handarbeit. Am Ende lassen wir Calibre das eigentliche E-Book formatieren. Das Ergebnis schaut schon mal nicht schlecht aus.

Eure Meinung

Uns würde eure Meinung interessieren. Kauft ihr E-Books (falls ihr welche kauft) lieber direkt beim Verlag, also bei uns, oder bevorzugt ihr die gängigen Plattformen (für die wir hier vorerst keine Werbung machen wollen)?

Schreibt uns eure Meinung in die Kommentarspalten oder als Diskussion der FB-Seite von da bux.

 

 

 

LaTeX – Das Layout Programm von da bux

LaTeX

Beim Stichwort „Latex“ denken manche wohl in erster Linie an erotische Spezialkleidung. Wir von da bux nutzen LaTeX, ausgesprochen: [ˈlaːtɛç], als geniales Layoutprogramm, um unsere Bücher zu setzen.

Was ist LaTeX?

Wer wirklich in die Details gehen möchte, findet im Internet massenhaft Tutorials und Informationen. Ich mache einen Versuch, es möglichst einfach auszudrücken.

LaTeX läuft auf sämtlichen Computersystemen. Es ist vorerst mal kein „What You See Is What You Get“-Programm und „unter der Haube“ eigentlich TeX. In einem Editor wird das Dokument als Quelltext mit Kommandos geschrieben. Im „Header“ wird definiert, ob das Dokument zum Beispiel ein Buch, ein Artikel, eine Beamer Präsentation oder vieles mehr ist. „Pakete“ werden geladen, die zum Beispiel für das Einbinden von Bildern und vielem mehr benötigt werden. Details, wie Seitengrösse, Seitennummerierung, Sprache, Zeilenabstand, usw. werden hier definiert.

Das Resultat ist eine Datei mit der Endung .txt. Diese wird mit LaTeX in ein PDF umgewandelt. Andere Outputs sind möglich. Die Qualität der PDFs ist so gut, dass sich daraus eben auch Bücher drucken lassen. Sobald etwas nicht sauber funktioniert, generiert LaTeX Fehlermeldungen oder Warnungen.

Beliebt ist das Programm gerade auch, um wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben. Es kommt hervorragend mit mathematischen Formeln und graphischen Abbildungen klar und erstellt saubere Verzeichnisse.

Konkret

Ich arbeite mit dem Editor Texmaker.

LaTeX

Im Beispiel fallen die vielen roten \enquote{…} Kommandos auf. So setze ich direkte Reden. Der Vorteil: sollten unsere Bücher je in Deutschland erscheinen, ändere ich einfach im Header die Definition unserer Anführungszeichen von

\usepackage[babel,german=swiss]{csquotes}

in die entsprechend deutsche Variante, bei der die Spitzen der Anführungszeichen nach innen zeigen müssen. (Das grössere Problem mit dem scharfen S, dem EsZett, müsste natürlich separat gelöst werden.)

Unsere Schrift

Mit der Schrift haben wir einige Experimente gemacht. In einem ersten Schritt haben wir uns für eine serifenlose entschieden, siehe LaTeX Katalog. Am Ende haben wir URW Gothic mit etwas mehr Zeilenabstand als üblich gewählt.

Hurenkinder und Schusterjungen

Für mich als Newbie im Buchsatz gibt es natürlich einiges zu entdecken. Man muss sich ja immer bewusst sein, dass man den Regeln des Buchdrucks folgt, der mit Bleibuchstaben entwickelt worden ist. Eine Besonderheit, auf die mich unsere fantastische Korrektorin Heike aufmerksam gemacht hat, sind Schusterjungen. Eine nicht volle Zeile oben auf der neuen Seite mit einer Zeilenschaltung ist ein No-Go. Hurenkinder sind übrigens verwaiste Einzelzeilen unten, die es logischerweise auch zu vermeiden gilt.

 

Damit schliesst sich wie von Zauberhand der Kreis zur Eingangs erwähnten Erotik, die in unserer „Edition 1“ komplett fehlt. Stattdessen ist sehr viel LaTeX darin enthalten.

LaTeX